02.08.2019

Schutz der Artenvielfalt: Neues Weiterbildungsportal der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zur Biodiversität geht online

Christine Dötzer | Gerhard Radlmayr

Wissenschaftsminister Bernd Sibler zum Start der neuen Plattform für Gestaltung der Landschaft: „Wertvoller und unmittelbarer Wissenstransfer!“

Wo Raum für Vielfalt ist, profitieren unter anderem Insekten.
Blühstreifen sind wichtig für Insekten und andere Tierarten. Sie finden dort Schutz und Nahrung.
Biodiversität und Artenvielfalt stehen spätestens seit dem erfolgreichen bayerischen Volksbegehren im Fokus der Öffentlichkeit.
Artenreiche Wildhecken tragen deutlich zu einer Erhöhung der Biodiversität bei.

Triesdorf | Landwirtinnen und Landwirten, Umweltplanerinnen und -planern, Naturschützerinnen und Naturschützern bietet das neue Weiterbildungsportal „Raum für Vielfalt“ der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) ebenso vielfältige Anregungen rund um das Thema Biodiversität wie allen anderen, die sich für die Gestaltung der Landschaft interessieren. Die Plattform steht ab sofort allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung.

Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte anlässlich des Starts des Portals: „Der Schutz der Artenvielfalt ist ein Thema, das unsere gesamte Gesellschaft beschäftigt und fordert. Mit ihrer umfassenden Umweltforschung gestaltet die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ein entscheidendes Feld unserer Zukunft mit. Diese Plattform ermöglicht einen unmittelbaren Wissenstransfer. Damit leistet sie einen wertvollen Beitrag, um das Thema Biodiversität noch stärker in unser Bewusstsein zu bringen.“

15 interaktive Module und virtuelle Landschaft

Ziel des Projekts ist es, durch Information den Diskurs von sich oft gegensätzlich gegenüberstehenden Parteien fruchtbarer zu machen. Ein besseres Verständnis der Belange des jeweils anderen Lagers soll als Basis dienen für das Entstehen von Lösungen, die mittelfristig die Biodiversität stabilisieren sowie eine nachhaltige und zugleich ökonomische Bewirtschaftung ermöglichen.
15 intuitiv zu bedienende, interaktive Module bilden Themen im Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie sowie von Natur und Kultur ab. Sie beleuchten das Thema Biodiversität aus verschiedenen Blickwinkeln und informieren darüber, was jede und jeder Einzelne tun kann, um die vielfältigen Lebensräume der Kulturlandschaft zu fördern und zu schützen. Jedes Modul beinhaltet eine Einführung ins jeweilige Thema, fachliche Informationen in Bezug auf Biodiversität sowie eine Vorstellung aktueller Projekte aus der Praxis. Im Fokus steht auch der Praxisbezug: In einer virtuellen Landschaft simuliert das Tool anhand eines fiktiven Betriebs die Planung von biodiversitätsfördernden Maßnahmen, so dass Landwirtinnen und -wirte den Grad der Biodiversität für eine Fläche bewerten können. Mittels eines Selbsttests können Anwenderinnen und Anwender ihren Lernerfolg am Ende jeder Lerneinheit überprüfen.

Entwickelt wurde das Wissenstransfer-Projekt seit März 2017 am Biomasse-Institut der HSWT am Campus Triesdorf unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Rudner und Mitwirkung von elf weiteren Professorinnen und Professoren aus den Fakultäten „Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung” sowie „Umweltingenieurwesen”. „Das Projekt war gestartet, lange bevor die biologische Vielfalt in den Fokus des öffentlichen Interesses geraten ist”, betonte Rudner. Der Europäische Sozialfonds sowie der Freistaat Bayern förderten das Projekt, die virtuelle Hochschule Bayern begleitete es als Projektträger.

Andere Blickwinkel nachvollziehen

„Seien Sie mutig und bearbeiten Sie auch Module, die die Sichtweise anderer beleuchten”, appelliert Projektbearbeiterin Isabel Möhrle an die Anwender. So empfiehlt sie Landbewirtschafterinnen und -bewirtschaftern vornehmlich die Bearbeitung naturschutzrelevanter Module. „Und Kritiker der modernen Landwirtschaft könnten den aktuellen Druck auf Landwirte besser verstehen lernen, wenn sie sich beispielsweise mit dem Modul `Konservierende Bodenbearbeitung´ auseinandersetzen.”

Kontakt

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