Studienaufbau

Das Studium im Masterstudiengang Umweltingenieurwesen hat das Ziel, durch praxisorientierte Lehre eine auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden beruhende, wissenschaftliche Ausbildung zu vermitteln. Die Absolventinnen und Absolventen sollen zu einer eigenverantwortlichen hochqualifizierten Berufstätigkeit in umweltrelevanten Tätigkeitsfeldern befähigt werden.

 Modulübersicht

1. Semester

2. Semester

3. Semester

Projektstudie I (5 EC)

Projektstudie II (5 EC)

Master Thesis (24 EC)

Nachhaltig Wirtschaften

(5 EC)

Simulation und Messtechnik* (15 EC)

Energieeffizienz* (15 EC)

Umweltforensik* (15 EC)

Umweltmonitoring* (15 EC)

Wahlpflichtmodul(e)

(10 EC)

Wahlpflichtmodul

(5 EC)

Master Colleg (6 EC)

*Zu wählen sind 2 aus 4 der oben genannten Module entsprechend der Schwerpunktfestlegung. Die Module erstrecken sich über zwei Semester.  

 

Schwerpunkt Simulation und Messtechnik: In diesem Modul erwerben die Studierenden Kenntnisse zur Prozesssimulation und zu mechatronischen und thermischen Systemen. In der Prozesssimulation wird fortgeschrittenes Wissen im Bereich der erneuerbaren Energien (unter anderem Wärme,- Kälte- und Stromerzeugung) und der Umwelttechnologien vermittelt. Das Modul mechatronische Systeme vertieft die wissenschaftlichen Fähigkeiten zur messtechnischen Erfassung und theoretischen Modellierung des Verhaltens dynamischer Systeme. Es werden vertiefte methodische Kenntnisse zur Steuerung, Regelung und Überwachung von Anlagen und Prozessen der erneuerbaren Energien und der Umwelttechnik mit dem Fokus auf mechanische und elektrische Komponenten erworben. Das Modul thermische Systeme vertieft das wissenschaftliche Verständnis im Bereich der Wärmeversorgung. Es werden hierzu Kenntnisse zur Mess- und Simulationstechnik vor allem im Hinblick auf die Gebäude und Anlagentechnik vermittelt.

Schwerpunkt Energieeffizienz: In diesem Modul erwerben die Studierenden Kenntnisse zu Kraft-Wärme-Kopplung, Energieoptimierung von Gebäuden und Anlagen sowie Energie aus Reststoffen. In der Vorlesung Kraft-Wärme-Kopplung werden den Studierenden die weiterführenden Mechanismen der Kraft-Wärme-Kopplung in Hinblick auf eine erhöhte Energieeffizienz zur Erreichung der Klimaziele vermittelt. Im Modul Energieoptimierung von Gebäuden und Anlagen werden fortgeschrittene Methoden zur Bestimmung und Bewertung des Wärmeenergie- und Primärenergiebedarfs von Gebäuden und Anlagen verbunden mit anwendungsbezogenen Kenntnissen zur rationellen Energienutzung gelehrt. In dem Modul Energie aus Reststoffen wird den Studierenden die vertiefte Kenntnis vermittelt, nutzbares Energiepotential in Abfällen, Abwässern und Klärschlämmen zu erkennen. Sie erhalten Planungskompetenz für Anlagen zur Erzeugung von Energie aus Abwasser und Klärschlamm.

Schwerpunkt Umweltforensik: In diesem Modul werden Kenntnisse zu Bioanalytik, Instrumentelle Umweltanalytik, sowie Schadstoffen in Boden und Grundwasser vermittelt. Die Bioanalytik lehrt weiterführende Methoden der Protein- und Nukleinsäureanalytik. Einsatzbereiche der erlernten Methoden können erfasst, deren Grenzen formuliert und die Ergebnisse von Untersuchungen dokumentiert und deren sachliche Richtigkeit beurteilt werden. In der Instrumentellen Analytik vertiefen die Studierenden die Prüfmethoden zur Bestimmung von Schadstoffen in Umweltproben, sowie die Fähigkeit zur Interpretation und Bewertung von Prüfergebnissen. Eine Vertrautheit mit Boden und mit Grundwasser als multifunktionale Ressourcen, die einem vielfältigen Nutzungsdruck ausgesetzt sind, erwerben die Studierenden in der Vorlesung Schadstoffe in Boden und Grundwasser. Die Methoden zur Abschätzung und zur funktionalen Beurteilung der Bodeneigenschaften basierend auf deren Kennwerte und deren folgerichtige Interpretation zur Beurteilung von Boden- und Grundwasserbelastungen sind den Studierenden geläufig.

Schwerpunkt Umweltmonitoring: In diesem Modul werden Kenntnisse zur angewandten Gewässerökologie, GIS-basierten Raumanalyse und den quantitativen ökologischen Untersuchungsmethoden vermittelt. Die angewandte Gewässerökologie befasst sich mit Fragen der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und ihrer Anwendung in der wasserwirtschaftlichen Praxis und den multiplen Belastungssituationen, denen aquatische Ökosysteme ausgesetzt sind. In der Vorlesung GIS-basierte Raumanalyse geht es um die räumlich explizite Analyse des Landschaftshaushaltes. Im Mittelpunkt stehen die Erfassung von Bodentypen und anderen Bodenparametern, sowie die räumliche Extrapolation der erfassten Daten. Die Biodiversitätsmuster in der Landschaft, geeignete Indizes und ihre raumbezogene Darstellung sind ein weiteres Thema dieser Vorlesung. Die quantitativen ökologischen Untersuchungsmethoden befassen sich mit der quantitativen Analyse der Qualität von limnischen und terrestrischen Lebensräumen. Es werden sowohl Verfahren zur Einschätzung der Umweltqualität vorgestellt als auch Methoden, um die Folgen beabsichtigter Veränderungen zu prognostizieren.

Nachhaltig Wirtschaften: Die Teilnehmer lernen das Nachhaltigkeitskonzept mit seinen drei Dimensionen Ökologie, Wirtschaftlichkeit und ethisch-soziale Verantwortung kennen. Sie sind in der Lage, Handlungsbedarf in Unternehmen und Institutionen zu erkennen und entsprechende Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Insbesondere lernen die Studierenden verschiedene Konzepte zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit von ökologisch und ethisch motivierten Maßnahmen kennen und sind in der Lage, wirtschaftlich vertretbare Alternativen zu identifizieren.

Projektstudien: Die Studierenden sind in der Lage innerhalb einer gesetzten Frist ein gesetztes Thema aus dem Bereich Umweltingenieurwesen auf wissenschaftlicher Grundlage unter Anleitung selbständig zu bearbeiten und in schriftlicher Form unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Regeln darzulegen. Die Studierenden lernen, eine gestellte Aufgabe teamorientiert, strukturiert und zielorientiert zu bearbeiten. Hierbei wird Wert auf das eigenständige Erkennen von Problemstellungen und das Entwickeln von Lösungsansätzen gelegt. Mit zwei Projektstudien, entweder aufeinander aufbauend, oder zwei eigenständige Projekte, werden wissenschaftliche Inhalte anwendungsbezogen aufbereitet, wobei den Bedürfnissen der Praxis besondere Bedeutung zukommt.

Master Colleg: Das Master Colleg dient dem wissenschaftlichen Diskurs und soll die Studierenden in die Lage versetzen, Methoden und Ergebnisse wissenschaftlich zu präsentieren und kritischen Diskussionen zu begegnen, sowie Kritikpunkte konstruktiv in die Umsetzung der Arbeit einfließen zu lassen.

Masterarbeit: Die Studierenden sind in der Lage innerhalb einer gesetzten Frist eine für den Bereich Umweltingenieurwesen typische Fragestellung auf wissenschaftlicher Grundlage selbständig zu bearbeiten und in schriftlicher Form unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Regeln darzulegen. Die Studierenden strukturieren das Thema eigenständig, stellen Arbeits- und Zeitpläne auf, wählen geeignete wissenschaftliche Methoden für die Bearbeitung aus und setzen diese adäquat um.

Berufsfelder

Im Bereich des Umweltschutzes einschließlich der erneuerbaren Energien waren laut einer Studie des Umweltbundesamtes im Jahr 2010 deutschlandweit insgesamt fast 2 Mio. Menschen beschäftigt; das bedeutet, dass heute etwa jeder 20. Erwerbstätige in Deutschland in diesem Bereich tätig ist.

Eine zentrale Position nimmt dabei die Entwicklung und Herstellung von Umweltschutzgütern ein: So wurden Jahr 2013 in Deutschland Umweltschutzgüter im Wert von 82 Mrd. Euro produziert. Der deutsche Anteil am Welthandel mit diesen Gütern lag damit bei ca. 15 %. (Quelle: UBA: Die Umweltwirtschaft in Deutschland 2015 - Entwicklung, Struktur und internationale Wettbewerbsfähigkeit). Insgesamt (einschließlich Zulieferer) waren hier im Jahr 2010 rund 425.000 Menschen beschäftigt.

Darüber hinaus führen steigende gesetzliche Anforderungen an den Umwelt- und Klimaschutz ebenso wie steigende Ansprüche der Verbraucher an die Umweltverträglichkeit von Erzeugnissen und Produktionsprozessen dazu, dass Unternehmen sich zunehmend mit dieser Thematik auseinandersetzen, geeignete Strukturen und Managementsysteme schaffen und vielfältige Maßnahmen umsetzen, um die Umweltleistung des Unternehmens nachhaltig zu verbessern.

Praktisch in allen Branchen des Produzierenden Gewerbes, aber auch im Einzelhandel, im Logistik- und Transportgewerbe sowie in der Bauwirtschaft steigt die Bedeutung der Themenfelder Umwelt, Energie und Ressourceneffizienz stetig. Dies ist sowohl auf einen (nicht zuletzt unter Kostengesichtspunkten) immer stärkeren Fokus auf einen effizienten Einsatz natürlicher Ressourcen als auch auf immer strengere gesetzliche Anforderungen zum Klima- und Umweltschutz zurückzuführen. Damit einher geht ein erheblicher Bedarf an entsprechend qualifizierten Fach- und Führungskräften - insbesondere auch an einschlägig qualifizierten Ingenieuren.

Die Tätigkeitsfelder im Umweltbereich (der in der Praxis zunehmend die Rolle eines unternehmensübergreifenden Querschnittsbereichs einnimmt) sind breit gefächert; insbesondere sind folgenden Themenbereiche zu nennen, innerhalb derer sich wiederum zahlreiche Fragestellungen ergeben:

  • Abfallwirtschaft
  • Bodenschutz und Altlastensanierung
  • Umwelt- und Bioanalytik
  • Wasserversorgung und Abwasserbehandlung
  • Gewässerschutz
  • Umwelt- und Naturschutzplanung, Biodiversität
  • Emissionsschutz (Lärm, Luftschadstoffe etc.)
  • Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen
  • Energieeffizienz im Bereich von Prozessen, Gebäuden und Logistik
  • Effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen
  • Entwicklung und Herstellung von Umweltschutzgütern
  • Betriebliches Umweltmanagement
  • Beratungs- und Planungsleistungen für Unternehmen.

Es zeigt sich, dass in der Praxis im Unternehmen in der Regel mehrere Themenfelder durch eine Person abzubilden sind.

Das Konzept des Masterstudienganges Umweltingenieurwesen ist interdisziplinär aufgebaut, so dass die optimalen Grundvoraussetzungen für eine Beschäftigung in Querschnittsbereichen gegeben ist.

Fakultät

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Fakultät Umweltingenieurwesen
Markgrafenstraße 16
91746 Weidenbach

T +49 9826 654-0
F +49 9826 654-4010
ut [at]hswt.de

Prüfungsordnung