Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
30.09.2020

Cashew-Äpfel verwerten und vermarkten - Absolvent des HSWT-Postgraduiertenkurses erhält Auszeichnung für Projektidee auf internationaler Konferenz

Christine Dötzer
Portraitaufnahme von George Opare Asare
George Opare Asare erhielt für seine Projektidee eine Auszeichnung auf der internationalen "Tropentag"-Konferenz. In seinem Heimatland Ghana möchte er Frauen dabei unterstützen, Kleinunternehmen aufzubauen und Lebensmittelprodukte aus Cashew-Äpfeln herzustellen und zu vertreiben. (Foto: HSWT)
Cashewäpfel am Baum
In der Cashew-Wertschöpfungskette in Ghana geht es hauptsächlich um Produktion und Export der rohen Nüsse. Asares Projektidee basiert darauf, auch die Cashew-Äpfel zu verwerten, die bislang als Nebenprodukte der Ernte meist vernichtet werden. (Foto: Colourbox)

Triesdorf | Die Projektidee von George Opare Asare, Absolvent des HSWT-Postgraduiertenkurses „Food Chains in Agriculture“, wurde auf der internationalen "Tropentag"-Konferenz 2020 Mitte September als einer der fünf besten Posterbeiträge ausgezeichnet. Asare möchte in seinem Heimatland Ghana ein soziales Unternehmen auf die Beine stellen, das Frauen in ländlichen Gebieten durch Schulungen, Beratung und materielle Zuschüsse dabei unterstützt, Cashew-Äpfel zu Lebensmittelprodukten zu verarbeiten und eigene Kleinunternehmen aufzubauen. Im Rahmen seiner Auszeichnung auf der renommierten Konferenz zur tropenorientierten Agrarforschung erhält Asare ein Preisgeld von 200 Euro sowie ein Zertifikat.

Der Großteil der weltweiten Cashew-Ernte stammt aus Afrika, in Ghana sind rund 300.000 Bäuerinnen und Bauern im Cashew-Anbau tätig. In der Wertschöpfungskette vor Ort geht es hauptsächlich um Produktion und Export roher Cashewnüsse, die Cashew-Äpfel werden meist vernichtet. Tatsächlich steckt in der kommerziellen Verwertung der nährstoffreichen Früchte jedoch großes Potenzial, das bislang kaum ausgeschöpft wird. Hier setzt Asares Projektidee an: Sein Ziel ist es, mit einem sozialen Unternehmen Frauen in ländlichen Gegenden hinsichtlich der Verarbeitung von Cashew-Äpfeln - etwa zu Marmelade, Saft oder Süßigkeiten - zu schulen und sie beim Aufbau eigener Kleinunternehmen zu unterstützen. So haben die Frauen die Möglichkeit, ihr Einkommen und ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit zu steigern. Gleichzeitig können sie in ihren Kleinunternehmen weitere Arbeitsplätze schaffen.

Bereits im vergangenen Jahr meldete Asare sein Unternehmen an und führte erste Gespräche mit dem nationalen Verband der Cashewbauern. Derzeit ist er auf der Suche nach Investoren für die Finanzierung des Projekts. Im nächsten Schritt gilt es, eine Machbarkeitsstudie und einen Businessplan für die Finanzierung aufzustellen, damit die Projektaktivitäten sobald wie möglich starten können.

Entwickelt hat Asare seine Projektidee im Zuge des Postgraduiertenkurses `Food Chains in Agriculture´. Dieser ist Teil des `Ausbildungspaktes mit Afrika´, zu dem sich mehrere Hochschulen afrikanischer Länder mit der HSWT zusammengeschlossen haben und welcher von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des Globalvorhabens „Grüne Innovationszentren in der Agrar- und Ernährungswirtschaft (GIAE) gefördert und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) finanziert wird. Der Kurs richtet sich an Masterabsolventinnen und -absolventen aus afrikanischen Ländern und hat die Komplexität landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten zum Thema. Die Studierenden lernen, auf Basis der erlangten Kenntnisse und eigener Erfahrungen Ketten-Modelle zu konzipieren und zu managen. Sie erarbeiten jeweils eigene Projektvorschläge, die sie nach Abschluss des Kurses in ihren Heimatländern umsetzen.

"Tropentag 2020": Chance zur Vernetzung

Aktuelle und ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Postgraduiertenkurses stellten ihre Konzepte beim "Tropentag" in zwei vom Koordinator des Kurses, Dr. Bernd Müller, moderierten Veranstaltungen vor. Alle Projekte vereint das Ziel, Einkommensquellen im ländlichen Raum zu schaffen und damit die dortigen Lebensbedingungen zu verbessern.

Die internationale „Tropentag“-Konferenz ist eine der wichtigsten mitteleuropäischen Konferenzen im Bereich der tropenorientierten Agrarforschung. Aufgrund der Corona-Pandemie fand sie dieses Jahr virtuell statt. Neben den aktuellen Kursmitgliedern besuchten auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer vergangener HSWT-Postgraduiertenkurse die Konferenz. Der Tropentag bot Ihnen eine Plattform für professionellen Austausch über ihre Studienprojekte und ermöglichte die Vernetzung mit Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmern aus aller Welt.

Die praxisrelevante Ausbildung wird in den landwirtschaftlichen Fächern an der HSWT großgeschrieben. Ihre Erfahrung in diesem Bereich trägt die HSWT auch in den internationalen Bereich. So moderierte Prof. Dr. Ralf Schlauderer, Leiter der HSWT International School, auf dem Tropentag einen Workshop zum Thema `Combining Practice and Higher Agricultural Education – Challenges and Chances´. Darin diskutierten die internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche Chancen, aber auch Herausforderungen, damit einhergehen, wenn agrarwissenschaftliche Studiengänge zugunsten eines stärkeren Praxisbezugs und gesteigerter Relevanz für die praktische Landwirtschaft neu ausgerichtet werden.

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