• Laufzeit: 01.02.2024 – 31.01.2027
  • Schwerpunkt: Biodiversität

Revitalisierte Auwälder - Dynamik und Resilienz im Zeichen der Multifunktionalität (A-DUR)

Mit der großzügigen Ausweisung der „Auwälder an der Mittleren Isar“ als Naturwald nach Bayerischem Waldgesetz Art. 12a Abs. 2 wird die holzwirtschaftliche Nutzung weitgehend zugunsten anderer Ökosystemleistungen (Klima- und Hochwasserschutz, Biodiversität, Naherholung, Wildtiermanagement etc.) eingestellt. Das Forschungsvorhaben untersucht die Auswirkungen der Nutzungsänderung auf Natur und Gesellschaft und erarbeitet evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für das Management dieses ballungsraumnahen Waldgebietes.

Flusslauf mit Kiesbett auf der rechten Seite links und rechts von Auenwald in der Vegetationszeit umgeben, bei leicht bewölktem, sonnigen Himmel
Isarauen bei Freising © Birgit Reger
Flusslauf zwischen Uferlandschaften mit lichtem Auengehölz und alten Weiden und Pappeln in der vegetationslosen Zeit
Isarauen zwischen Freising und Achering © Jörg Ewald

Hintergrund

Durch Landnutzungswandel gehören Flüsse und Auwaldsysteme zu den am stärksten veränderten Ökosystemen Mitteleuropas. Wasserbauliche Eingriffe haben zum Verlust vieler Ökosystemleistungen geführt. Die lebensraumtypische Baumartenvielfalt der Auwälder ist zunehmend durch Klimawandel, Pathogene (Ulmensplintkäfer, Wurzelhalsfäule, Eschentriebsterbe) und invasive Neophyten gefährdet.

Auwälder spielen eine besondere Rolle für den Klimaschutz und die Erreichung der Klimaziele. Leistungen wie Kohlenstoffbindung, Nährstoffkreisläufe, Grundwasserbildung, Erosionsschutz, Frischluftbildung, Habitatfunktion, Bestäubung, Lärmschutz und Naherholung sollen auch künftig in ihrer Vielfalt gewährleistet sein.

Schwarzpappel (Populus nigra) in den Isarauen © Jörg Ewald
Junger aufrechtwachsender Zweig mit frischgrünen Pappelblättern vor dem borkigen Stamm einer alten Pappel
Zweig einer Schwarzpappel (Populus nigra) © Jörg Ewald

Zielsetzungen des Verbundprojekts

Als Grundlage für eine Revitalisierung der Auwälder wird die standörtliche Abhängigkeit von Biodiversität und Ökosystemfunktionen untersucht, künftige Entwicklungsszenarien werden bewertet und Empfehlungen für Wiederherstellung und Management werden entwickelt.

Zur Steigerung des Bewusstseins für Auwälder und Ökosystemleistungen bei Bevölkerung und Entscheidungsträger:innen werden relevante Stakeholder in Verwaltungen, Gemeinden und Verbänden durch Citizen Science und Workshops eingebunden. Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) entwickeln digitale Instrumente für die Besucherlenkung. Die Ergebnisse sollen auf ähnliche Auwaldsysteme in Deutschland übertragbar sein.

A-DUR ist ein Verbundprojekt der Technischen Universität München (TUM), der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), der Forstverwaltung Bayern, des BUND Naturschutz Bayern, von Scientes Mondium und Green Solution unter Leitung von Prof. Dr. Peter Annighöfer (TUM). Die HSWT ist verantwortlich für das Teilprojekt „Prozessschutz versus Artenschutz“ mit Projektleitung durch Prof. Dr. Jörg Ewald und stellvertretendem Projektleiter Prof. Dr. Volker Zahner. Weiterhin ist die HSWT mit Prof. Dr. Andreas Rothe an dem Teilprojekt „Walddynamik und Kohlenstoffbindung“ beteiligt, in dem unter Leitung von Prof. Dr. Peter Annighöfer die Waldstruktur, Walddynamik und Kohlenstoffspeicherung der Auwälder nach Nutzungsaufgabe untersucht wird.

Themen der HSWT im Teilprojekt „Prozessschutz versus Artenschutz“

  • Einrichtung des Stichprobennetzes unter Berücksichtigung von Standorts- und Nutzungsgradienten
  • Erfassung der multitrophischen Diversität (epiphytische Moose, Gefäßpflanzen, Fluginsekten, Tagfalter, Vögel)
  • Ergänzung der wissenschaftlichen Daten durch Citizen Science
  • Identifikation von gebietstypischen Zielarten und Schlüssellebensräumen für das Naturschutzmanagement
  • Analyse von Zielkonflikten zwischen Prozessschutz, Artenschutz und Erholungsnutzung
  • Erstellung eines Waldnaturschutzkonzepts

Publikationen

  • Text Medienbeitrag

    Forschung an den Auwäldern (2024) Landshuter Zeitung vom 13.02.2024, S. 10 .

    Landkreis. (red) Das Wissen um die Auwälder lebendig und greifbar machen: Das Bundesforschungsministerium hat ein Forschungsprojekt zu den Auwäldern zwischen München und Landshut genehmigt mit genau diesem Ziel.

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