03.05.2019 | Forschung | Zentrum für Forschung und Wissenstransfer

HSWT bringt Kompetenzzentrum Streuobstanbau in Niederbayern mit auf den Weg

Gerhard Radlmayr
Arbeitstreffen in Lalling: (v. l.) Sepp Streicher (Bürgermeister Lalling) , Prof. Dr. Markus Reinke u. Peter Blum (HSWT), Robert Schwankl (2. Bürgermeister Grattendorf), Manfred Hunger (Geschäftsführer VG Lalling), Maria u. Peter Gruber ( IG bio-zertifiziertes Streuobst Lallinger Winkel GbR) - Foto: Roland Binder/Passauer Neue Presse
Arbeitstreffen in Lalling: (v. l.) Sepp Streicher (Bürgermeister Lalling) , Prof. Dr. Markus Reinke u. Peter Blum (HSWT), Robert Schwankl (2. Bürgermeister Grattendorf), Manfred Hunger (Geschäftsführer VG Lalling), Maria u. Peter Gruber ( IG bio-zertifiziertes Streuobst Lallinger Winkel GbR) - Foto: Roland Binder/Passauer Neue Presse
Obstwiese der Firma "IG bio-zertifiziertes Streuobst Lallinger Winkel GbR" in Lalling
Obstwiese der Firma "IG bio-zertifiziertes Streuobst Lallinger Winkel GbR" in Lalling
Obstwiese der Firma "IG bio-zertifiziertes Streuobst Lallinger Winkel GbR" in Lalling, im Hintergrund die Kirche von Lalling
Obstwiese der Firma "IG bio-zertifiziertes Streuobst Lallinger Winkel GbR" in Lalling, im Hintergrund die Kirche von Lalling

Weihenstephan | Lalling - Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) macht sich gemeinsam mit Kooperationspartnern aus dem Lallinger Winkel im Bayerischen Wald auf den Weg, um in Lalling ein Kompetenzzentrum für den Streuobstanbau entstehen zu lassen.

Der Lallinger Winkel wird auch als "Obstschüssel des Bayerischen Waldes" bezeichnet. Er zählt laut dem Bayerische Landesamt für Umwelt zu den bedeutsamen historischen Kulturlandschaften Bayerns mit jahrhundertealter Tradition im Obstbau. Diese reicht bis auf die Gründung und den Ausbau des Klosters Niederaltaich zurück. Von Maßnahmen zur Kulturlandschaftspflege über Erzeuger- und Vermarktungsinitiativen bis hin zu Freizeit- und Bildungsangeboten: bis heute entfalten sich dort vielfältige Aktivitäten rund um das Thema Streuobst.

Auf Initiative der Gemeinde Lalling und der IG bio-zertifiziertes Streuobst Lallinger Winkel GbR fanden bereits im April und Dezember 2018 Vorgespräche an der HSWT statt, an denen auch Vertreter des Bayerischen Wissenschaftsministeriums sowie die Leader-Managerin und der Regionalmanager des Landkreises Deggendorf teilnahmen. Bei einem Arbeitstreffen Anfang Mai in Lalling wurden nun die weiteren Schritte vereinbart. HSWT-Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer Prof. Dr. Markus Reinke und Peter Blum, ein Wissenschaftler des Instituts für Ökologie und Landschaft, waren für die HSWT dort vertreten.

Entwicklung einer gemeinsamen Strategie

Zusammen mit der IG bio-zertifiziertes Streuobst Lallinger Winkel GbR, der ARGE-Lallinger Streuobst und den Gemeinden im Lallinger Winkel soll in der ersten Phase eine Kooperationisvereinbarung über gemeinsame Forschungsaktivitäten geschlossen werden. Gestützt auf drei Säulen sollen Kompetenzen in gesellschaftlich relevanten Bereichen rund um das Thema Streuobst aufgebaut werden:

  1. Produktionssäule (Anbau, Verarbeitung, Vermarktung)
  2. Ökosystemsäule (Bedeutung Natur- und Artenschutz)
  3. Kulturlandschaftssäule (einschließlich Tourismus und Fremdenverkehr)

Auf dieser Basis werden dann konkrete gemeinsame Projekte initiiert. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf berät und unterstützt die regionalen Akteure bei der Vorbereitung, Antragstellung und Durchführung dieser Forschungsprojekte.

Mittelfristig ist für Phase 2 die Errichtung eines Kompetenzzentrums für den Streuobstanbau angedacht. "In einer zweiten Phase sehe ich die große Chance, hier dauerhaft etwas zu schaffen", stellte Reinke als mittelfristiges Ziel ein tatsächliches Kompetenzzentrum in Aussicht, das mit Personal bestückt im Lallinger Winkel angesiedelt werden könnte. Dort sollten dann relevante Aufgaben rund um das Thema verstetigt werden. Das betrifft beispielsweise den Wissensaustausch über Anbau, Verarbeitung und Vermarktung oder die Umweltbildung. Eine Rolle spielen auch die Kulturlandschaftspflege sowie die touristische Bedeutung.

Ehe man jedoch einen aussichtsreichen Förderantrag für ein Kompetenzzentrum stellen könne, müssen die Lallinger ihre zweifelsfrei vorhandene Kompetenz in Sachen Streuobst auch unter Beweis stellen, gab Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer Prof. Dr. Markus Reinke als taktische Marschrichtung aus. Drei oder vier Forschungsprojekte innerhalb der kommenden beiden Jahre wären hierfür ein aussagekräftiger Beleg.

Kontakt

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Zentrum für Forschung und Wissenstransfer (ZFW)
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Am Staudengarten 9
85354 Freising

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