Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences

Unsere Professorinnen stellen sich vor

Derzeit arbeiten 35 Professorinnen an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Dies entspricht einem Frauenanteil an den Professuren von 24 Prozent. Damit nimmt die HSWT eine Spitzenposition unter den bayerischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften ein. 

Einige unserer Professorinnen stellen wir Ihnen hiermit in einem Kurzinterview vor. Interessierten Wissenschaftlerinnen und Expertinnen möchten wir damit die Vielfalt der Wege zur HAW-Professur aufzeigen und Mut machen, selbst eine Bewerbung in Angriff zu nehmen!

Prof. Dr. Sabine Grüner-Lempart

Campus: Weihenstephan
Fakultät: Bioingenieurwissenschaften
Lehrgebiet: Verfahrenstechnik, Mess- und Regelungstechnik, Bioreaktionstechnik
Forschungsgebiet: Sustainable Bioengineering

Das Foto zeigt Professorin Sabine Grüner-Lempart von der Fakultät Bioingenieurwissenschaften der HSWT

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Am Beruf der HAW-Professorin gefällt mir vor allem die Arbeit mit jungen Menschen. Wenn es mir dabei gelingt, neben der Vermittlung von Wissen, Studierende für die eigenen Fächer zu begeistern, dann motiviert mich das ungemein. In meinem Fall sind das vor allem technische Fächer wie Verfahrenstechnik oder Bioreaktionstechnik, also sogenannte MINT-Fächer. Wenn ich Absolventinnen und Absolventen erlebe, die in ihrer weiteren akademischen oder beruflichen Laufbahn eine technische Richtung einschlagen, dann weiß ich, dass meine Arbeit Früchte trägt.

An der HSWT wird ein intensiver Kontakt zu den Studierenden gepflegt, den ich sehr schätze. Ich werde nicht nur als fachliche Ansprechpartnerin gesucht, hin und wieder benötigen die Studierenden einen persönlichen Rat oder jemanden zum Reden. Dieser Kontakt ist für mich ein wichtiger Teil meines Berufs als Professorin und zeigt sich auch in meinem Unterricht.

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass das 'klassische' Arbeiten mit der Tafel am besten zu mir und meiner Lehre passt, also ein Dreiklang aus Schreiben, Erklären und Zuhören. Die anfängliche Skepsis der Studierenden, die mir immer wieder begegnet, legt sich im Laufe des Semesters, da sie die Vorteile dieses Lernprozesses selbst erleben. Etwas aufzuschreiben oder zu zeichnen, ist der erste Schritt des Lernens, erzeugt Ruhe und nimmt die Geschwindigkeit aus dem Lernprozess; die gemeinsame Arbeitsatmosphäre, die dadurch erzeugt wird, ist sehr angenehm für alle Beteiligten. Besonders bereichernd ist für mich, dass ich als Professorin immer die Möglichkeit habe, neue Dinge auszuprobieren und mich damit persönlich zu entfalten. Dies reicht von der Möglichkeit, neue Vorlesungen zu entwickeln, durch Gremienarbeit die Hochschule mitzugestalten, über Forschungsaktivitäten bis hin zu internationalen Kooperationen. Der Blumenstrauß an Möglichkeiten ist an der HSWT deutlich farbenfroher als ich es aus der Industrie kenne. Dort waren die Tätigkeiten eher zweck- und termingebunden und die Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt.

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Die HSWT ist eine kleine, eher familiäre Hochschule mit einem einladenden, grünen Campus. Die zahlreichen Gärten nutze ich sehr gerne in den Pausen als Begegnungsort mit anderen Mitgliedern der Hochschule oder für Besprechungen. Die Überschaubarkeit der HSWT erlaubt es, dass die Anonymität einer Hochschule in kurzer Zeit verfliegt und die vielen Namen Gesichter bekommen. Man wird sehr schnell ein Teil dieser Hochschule.

Fachlich gefällt mir vor allem, dass der Schwerpunkt der HSWT der Ingenieurausbildung gehört und die vorhandenen Studiengänge ein "grünes" Profil schaffen. Das ist sicher einzigartig.

Außerdem schätze ich die exzellente Infra- und Netzwerkstruktur. Hier sind vor allem der gemeinsame Campus mit der Technischen Universität München, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung zu nennen. Die Wege sind kurz und die Türen stehen offen die besten Voraussetzungen für eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit, insbesondere in der Forschung.

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Ich habe an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen Chemieingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Technische Chemie studiert und in Kooperation mit der Industrie promoviert. Anschließend war ich 11 Jahre in der Lebensmittelindustrie in der technischen Forschung tätig, zunächst viele Jahre bei einem mittelständischen Unternehmen in Deutschland und dann bei einem Weltkonzern in der Schweiz. Daraus entstand ein Erfahrungsschatz, den ich heute nicht missen möchte und den ich gerne weitergebe.

Die Vermittlung von Wissen durch Vorträge, Vorlesungen oder Schulungen begleitet mich schon mein ganzes Berufsleben. Bevor ich die Professur an der HSWT angetreten habe, war ich viele Jahre als Lehrbeauftragte tätig und bekam die Gelegenheit, nebenberuflich eine Ausbildung zur Hochschullehrerin bei der Carl von Linde-Akademie zu absolvieren. Rückblickend war dies eine sehr wertvolle Vorbereitung auf den Beruf als Professorin. Neben einem umfangreichen theoretischen Wissen hatte ich die Möglichkeit unterschiedliche Lehr- und Lernmethoden kennenzulernen und selbst zu erleben.

Die Möglichkeiten, sich als Professorin der HSWT zu entfalten, konnte ich bereits in vielerlei Hinsicht nutzen. Besonders freut mich, dass es mir gelungen ist, wieder intensiv in die anwendungsorientierte Forschung einzusteigen.  Seit Oktober 2021 habe ich die Forschungsprofessur "Sustainable Bioengineering" inne und leite eine eigene Forschungsgruppe. Wir beschäftigen uns mit dem Einsatz von Mikroorganismen in technischen Anwendungen und mit der Entwicklung von umweltfreundlichen, nachhaltigen Verfahren.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Da denke ich zuerst an den 'Kulturschock', der meinen Wechsel aus der Industrie in den Öffentlichen Dienst begleitet hat. In der Industrie sind schnelle und pragmatische Entscheidungen gefragt, das Ziel steht im Vordergrund im Öffentlichen Dienst sind die Entscheidungswege dagegen stark formalisiert, mehrstufig und langwierig. An diese Umstellung musste ich mich erst gewöhnen.

Eine weitere Herausforderung ist das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Während meiner Industrietätigkeit war das nie ein Problem. Home-Office, familienfreundliche Termin- und Arbeitszeitgestaltung waren dort schon lange Realität und kein Diskussionsthema. An der Hochschule ist es deutlich schwieriger den Arbeitsalltag als engagierte Professorin mit einem Familienleben und Kind zu vereinbaren. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass es hilft, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, Probleme klar anzusprechen und nach Lösungen zu suchen.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Wichtig ist vor allem, ein gesundes Vertrauen in den eigenen Lebensweg zu setzen. Es ist nicht immer hilfreich, sich ambitionierte Ziele zu setzen und diese krampfhaft zu verfolgen. Vieles ist nicht planbar und manchmal kommen Chancen ganz unerwartet. Diese zu erkennen und passende Gelegenheiten zu nutzen, das ist wichtig. Ich empfehle daher, sich auch mal treiben zu lassen, Dinge auszuprobieren, die Spaß machen und sich selbst Rückschläge und Fehler zu erlauben.

Und nicht zuletzt: Es geht beim Beruf der HAW-Professorin ja auch darum, Wissen in die Anwendung zu bringen.

Daher lasse ich mich gerne von Goethe inspirieren: "Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun."

Zum Weiterlesen: Informationen zu Sabine Grüner-Lempart auf der Website der Fakultät Bioingenieurwissenschaften

Prof. Sonja Hörster

Campus: Weihenstephan
Fakultät: Landschaftsarchitektur
Lehrgebiet: Kommunikation & Partizipation in der Landschaftsarchitektur

Das Foto zeigt Professorin Sonja Hörster von der Fakultät Landschaftsarchitektur der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Foto: Institut für Partizipatives Gestalten GmbH

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Mich fasziniert die starke Verbindung von Praxisorientierung, Lehre und Forschung. Junge Studierende dabei zu begleiten, Fachexpert:innen mit Herz, Hand und Verstand zu werden, das ist eine tolle Aufgabe.

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Der Campus Weihenstephan ist ein wunderschöner Lehr- und Lernort. Er strahlt alles aus, was die HSWT für mich ausmacht: er ist grün, natürlich und gleichzeitig sehr gepflegt. Er hat eine tolle Atmosphäre und wirkt gemeinschaftsfördernd. Die konsequente Ausrichtung auf die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz entspricht meinem persönlichen Wertekanon. Ich schätze die teamorientierte Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Mitarbeiter:innen und Kolleg:innen innerhalb dieses an einer positiven Zukunft orientierten Rahmens.

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Ich habe nach meinem Studium zunächst über 25 Jahre Erfahrungen im Themenfeld Landschaftsarchitektur und Partizipation gesammelt, bevor ich Professorin geworden bin. Zunächst war ich als Freiberuflerin tätig, als meine drei Kinder noch klein waren. In den vergangenen zwölf Jahren habe ich mit meinem Partner Jascha Rohr das von uns gegründete "Institut für Partizipatives Gestalten GmbH" aufgebaut und geleitet. Neben der konzeptionellen und inhaltlichen Projekt-, Bildungs- und Forschungsarbeit konnte ich hier Führungserfahrung sammeln und lernen, andere Menschen tagtäglich bei ihren Lernprozessen zu begleiten. Erste Lehrerfahrungen habe ich bereits in meinem eigenen Studium gemacht und seitdem regelmäßig in Workshops und Seminaren mein (Erfahrungs-)Wissen weitergegeben.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Ich bin seit September 2020 Professorin. Das bedeutet, ich bin auf Grund von COVID-19 direkt in die virtuelle Lehre eingestiegen. Technisch war und ist das kein Problem, da ich vorab schon häufig virtuell unterwegs war. Ich habe die meisten Studierenden und viele Kolleg:innen noch nicht von Angesicht zu Angesicht und im direkten Kontakt kennenlernen können. Das ist schade, klappt aber trotz allem erstaunlich gut.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Glauben Sie an sich selber, Ihren ganz individuellen Weg und schaffen Sie sich aktiv ein Umfeld, das Sie in Ihrer Entwicklung unterstützt. Ich bemerke immer wieder, dass viele Frauen dazu tendieren, ihre Leistungen und damit Chancen viel schwächer einzustufen, als sie es sind. Das führt dazu, dass sie sich trotz Eignung gar nicht bewerben! Daher empfehle ich Ihnen: Entwickeln Sie eine gesunde Einschätzung Ihrer eigenen Fähigkeiten, steigen Sie in den Bewerbungsprozess ein und bleiben Sie am Ball!

Prof. Dr.-Ing. Dr. agr. Iryna Smetanska

Campus: Triesdorf
Fakultät: Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung
Lehrgebiet: Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft

Das Foto zeigt Professorin Iryna Smetanska von der HSWT.
Foto: privat

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Mich fasziniert die Kombination aus lebenslangem Lernen und der Vermittlung von Wissen an andere Menschen, die sich auch für das Fach interessieren.

Ich freue mich darüber, dass unsere Studierenden aus eigener Überzeugung zu uns kommen, lernfreudig sind und später selbständig und erfolgreich ihren Lebensweg meistern. Ein besonders angenehmes Gefühl ist es, wenn ich mit dem einen oder anderen Betrieb über eine künftige Zusammenarbeit spreche und dabei höre: "Ich kenne Sie bereits. Sie waren meine Professorin." Ich glaube mich an alle zu erinnern, die bei mir in den Hörsälen oder im Labor waren. Die Zusammenarbeit mit unseren Studierenden, also mit den künftigen Spezialistinnen und Spezialisten, erfolgt ja zum beiderseitigen Vorteil. Wir tauschen Meinungen aus und beeinflussen uns gegenseitig in unseren Überzeugungen und in unserer Wissbegier mit Bezug auf die Inhalte unseres Fachs.

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Hinter der grünen Farbe des HSWT-Logos verbirgt sich ein tieferer Sinn, da unsere Hochschule als exzellente Ausbildungsadresse für alle gilt, die sich einen vertieften Einblick in die gesamte Wertschöpfungskette mit Schwerpunkt ressourcenbezogene und sozialorientierte Nachhaltigkeit verschaffen möchten. Unsere beiden Campusse besitzen vielfältige Studiengänge und Studienschwerpunkte, die fachlich durch Forschungseinrichtungen begleitet und durch ein gemeinsames Konzept miteinander verzahnt sind. Die Kommunikationswege sind dadurch sehr verkürzt, die Arbeitsatmosphäre ist fast familiär.

Außerdem legen wir besonderen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen, um unseren Studierenden eine gute Betreuung während der Praxissemester zu ermöglichen und den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. In den letzten Jahren sind wir weltoffener und internationaler geworden. Unsere Lehrenden haben die Möglichkeit, einen Blick auf das Studium an Hochschulen in anderen Ländern zu werfen und mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland gemeinsame Lehr- und Forschungskonzepte zu entwickeln.

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Professorin zu werden, war immer mein Traum, da ich meine Eltern als Beispiel dafür gesehen habe. An der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf arbeite ich seit dem Wintersemester 2009. Davor war ich Juniorprofessorin an der TU Berlin und habe dort sehr viele Erfahrungen in Lehre und Forschung gesammelt. Die Vorlesungskurse und Praktika konnte ich zum größten Teil auf mein Lehrprogramm an der HSWT übertragen, was den Einstieg enorm erleichtert hat. Außerdem haben mich meine Promovierenden sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten in der Forschung unterstützt.

Meine Praxiserfahrungen habe ich in der Abteilung für Lebensmittelqualität am Leibniz-Institut für Gemüse und Zierpflanzenbau gesammelt. Dank der netten Zusammenarbeit und der exzellenten Ausstattung konnte ich mich auf einem hohen Niveau mit Lebensmittelqualität beschäftigen sowie wertvolle Einblicke in professionelle und zwischenmenschliche Kommunikation erlangen. Die Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen hat es mir ermöglicht, theoretisches Wissen in angewandte Lösungen zu überführen. Besonders spannend war es, im Labor erzielte Ergebnisse in einen industriellen Maßstab zu übertragen. Während meiner Juniorprofessur habe ich am Berliner ProFiL-Programm (Professionalisierung für Frauen in Forschung und Lehre) teilgenommen, was mich in meinen Plänen, Professorin zu werden, bestärkt hat.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Ich empfinde Herausforderungen als Motivation für ein neues Ziel, das noch nicht im Voraus feststeht, aber neue Horizonte eröffnet. Es geht hierbei nicht nur um große Ziele, sondern auch um kleine Schritte, wie z.B. ein neues Fach zu entwickeln, ein spannendes Thema für Praktika vorzubereiten, an externen Gremien teilzunehmen wie z.B. dem Wissenschaftlichen Beirat im Forschungszentrum Laimburg, eine Vorlesung an einer Universität im Ausland zu halten oder als Gutachterin von Entwicklungsprojekten zu agieren.

Es freut mich zu sehen, dass ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen eine funktionierende Forschungsgruppe gebildet habe und wir trotz einer Vielzahl an Lehrveranstaltungen zusammen mit Industriepartnern kleinere und größere Projekte zusammen meistern. Genau das macht Multitasking für mich aus, ebenso wie die Herausforderung, Arbeitsleben und Familienleben gleichzeitig zu managen, sich immer wieder zu fragen, wo die Zeit für alles herkommen soll und sich im Nachhinein darüber zu freuen, dass dann doch alles irgendwie klappt.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Die wichtigste Empfehlung, die ich mir selbst immer wieder laut sage und doch nicht immer höre, ist mehr Selbstsicherheit zu erlangen und nach außen zu zeigen. Viele von uns, die sehr kompetent und fleißig sind, sind sich dessen nicht immer bewusst und präsentieren sich daher nicht optimal mit Bezug auf ihre Stärken und Fähigkeiten. Es ist darüber hinaus auch nicht einfach, den beruflichen Alltag und das Familienleben gleichmäßig und harmonisch zu gestalten, aber es ist machbar. Meine ehemalige Chefin Professorin Susanne Huyskens-Keil, die für mich mittlerweile einfach eine sehr liebe und hochgeschätzte Bekannte ist, hat einen Satz gesagt, der mich lebenslang prägen wird: "Der beste Weg, etwas zu erledigen, ist einfach etwas dafür zu tun!"

Prof. Dr. iur. Tanja Barton

Campus: Weihenstephan
Fakultät: Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme
Lehrgebiet: Recht (Klimaschutzrecht, Neues Energierecht, Agrar- und Umweltrecht, Wirtschaftsrecht)

Foto: privat

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Definitiv das Arbeiten mit jungen Menschen! Die Studierenden in einer sehr besonderen Lebensphase fachlich wie menschlich zu begleiten, das fasziniert mich jedes Semester aufs Neue.

Die Studierenden können zum ersten Mal frei entscheiden, was sie wo studieren wollen, von zu Hause ausziehen, ihr Leben selbst organisieren, ihre Zukunft eigenständig gestalten, viele neue Leute und Einflüsse kennenlernen. Das sind sehr besondere Zeiten im Leben, die prägen. Ein Teil dessen zu sein in der "Hochschulfamilie" der HSWT mit all ihren Möglichkeiten finde ich ganz besonders toll! Meine Aufgabe ist es, ihnen im Fachgebiet Recht Input zu geben, von dem sie noch länger etwas haben – als Juristin und Mensch. Das ist definitiv eine faszinierende Aufgabe!

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

"Mehr als studieren, Zukunft gestalten!" – das war und ist unser bester Werbeclaim (und noch viel mehr) aus meiner Sicht. Darum geht es an der HSWT. Darum geht es im Leben. Das ist unsere Mission.

Die konsequente Ausrichtung auf die "grünen Fächer", der weitläufige "grüne Campus", die familiäre Atmosphäre und der Faktor Mensch im Mittelpunkt. Dafür treten wir tagtäglich an und ein.

Die Herausforderungen der Zukunft sind riesig. Manchmal erscheinen sie übermächtig. Aktuell ist das die Corona-Pandemie. Darüber hinaus beschäftigen uns im Kernbereich Klimawandel, Umweltschutz, Welternährung, Artenschutz und Wasserversorgung … um nur einige zu nennen. Da bedarf es einer Hochschule für angewandte Wissenschaften wie der HSWT, die das erkennt.

Mit unserer Ausrichtung packen wir DIE Zukunftsfragen unserer Zeit an: kompetent, wissenschaftlich und praktisch. An der HSWT ist Studieren nicht Selbstzweck, sondern eben "Zukunft gestalten". Die Studierenden sollen am Ende "fit sein", um selbst beruflich wie privat beitragen zu können, dringliche Probleme zu lösen und Herausforderungen zu meistern – denn völlig zu Recht sagt nicht nur Greta Thunberg: "Change is coming – whether we like it or not."

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Ich bin zum WS 2011/12 an die HSWT gewechselt, als Mutter zweier Kleinkinder und nach sieben Jahren als Rechtsanwältin im "Life Sciences"-Bereich in der größten Kanzlei Münchens mit rund 150 Rechtsanwält*innen. Meine Zeit als Anwältin war eine sehr spannende Zeit und ich stehe noch immer in sehr gutem und engen Kontakt zu meiner ehemaligen "law firm", einer deutsch-britisch-amerikanischen Sozietät in München.

Zuvor habe ich am "Institut für Umwelt- und Technikrecht" der Universität Trier als Wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet und über "Biopatente" promoviert. Mein Rechtsreferendariat habe ich am Oberlandesgericht der Freien und Hansestadt Hamburg verbracht mit Stationen u.a. im Bayerischen Wirtschaftsministerium und Europäischen Patentamt in München.

Neben dem Jurastudium in der ältesten Stadt Deutschlands, Trier an der Mosel, habe ich dort auch die Fachspezifische Fremdsprachenausbildung für Juristen abgelegt (FFA) im Anglo-Amerikanischen und Französischen Recht mit zahlreichen muttersprachlichen Dozent*innen vom Europäischen Gerichtshof und anderen Institutionen und Firmen in Luxemburg.

An internationalen Kontakten war und bin ich schon immer interessiert und habe z.B. ein Jahr mit Erasmus in Orléans/Frankreich studiert und zahlreiche Auslandserfahrungen gesammelt, u.a. in Brüssel, USA, Frankreich, Luxemburg und zuletzt 2016 gemeinsam mit meiner Familie während meines Praxissemesters in Singapur.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Kleiner Scherz vorab: eine unendliche Vielzahl von Sitzungen in der Selbstverwaltung der Hochschule (ich bin seit gut 10 Jahren gewähltes Fakultätsratsmitglied, war bereits 5 Jahre Studiendekanin des Bachelor-Studiengangs "Management erneuerbarer Energien" u.v.m.). Ich denke, jede/r, der/die sich in der Selbstverwaltung der Hochschule engagiert, weiß, was ich meine …

Aber nun zu anderen Herausforderungen. Meine sehr breit aufgestellte Professur für Recht ist sicherlich eine dieser Herausforderungen. Als einzige Juristin an der Fakultät AE bin ich in allen drei Bachelor-Studiengängen und in zwei Master-Studiengängen für alle rechtlichen Haupt- und Nebenfächer zuständig. Das geht vom Wirtschaftsrecht über das Recht der erneuerbaren Energien und "Climate Protection Law" im internationalen und europäischen Bereich bis hin zum Agrar- und Umweltrecht und Nebenfächern wie Marken- und Wettbewerbsrecht oder Verbraucherschutzrecht im Lebensmittelsektor.

Ein ehemaliger Kollege aus der Großkanzlei meinte mal beim Blick auf meinen Fächerkanon: "Meine Güte, Du deckst ja die Themen von 5 Fachanwälten gleichzeitig ab!". Auch wenn man Schwerpunkte setzen kann und das Rad nicht ständig neu erfinden muss, ist es eine große Herausforderung bei diesem großen Fächerkanon stets "am Ball zu bleiben" und aktuell zu sein. Dem stelle ich mich gern. In den ersten zwei Jahren war es zugegeben sehr hart, jetzt läuft die Sache "rund" und ich kriege es sehr gut hin, denke ich.

Eine weitere Herausforderung ist sicherlich auch das "Multitasking" und die Vielzahl unterschiedlicher Rollen im Leben zwischen Familie und Beruf. Hier kann ich nur jeder Frau und Mutter raten, sich ein gut funktionierendes Netzwerk zu bilden – und natürlich geht es mit Kindern (insbesondere mehreren Kindern) nicht ohne einen ebenso für Kinder engagierten Partner. Bei uns zu Hause helfen alle mit, damit es "rund läuft" – und das ist eine gute Erfahrung. Ich halte viel von Erziehung durch beide Elternteile und Erziehung von Kindern zur Selbständigkeit.

Die Kreativität und Freiheiten des Berufs der Hochschulprofessorin bringen meiner Meinung nach auch sehr viel, um Herausforderungen des Alltags zu meistern. Das Arbeiten in der Privatwirtschaft, aber auch "normalen" Behörde bedeuten vielfach deutlich mehr Gebundenheit an vorgegebene Abläufe und Routinen und somit mehr "Fremdbestimmung" im Vergleich zur Professur. Die Freiheiten im Arbeitsablauf sind hier einfach sehr hoch, fachlich wie organisatorisch. Ich habe immer viel gearbeitet für den Beruf, der mir Spaß macht, egal ob an der Uni, in der Großkanzlei oder an der HSWT – aber am liebsten natürlich möglichst frei und selbstbestimmt. Das schließt eine gute "Work-Life-Balance" nicht aus, sondern ausdrücklich ein.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Wichtigster Punkt: Als Frau endlich aufhören "tief zu stapeln" und auf die eigenen "blind spots" zu fokussieren. Nobody is perfect! Stattdessen: Konzentration auf die eigenen Talente, Fähigkeiten und Ziele! Ich hatte nie die Überlegung, dass ich irgendetwas beruflich nicht erreichen kann, weil ich auch heiraten, eine Familie haben und Mutter sein will. Und das ist auch gut so. Das habe ich aber insbesondere von älteren Kolleginnen und Freundinnen in meinem Leben schon oft anders gehört. Insofern bin ich vielleicht die Vertreterin einer neuen Generation.

Meine persönliche Empfehlung: tun, was man wirklich will; selbstbewusst rangehen, gut sein im Job (meist automatisch, wenn Voraussetzungen 1 und 2 erfüllt sind …); nicht unterkriegen lassen; nicht zu streng mit sich selbst sein; neugierig bleiben, Konfliktmanagement lernen, mit Rückschlägen konstruktiv umgehen; "soft on people, hard on facts"; unverzagt bleiben, Humor nicht vergessen – und nachhaltig weiterentwickeln!

In diesem Sinne: Herzlich Willkommen an unserer Hochschule, der HSWT! HAW-Professorin zu sein, ist ein toller Beruf und eine tolle Berufung. Ihr könnt viel bewegen!

Prof. Dr. Özlem Özmutlu Karslioglu

Campus: Weihenstephan
Fakultät: Gartenbau und Lebensmitteltechnologie
Lehrgebiet: Lebensmitteltechnologie; Fächer: Lebensmitteltechnologie und Biotechnologie der Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs, Molkereitechnologie, Fisch- und Fleischverarbeitung sowie Fleischalternativen, Plant Proteins, Projektmanagement (Master), Sustainability in Food Processing

Das Foto zeigt Prof. Dr. Özlem Özmutlu Karslioglu von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Mich fasziniert die Freiheit, immer wieder neue Kontakte in der Hochschule knüpfen und wechselnde Themen in Forschung und Lehre bearbeiten zu können. Hinzu kommt, dass ich vor allem jungen Menschen neue oder andere Perspektiven ermöglichen kann.

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Die grüne Hochschule, Forschungsmöglichkeiten, die familiäre Atmosphäre unter Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch Studierenden. Dazu gehören auch die ganz unterschiedlichen Hintergründe der Studierenden, die ich als eine Bereicherung für die Lernatmosphäre und die Zusammenarbeit empfinde. Einige Studierende machen erste Erfahrungen an einer Hochschule, andere haben schon erste Hochschulerfahrungen gesammelt. Die Perspektiven und Motivation der Studierenden, die bereits mit einer Berufsausbildung und Berufserfahrungen kommen, finde ich sehr interessant. Die sind in der Lage, neues Wissen mit ihren bereits gemachten Erfahrungen zu verknüpfen und agieren meist sehr bewusst und zielorientiert.

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Nach meiner Promotion an der TUM war ich mit wachsender Fach- und Führungsverantwortung in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern im Forschungs- und Entwicklungszentrum in einem Großkonzern in der Lebensmittelindustrie tätig. Ich leitete die Produkt- und Prozessentwicklung "Projekte Weltweit", darunter Projekte im Bereich Prozessoptimierung, Prozessdesign und Qualitätsverbesserung für Schokolade sowie Frisch- und Schmelzkäse. Nach 12 Jahren Erfahrung in der Industrie kam mir die Idee, dieses Wissen und meine Erfahrungen an den Nachwuchs in der Lebensmitteltechnologie weiterzugeben und den Studierenden die enge und sinnvolle Verzahnung von Lehre, Forschung und Produktion zu verdeutlichen.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Die akademisch-wissenschaftliche deutsche Sprache war für mich die größte Herausforderung, weil ich früher alle wissenschaftlichen Tätigkeiten im englischsprachigen Raum durchgeführt habe. Als Mutter von zwei Kinder bleibt natürlich Zeitmanagement immer eine Herausforderung, aber so lange Sie motiviert sind, Ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen, ist es möglich. "When there is a will, there is a way!"

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Traut euch! Wenn ihr euren Horizont, eure Freiheit und euer Lebensziel neu definieren möchtet, nicht warten!

Prof. Dr. Claudia Brand

Campus: Weihenstephan
Fakultät: Bioingenieurwissenschaften

Lehrgebiete: Automatisierungstechnik

Das Foto zeigt Professorin Claudia Brand von der Fakultät Bioingenieurwissenschaften der HSWT.

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Für mich ist dieser Beruf tatsächlich eine Berufung: ich liebe es, in Vorlesungen, Übungen und Praktika mein Wissen zu teilen und junge Menschen zu begleiten. Dabei frei entscheiden zu können, auf was mein Fokus liegt, kombiniert mit zahlreichen Möglichkeiten in vielfältigen Bereichen, sich gestaltend einzubringen – das macht Spaß!

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Die HSWT ist wie ein Heimathafen, der noch dazu den meiner Meinung nach schönsten Campus in ganz Bayern hat.

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Nach meiner Promotion in Informatik habe ich zehn Jahre in einem mittelständischen Unternehmen gearbeitet, zunächst als Projektingenieurin, später als Projektleiterin im Bereich Automatisierungssoftware – eine spannende Zeit. Lehrerfahrung konnte ich bereits während meiner Promotion sammeln und merkte, dass dies sehr bereichernd ist. Damals beschäftigte ich mich mit der Anwendung von Methoden künstlicher Intelligenz in der Automatisierungstechnik. Später habe ich Lehraufträge an der HSWT im Bereich Mathematik und Informatik übernommen. Die Ausschreibung meiner Professur an der HSWT war ein Glücksfall für mich.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Den Einsatz digitaler Lehre und aktivierender Lehrmethoden lange vor der Pandemie. Dies ermöglichte es mir, seit März 2020 den Fokus auf die Durchführung meiner Praktika zu legen, die nur in Präsenz Sinn machen: vieles musste neu organisiert und durchdacht werden. Ich wollte keine Notlösung: meine Praktika sind nun anders, aber nicht minder. So habe ich für meine Lehrveranstaltungen einen wohldosierten Mix aus Online- und Präsenzlehre gefunden.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Bewerben Sie sich, sammeln Sie Bewerbungserfahrung, nutzen Sie die vielfältigen Angebote für Frauen, wie zum Beispiel das Seminar "Berufsziel Professorin an einer HAW" der LaKoF Bayern.

Prof. Dr. Sabine Homann-Wenig

Campus: Triesdorf
Fakultät: Umweltingenieurwesen

Lehrgebiete: Wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen, Kosten-Nutzen-Analyse, Volkswirtschaftliche Grundlagen, Unternehmensführung

Das Foto zeigt Prof. Dr. Sabine Homann-Wenig, Vizepräsidentin der HSWT und Professorin an der Fakultät Umweltingenieurwesen.

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Vor allem drei Dinge: der Kontakt mit jungen Menschen, die konsequente Praxisnähe und die Eigenständigkeit, die dieser Beruf bietet. Es ist großartig, Wissen und Erfahrungen weitergeben zu können, aber zugleich auch selbst immer wieder etwas dazuzulernen. Und die fachliche Unabhängigkeit und die Freiheit hinsichtlich der Lehrinhalte und -methoden habe ich in den Jahren an der HSWT sehr zu schätzen gelernt.

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Das gute Miteinander! Die HSWT funktioniert tatsächlich ein bisschen wie eine Familie: natürlich läuft nicht immer alles konfliktfrei aber letztlich ist immer ein starker Zusammenhalt spürbar, ein gemeinsames Engagement und viel gegenseitige Unterstützung. Und natürlich unsere Themen: In unseren "grünen" Studiengängen wie auch in den Forschungsprojekten stehen ja die zentralen Fragen und Herausforderungen unserer Zeit im Vordergrund.

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Ich habe fast 20 Jahre außerhalb der Hochschule Erfahrungen in Fach- und Führungspositionen vor allem im Bankgeschäft gesammelt und bin erst relativ spät als Professorin an die HSWT gekommen. Neben der fachlichen, konzeptionellen Arbeit in dieser Zeit ist vor allem die Führungserfahrung sehr wertvoll für mich sowohl in der Lehre (ich bin Professorin für Betriebswirtschaftslehre), als auch in der Selbstverwaltung.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

In den ersten zwei bis drei Jahren war es eine echte Herausforderung, den Unterricht vorzubereiten: man baut ja das eigene Lehrgebiet komplett auf, während man parallel bereits unterrichtet. Das ist eine Erfahrung, die praktisch jeder und jede in den ersten Jahren in einer Professur macht. Eine große Motivation war für mich der Kontakt zu den Studierenden und deren positives Feedback. Gerade der ständige Dialog, der so typisch für die Lehre an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften ist, war und ist für mich sehr wichtig.

Die zweite große Herausforderung besteht seit Januar 2018 darin, zugleich Vizepräsidentin zu sein: das ist (trotz des reduziertem Lehrdeputats) ein ständiger Spagat. Allerdings würde ich sehr ungern ganz auf die Lehre verzichten ...

Die dritte Herausforderung hat uns im letzten Sommersemester alle in ähnlicher Form getroffen: ein komplettes Semester ohne reguläre Präsenzlehre. Für mich (ebenso wie für viele Kolleginnen und Kollegen) der erste "echte" Einstieg in digitale Lehrmethoden.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Nicht alles glauben, was "man/ frau so hört"! Hier und da grassiert immer noch das Gerücht, dass Frauen in Berufungsverfahren schlechte Chancen hätten. Meine Erfahrung ist eher, dass die Berufungskommissionen für jede geeignete Kandidatin dankbar sind. Deshalb: Kontakt suchen, zum Beispiel zur Frauenbeauftragten der Hochschule oder zu Professorinnen in der eigenen Fachrichtung. Und: sich etwas zutrauen!

Prof. Dr. Lydia Nausch, PhD

Campus: Triesdorf
Fakultät: Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung

Lehrgebiete: Biochemie der Ernährung

Das Foto zeigt Professorin Lydia Nausch von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Die Zusammenarbeit mit den Studierenden begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Für mich ist es etwas ganz Besonderes, einen Beitrag im Leben der Studierenden zu leisten und sie ein Stück weit auf ihrem Lebensweg zu begleiten und zu fördern.

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Die grüne und nachhaltige Ausrichtung der Hochschule, sowie die praxisorientierte Zusammenarbeit mit Unternehmen.

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Nach dem Biochemiestudium in Regensburg habe ich am Institut für Pharmakologie an der University of Vermont in den USA promoviert. Anschließend habe ich in Kooperation mit der American Heart Association und internationalen Pharmakonzernen geforscht. Zurück in Deutschland folgten Lehr- und Forschungstätigkeiten an verschiedenen Einrichtungen sowie am Klinikum Nürnberg.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Trotz Corona-bedingter Einschränkungen konnte ich unseren Studierenden eine praxisorientierte und angewandte Ausbildung im Labor ermöglichen.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Die nächste Gelegenheit ergreifen und einfach bewerben. Auf geht's!

Prof. Dr. Jennifer Gerend

Campus: Triesdorf
Fakultät: Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung

Lehrgebiete: Regionalmanagement und Sozialwissenschaftliche Methoden

Dieses Foto zeigt Prof. Dr. Jennifer Gerend von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
Foto: Sammy

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Wir haben etwas von allem: Kontakte zu Akteuren aus der Praxis und Politik, die Zusammenarbeit mit Studierenden, viele Möglichkeiten, Projekte mit Kolleginnen und Kollegen zu realisieren. Es gibt die Chance, sich durch verschiedene Ämter, Kommissionen und die Internationalisierung der Hochschule weiterzuentwickeln.

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Sehr vieles: den guten Ruf der HSWT, die angenehme Atmosphäre unter Kolleginnen und Kollegen sowie unter Studierenden, die kompetente Unterstützung bei der Erstellung von Förderanträgen, bei digitaler Lehre bis hin zur Semesterplanung. Und wer liebt nicht die Störche am Campus Triesdorf?!

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Ich war mehrere Jahre in der Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung in Kommunalverwaltungen in Deutschland und in den USA tätig. Auf meinem Weg war außerdem wichtig: Smith College (ein College für Frauen), ein erster Lehrauftrag in Brooklyn, das Bundeskanzlerstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung, das Vorbild einer Freundin mit ihrer Promotion und meine Familie. Während der Promotion habe ich mein erstes Kind bekommen. Ich lernte effizienter zu arbeiten und viele Prioritäten gleichzeitig zu berücksichtigen, "the juggling act"... als Professorin heute ein echter Vorteil.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Die Online-Lehre! Neben den technischen Aspekten sind wir im letzten Semester daran erinnert worden, wie wichtig Flexibilität, Kreativität und eine positive Einstellung sind. Ich habe letztes Semester eine Gastreferentin aus NYC per Zoom eingeladen – das war kein Problem. Meine Studierenden waren begeistert.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Nehmen Sie Mentoring-Programme und Fortbildungen an Ihrer Hochschule oder Arbeit wahr! Das ist gut genutzte Zeit. Besonders für Professorinnen und Professoren aus dem Ausland wie mich kann es eine Herausforderung sein, Bewerbungsverfahren und Hochschulpolitik in Deutschland zu verstehen. Eine gute Vorbereitung hilft Ihnen, auf offene Berufungskommissionen zu treffen.

Prof. Dr. Mirjam Jaquemoth

Campus: Triesdorf
Fakultät: Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung

Lehrgebiete: Haushaltsökonomie, Verbraucherpolitik, Rechnungswesen

Das Foto zeigt Prof. Dr. Mirjam Jaquemoth von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
Foto: privat

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Die Kombination aus Lehre und Forschung. Und die guten Rahmenbedingungen für beides in Bayern, auch wenn es hier noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Die HSWT als grüne Hochschule. Lehren, lernen und forschen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Urproduktion bis in den Handel, einschließlich der Verbraucherbelange. Die beiden Campusse, die traumhaft schön sind und eine unglaubliche Atmosphäre haben. Mit netten Kolleginnen und Kollegen, wo jeder jedem hilft.

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Tatsächlich war Professorin schon früh mein Berufsziel. Wie bei den meisten fing es bei mir an mit einer Vielzahl unterschiedlicher, häufig befristeter Tätigkeiten, an ganz verschiedenen Orten in Kombination mit einer externen Promotion. Über Lehraufträge und eine Vertretungsprofessur kam ich meinem Ziel immer näher. Viel zu verdanken habe ich in diesen Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, einer Organisation, in der sich Praxiserfahrung und wissenschaftliche Erkenntnis tagtäglich in einer breiten Öffentlichkeit bewähren müssen. Auch meinen akademischen Lehrerinnen und Lehrer, die mir immer unterstützend zur Seite standen, und mir mit diesem Engagement noch heute ein Vorbild sind.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Herausforderung klingt oftmals so negativ. Ich sehe das eher sportlich. Eine Kletterstrecke in den Bergen fordert Kraft, Konzentration und Ausdauer. Bisweilen wird einem dann erst in einer Krisensituation – dem Gipfel einer Herausforderung – bewusst, welche Zusammenhänge gelten, was sinnvoll ist und was nicht. Insofern habe ich Herausforderungen immer gesucht und auch die für mich passenden gefunden.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Mein Tipp lautet: Eine Frau, die neugierig ist, gerne selbstständig arbeitet, es schätzt, mit jungen Menschen zusammen die Welt kennen zu lernen, Karriere machen möchte, ohne auf ihre eigene Meinung und Sichtweise verzichten zu müssen, und insgesamt unabhängig bleiben möchte, passt ideal zum Berufsbild der Professorin. Traut Euch! Vernetzt Euch! Und lasst Euch nicht entmutigen, wenn Ziele nicht auf Anhieb erreicht werden oder Ihr aufgrund von geschlechtlicher oder anderer Machtunterschiede von etwas ausgeschlossen werdet. Einfach selbst mitmischen, einbringen und gestalten, dann gewinnen auch wir Frauen mehr Einfluss in der Wissenschaft.

Prof. Dr. Monika Gerschau

Campus: Weihenstephan
Fakultät: Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme

Lehrgebiete: Marketing, Marktforschung

Das Foto zeigt Prof. Dr. Monika Gerschau von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
Foto: privat

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Unerschöpfliche Möglichkeiten zur Umsetzung eigener Ideen, zur kreativen Zusammenarbeit mit jungen Menschen, zu aktiven Kontakten mit Unternehmen, zu Forschung für die Praxis, zu internationalen Aktivitäten, kurz zu allem, was man selbst für gut und richtig hält.

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Die traditionsreiche grüne Hochschule ist ein "Kraftort" mit Drang zu immer neuen Themen und Kontakten.

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Nach der Promotion war ich mit tollen neuen Erfahrungen in einer Marketingagentur tätig - ohne jeden Gedanken an eine Veränderung. Ein späterer Kollege, den ich nur wenig kannte, rief mich aus heiterem Himmel an und überzeugte mich davon, wenigstens eine Bewerbung abzugeben ….

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Bei meiner Berufung als Marketing-Professorin dachte ich zunächst noch nicht darüber nach, wie spannend diverse unvermeidliche Ämter an der Hochschule sein können, wie z.B. Prüfungskommission, Dekanin oder Vizepräsidentin: Man wächst mit den Aufgaben.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Legen Sie frühzeitig los, nicht nur Zusatzqualifikationen, sondern auch tatsächlich Bewerbungserfahrung zu sammeln. Bewerben Sie sich auch an Hochschulen, die zunächst nicht Ihr Traum sind: Geben Sie dem Neuen eine Chance!

Prof. Dr. med. vet. habil. Prisca V. Kremer-Rücker

Campus: Triesdorf
Fakultät: Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung

Lehrgebiet: Tierzucht und Tierhaltung

Das Foto zeigt Prof. Dr. med. vet. habil. Prisca Kremer-Rücker von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
Foto by Märzinger Photography

Was fasziniert Sie am Beruf der HAW-Professorin?

Am meisten sicherlich die Zusammenarbeit mit jungen Menschen. Es gibt nur wenig Routine, jeder Tag ist anders, jede Gruppe von Studierenden individuell und die Vielzahl der Module für die ich verantwortlich bin auch. Langeweile gibt es einfach nicht! Und das mag ich sehr! Aber auch die Möglichkeit sich zeitlebens in der Forschung betätigen zu dürfen, ist für mich eine große Bereicherung. So kann man Dinge weiterdenken, verwerfen oder auch wieder aufgreifen, wenn man will.

Was schätzen Sie an der HSWT besonders?

Das einmalige Arbeitsumfeld hier in Triesdorf. Ich darf in einem super Team von Menschen arbeiten und wir leben hier in der Arbeit unseren Leitspruch: Mit Leidenschaft für Land und Lebensmittel.

Was war Ihr persönlicher Weg zur HAW-Professur? Wo haben Sie Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule gesammelt?

Nach meinem Studium der Tiermedizin wollte ich natürlich – wie in der Medizin üblich – promovieren – ohne eigentlich zu wissen, was das in Wirklichkeit bedeutet. Aber schon kurz nach Beginn meiner Promotion hat mich die bis heute ungetrübte Faszination am wissenschaftlichen Denken und Arbeiten gefesselt. Dies schien auch mein Doktorvater erkannt zu haben und hat mich am Tag meines Rigorosums davon "in Kenntnis gesetzt", dass ich jetzt bei ihm habilitieren werde. Das hat mich natürlich sehr geehrt und motiviert. Neben meiner wissenschaftlichen Arbeit an der Habilitation habe ich als Tierärztin einen staatlichen Versuchsbetrieb mit 1000 Schweinen und 450 Rindern tiermedizinisch und wissenschaftlich betreut und so meine notwendige Praxiserfahrung gesammelt.

Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Professorin erfolgreich gemeistert?

Die größte, aber immerhin erfolgreiche war sicherlich, meinen Mann zu überzeugen, von Houston in den Landkreis Ansbach zu ziehen.   

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an Frauen, die sich für dieses Berufsbild interessieren?

Machen! Immer oben auf die ToDo Liste schreiben und vor allem nie die Frage stellen, Kinder oder Karriere – es ist nicht immer leicht, aber es geht beides; geben Sie den Männern eine Chance, gleichberechtigte Väter zu sein!

Hochschulfrauenbeauftragte

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Am Staudengarten 1
Gebäude D1.436
85354 Freising

Stellv. Hochschulfrauenbeauftragte

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Steingruberstraße 2
Raum A.116.2
91746 Weidenbach

Strategisches Management Gender Balance

Daniela Hrzán

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Am Hofgarten 1
Raum A1.433
85354 Freising

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