Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
22.09.2021 | Institut für Ökologie und Landschaft

Dritter Freisinger Streuobstwiesentag am Schafhof goes international

Dr. Linda Schrapp und Gerhard Radlmayr
Stand der HSWT-Projekte am Schafhof (Foto: Manuela Brückler)
Die deutschen und österreichischen Projektpartner und Betreuer:innen der LUIGI Stände von HSWT, TUM und SIR). (Foto: Manuela Brückler)
v.l.: Peter Blum (HSWT), Dr. Linda Schrapp (HSWT), Manuela Brückler (SIR) am LUIGI-Stand (Foto: Ursula Blum)
Der Stand mit den HSWT-Projekten vor dem Hintergrund des historischen Schafhof-Gebäudes (Foto: Ursula Blum)
Produkte von den Partnern des LUIGI-Projekts (Foto: Manuela Brückler)
Der HSWT-Stand war eingebettet in die besondere Atmosphäre des Schafhofs (Foto: Manuela Brückler)
Bürgermeisterin Eva Bönig bei der Eröffnung des 3. Freisinger Streuobstwiesentags im Schafhofgebäude (Bild: Ursula Blum)
Informationsposter zum Streuobstprojekt 'Lallinger Winkel' (Foto: Manuela Brückler)
Schafhof-Gebäude im Hintergrund (Foto: Manuela Brückler)
Führung in den Streuobstwiesen (Bild: Ursula Blum)
Grasende Pferde in den Streuobstwiesen (Bild: Ursula Blum)
Blick vom Schafhof auf Freising und Weihenstephan (Foto: Manuela Brückler)

Das Thema Streuobstwiese ist auch in Freising und Umgebung angekommen. Das zeigte der Andrang von rund 600-700 Besucherinnen und Besuchern zum 3. Streuobstwiesentag des Landschaftspflegeverbandes Freising (LPV) auf den Freisinger Schafhof vergangenen Sonntag. Neben einem großen Bauernmarkt mit Obstbränden, Honig von Schafhof-Bienenvölkern, Naturkost-Angeboten sowie Äpfel und Birnen in Fülle gab es zahlreiche Informationsmöglichkeiten und Vorträge zu den Themen Artenvielfalt, Wiesengestaltung oder Bepflanzungen. Kinder konnten durch die Streuobstwiesen reiten oder sich schminken lassen. In einem Veredelungskurs konnte man diese hohe Kunst der Vermehrung praktisch erlernen. Die Ausstellung mit traditionellen Obstsorten und Fördermöglichkeiten wurde mit Unterstützung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL, assoziierter Projektpartner im LUIGI Projekt) im Rahmen der „Aktion Streuobst“ organisiert.

Im Landkreis Freising gibt es laut LPV-Geschäftsführer Matthias Maino inzwischen ca. 400 Streuobstwiesen – am Schafhof selbst stehen 176 Bäume auf einer Fläche von 5,4 Hektar (die ursprünglich in den Neunziger Jahren übrigens von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bepflanzt und gepflegt wurden, bevor die Betreuung an den Landschaftspflegeverband überging).

HSWT präsentiert internationales Streuobstwiesenprojekt LUIGI

Die grüne Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), die über das INTERREG Alpine Space Projekt LUIGI (Linking Urban and Inner-Alpine Green Infrastructure) den Streuobstwiesentag finanziell unterstützte, war mit gleich zwei wegweisenden Forschungsprojekten zum Thema vertreten. Der Landschaftspflegeverband Freising freute sich besonders, dass Freising in das europaweite Streuobst-Projekt LUIGI aufgenommen wurde, das die HSWT als Arbeitspaketleiterin mit Akteuren aus sechs Alpenländern durchführt. Die Projektwissenschaftlerin Dr. Linda Schrapp vom Institut für Ökologie und Landschaft der HSWT erläutert die Zielsetzungen von LUIGI: „Das Projekt will die Bedeutung der Grünen Infrastruktur, darunter insbesondere Streuobstwiesen im internationalen Kontext in der Gesellschaft bewusster machen. Die Herausforderungen wie z. B. der Klimawandel, der Pflegeaufwand für Streuobstwiesen sowie das fehlende Engagement der jungen Generation sind in Italien, Schweiz, Österreich, Slowenien, Frankreich und Deutschland ähnlich. Die Verbundprojektpartner wollen deshalb transferierbare Lösungsstrategien erarbeiten, so dass die Menschen in Netzwerken gemeinsam voneinander und füreinander lernen können. Des Weiteren ist Dr. Schrapp überzeugt, dass dieser Streuobsttag einen großen Beitrag dazu geleistet hat, Menschen das Thema von Streuobstwiesen näherzubringen und diesen fragilen Ökosystemen zukünftig mehr Wertschätzung zu schenken. Schließlich basiere auch unser eigenes Wohlergehen (Versorgung mit Lebensmitteln, Erholung, Biodiversität) sowie unsere Gesundheit auf dem Kulturgut der Streuobstwiesen. "Die nachhaltige Pflege der Obstbäume und das Beweidungsmanagement mit Schafen ist für unsere Partner aus den Alpenländern ein gutes Beispiel für eine multifunktionale Nutzung von Streuobstwiesen“, so die Landschaftsökologin weiter.

Unter Federführung des LPV Freising wurden die vielfältigen lokalen Produkte der Freisinger Landwirte (Honig, sortenreine Apfelsäfte und Schnäpse, Liköre, Schafwolle) an mehreren Ständen ausgestellt. Die Schäferin Franziska Müller-Waldeck erzählte beispielsweise über die diversen Anwendungsmöglichkeiten und fördernden Wirkungen der Schafwolle an Streuobstwiesen und im Alltag.

Der 'LUIGI'-Stand wurde auch noch von dem Lanschaftsökologen Peter Blum als weiterem HSWT-Wissenschaftler im Projekt betreut. Dort wurden lokale Produkte aus 3 (der insgesamt 10) LUIGI-Pilotregionen angeboten:

  • Slowenien – Goriska: Honig, Honiglikör, getrocknete Früchte in Milchschokolade
  • Deutschland – Rosenheim/Rohrdorf: ORO Fruchtsäfte (Apfel, Apfel-Holunder, Apfel-Holunder-Johannisbeere, Birne, Süsskirsche)
  • Österreich – Salzburg: Wildblume (gepresster Biohonig); Eders Edelfüllung (Chutneys und Ringlotten-Marmelade). Deren Produkte wurden durch zwei Mitarbeiterinnen des Salzburger Instituts für Raumordnung und Wohnen (SIR) persönlich präsentiert, Manuela Brückler und Verena Rohringer.

Die Produkte konnten durch das Memory Spiel mit den LUIGI Pilotregionen erworben werden. Als Geschenk gab es noch das LUIGI Rezeptbuch mit ausgewählten Streuobst-Köstlichkeiten der sechs Alpenländer dazu.

Weiteres Forschungsprojekt der HSWT zu Streuobst

Die HSWT war an diesem Tag mit einem weiteren Streuobstprojekt vertreten. Die Kooperationspartner im Projekt "Initiierung und Einrichtung eines Streuobstwiesen-Kompetenzzentrums im Lallinger Winkel" reisten dafür extra aus dem niederbayerischen 'Lallinger Winkel' an und bereicherten den Bauernmarkt mit Apfelsäften, Apfelmost und verschiedenen regionalen Apfelsorten aus der sogenannten 'Obstschüssel des Bayerischen Waldes'. Organisiert hatten dies Maria und Peter Gruber sowie Christina Fuchs (Streuobstwiesenkompetenzzetrum Lallinger Winkel) mit der Projektwissenschaftlerin Rebekka Honecker vom Institut für Ökologie und Landschaft der HSWT. Beide Projekte laufen unter der Leitung von Dr. Markus Reinke, Professor für Landschaftsplanung, Landschaftsökologie und Umweltsicherung sowie Vizepräsident Forschung und Wissenstransfer an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Kontakt

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Zentrum für Forschung und Wissenstransfer (ZFW)
Forschungskommunikation
Am Staudengarten 9 | 85354 Freising

Gerhard Radlmayr | Franziska Kohlrausch
T +49 8161 71-3350, -5107
kommunikation.zfw [at]hswt.de