Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
31.07.2020 | Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie

"Ich kann jetzt schon die Weichen für mein späteres Berufsleben stellen"

Teresa Pancritius
Dual-Studentin Lena Kussinger (19) absolviert ihre Praxiszeiten bei der Privatmolkerei Bauer (alle Fotos: Privatmolkerei Bauer GmbH & Co. KG).
Vorbereitung auf die Arbeit im Produktionsbereich: Lena Kussinger, in Kittel und mit Haube, reinigt ihre Hände in der Hygieneschleuse.
Auch die Arbeit am PC gehört für Lena Kussinger bei der Privatmolkerei Bauer mit dazu.

Eine enge Verzahnung von akademischer Theorie und beruflicher Praxis – davon profitieren Studierende und Unternehmen. Lena Kussinger studiert an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) im vierten Semester Lebensmitteltechnologie im dualen Modell. Dieses Studium mit vertiefter Praxis bietet die Hochschule seit dem Sommersemester 2019 an, dabei können Bachelorstudierende in festgelegten praktischen Phasen in einem der kooperierenden Unternehmen bereits umfangreiche Berufserfahrung sammeln. Im Interview erzählt die 19-Jährige von ihrem Dual-Studium an der HSWT und bei der Privatmolkerei Bauer.

Warum haben Sie sich für den Studiengang Lebensmitteltechnologie entschieden?

Im Gymnasium mochte ich die naturwissenschaftlichen Fächer, deshalb kam für mich nur ein Studium in dieser Richtung infrage, und als Lebensmitteltechnologin stehen einem in der Berufswelt verschiedene Bereiche offen. Ich hatte bereits als Schülerpraktikantin eine Woche bei der Privatmolkerei Bauer verbracht und nach dem Abitur einen Monat lang bei der Milchwerk Jäger GmbH gearbeitet, der ältesten Privatmolkerei Deutschlands. Beide Praktika haben mir sehr gut gefallen. Mein Onkel leitet die Qualitätssicherung in der Hofpfisterei München und hat mir viel Interessantes darüber erzählt, das hat mich zusätzlich motiviert.

Welche Vorteile sehen Sie in einem Studium mit vertiefter Praxis?

Ich kann das Gelernte gleich in die Praxis umsetzen und umgekehrt nützt mir das praktische Wissen, das ich mir während meiner Zeit bei Bauer aneigne, im Studium. Natürlich ist es zeitintensiver und die erste Praxisphase, in der ich teilweise Schicht gearbeitet habe, war anstrengend, aber daran gewöhnt man sich. Mein Gehalt bekomme ich durchgehend gezahlt und so muss ich während des Semesters nicht jobben. Ich arbeite bei Bauer für das Studium und kann jetzt schon die Weichen für mein späteres Berufsleben stellen, das gibt mir eine gewisse Sicherheit.

Die Privatmolkerei Bauer ist einer der HSWT-Kooperationspartner aus der Lebensmittelbranche – warum haben Sie sich dort beworben?

Wie gesagt hat mir bereits mein Schülerpraktikum dort sehr gut gefallen. Außerdem ist die Privatmolkerei Bauer in Wasserburg nur etwa 15 Kilometer von meinem Heimatort Rechtmehring im Landkreis Mühldorf am Inn entfernt, ich kenne einige Menschen, die dort arbeiten und konnte auch deshalb vorab schon einen guten Eindruck gewinnen.

Sie haben bereits zwei Praxiszeiten im Unternehmen verbracht und starten jetzt im August ins Praxissemester: Welche Einblicke haben Sie dabei gewonnen und wie sollen diese weiter vertieft werden?

In der ersten Phase ging es darum, einen Gesamtüberblick zu erhalten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenzulernen. Ich habe nach dem zweiten Semester acht Wochen lang die Produktion mit den Abteilungen Käserei und Frischprodukte sowie Lager, Logistik und Verpackung kennengelernt. Während der zweiten Phase habe ich in der Qualitätssicherung, im Qualitätsmanagement und in der Technik gearbeitet, durfte Projektingenieure begleiten und selbst schon kleine Projekte bearbeiten. Am interessantesten fand ich die Arbeit in der Technik, deshalb werde ich dort auch mein Praxissemester verbringen und mich dann zum Beispiel mit der Optimierung der Reinigungsanlagen befassen. Betreut werde ich vor Ort von Simon Bruckmaier, der an der TU München Lebensmitteltechnologie studiert hat und deshalb auch fachlich ein guter Ansprechpartner ist.

Inwiefern konnten Sie bis jetzt theoretisches Wissen in der Praxis nutzen und umgekehrt die gesammelten Erfahrungen bei Bauer im Studium anwenden?

Die Abläufe in der Qualitätssicherung bei Bauer beispielsweise waren mir teilweise schon aus den Laborpraktika in Chemie und Mikrobiologie vertraut. Umgekehrt habe ich zum Beispiel in der ersten Praxisphase unter anderem gelernt, wie Käse hergestellt wird und auf dieses Wissen konnte dann ich im Modul "Lebensmittel- und Biochemie" zurückgreifen.

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