Nachwuchspreis Deutsche Wasserwirtschaft für HSWT-Absolvent

Ein Mann lächelt in die Kamera, im Hintergrund ist Garten zu erkennen.
© Privat

Wie können sich Gemeinden vor Sturzfluten schützen? Das untersuchte HSWT-Alumnus Jakob Ritthammer in seiner Bachelorarbeit, die jetzt den Nachwuchspreis der Deutschen Wasserwirtschaft gewonnen hat.

Hochwasser, Starkregen und Sturzfluten sind gewaltige Naturereignisse. Durch den Klimawandel treten in den bayerischen Kommunen mittlerweile vermehrt lokale Starkregenereignisse auf. Wie sie sich auf diese Gefahr vorbereiten können, damit beschäftigte sich Jakob Ritthammer in seiner Bachelorarbeit. Er studierte Wassertechnologie am Campus Triesdorf. Die Jury der Fachzeitschrift wwt hat die Arbeit überzeugt: Ritthammer ist der diesjährige Gewinner des Nachwuchspreises der Deutschen Wasserwirtschaft in der Kategorie Bachelor. Der Preis zeichnet junge Nachwuchskräfte für Arbeiten und Innovationen in der Wasserwirtschaft aus.

Sturzflutvorsorge im Freisinger Stadtteil Tuching

Woher das Wasser kommt und wohin es fließt, interessiert Ritthammer bereits seit der Schulzeit: „Es ist doch ein enorm wichtiges Feld, die Lebensgrundlage jeder Kommune.“ Prof. Dr. Oliver Christ hatte für die Bachelorarbeit ein Thema aus der unmittelbaren Praxis ausgesucht, das perfekt zu den Interessen des Alumnus passte. Die Aufgabe: ein kommunales technisches Konzept zur Sturzflutvorsorge am Beispiel des Freisinger Stadtteils Tuching erarbeiten. Freising war vor rund 10 Jahren von einer Hochwasserkatastrophe betroffen.

Der Ingenieur musste herausfinden, wohin das Wasser bei Starkregen fließt und wie Kommunen die resultierenden Sturzfluten positiv beeinflussen und lenken können. Hierfür verfolgte er die Fließwege mithilfe verschiedener Daten. Die Freisinger Stadtentwässerung half ihm dabei und stellte Informationen aus Bebauungsunterlagen, zum Kanalnetz und zur Topografie zur Verfügung. Ritthammer untersuchte, wie genau die Software-Programme funktionieren, die mittels dieser Daten Berechnungsmodelle zum Fließweg erstellen. Im Vordergrund stand die Frage, ob die Programme für den Einsatz im Ingenieurbüro geeignet sind.

Technische Maßnahmen verbessern

Eines der Programme war eher für „eine erste Voreinschätzung und die Ideenfindung geeignet als zur detaillierten Maßnahmenplanung“, so Ritthammers Fazit. „Darüber hinaus wurde deutlich, dass technische Maßnahmen von kommunaler Seite allein nicht ausreichend sind, um Siedlungsgebiete im Extremwetterfall vor Schäden durch Überflutungen zu schützen.“ Mittlerweile arbeitet er in einem Münchner Ingenieurbüro für Bau- und Umwelttechnik. Sein Job ist es unter anderem, Kläranlagen so zu optimieren, dass ihr ökologischer Fußabdruck möglichst gering ausfällt.

Die Preisverleihung des Nachwuchspreises der Deutschen Wasserwirtschaft erfolgt zur Landesverbandstagung der DWA Nord-Ost am 26. Juni in Berlin.