Berufsfelder

Gesucht: Führungskräfte für Regionalmanagement

In der EU gewinnen die Regionen als Aktionsebene zwischen Kommunen und Ländern immer stärker an Bedeutung. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Die wachsende Zahl von Arbeitskreisen, Aktionsgruppen und Initiativen zeigt, dass die Bevölkerung sich intensiver um ihre eigenen Arbeits- und Lebensverhältnisse auf regionaler Ebene kümmern will.
  • Die eigenständige Entwicklung von Regionen ist als politisches Ziel auf allen Ebenen etabliert. Dazu wurden Fördermöglichkeiten ausgeweitet, insbesondere im Bereich der Entwicklung ländlicher Räume.
  • Die Ergebnisse der bisherigen Regionalförderung belegen, dass in der Kombination mit einem professionellen Management eine bessere Ausschöpfung endogener Entwicklungspotenziale gelingt. Dies kommt u.a. in positiven Beschäftigungs- und Einkommenswerten zum Ausdruck.

Regionalentwicklung braucht professionelles Management

Das stärkere "sich-selbst-kümmern" führt allerdings nur dann auch zum Erfolg, wenn eine wirksame Unterstützung im Managementbereich erfolgt. Denn die etablierten Strukturen sind mit den komplexen Aufgaben einer sektorübergreifenden Entwicklung auf regionaler Ebene oft überfordert. Vor allem folgende Fragen sind zu klären:

  • Wo liegen die spezifischen Stärken einer Region, die besser in Wert gesetzt werden könnten?
  • Welches Hemmnis behindert bisher die regionale Entwicklung am stärksten und wie lässt es sich beseitigen?
  • Auf welche Weise können wichtige Akteure in den Entwicklungsprozess besser eingebunden werden? Wie lässt sich überhaupt die Dynamik regionale Prozesse längerfristig erhalten?
  • Mit welchen Verfahren können die voraussichtlichen Wirkungen vorgeschlagener Projekte bewertet werden?
  • Aus welchen Quellen lassen sich Finanzmittel zur Unterstützung von Projekten gewinnen?

Management-Kompetenz

Die Nachfrage nach Fachleuten für solche Aufgaben übersteigt seit Jahren das Angebot am Arbeitsmarkt. Daher vermitteln wir auf der Grundlage eines abgeschlossenen Bachelor- oder Diplomstudiums die notwendigen Kompetenzen praxisnah im Rahmen eines dreisemestrigen Weiterbildungsprogramms.

Der Masterstudiengang Regionalmanagement an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist ein dreisemestriger Studiengang, der auf einem vorhergehenden Hochschulstudium (Diplom, Bachelor) aufbaut. Er richtet sich an engagierte und an regionalen Aufgaben interessierte Personen, die in der Vorbereitung und Steuerung regionaler Entwicklungsprozesse leitend tätig werden wollen.

Die Weiterbildung erfolgt querschnittsorientiert und praxisbezogen. Dafür sorgen auch die Einbindung externer Fachleute als Lehrbeauftragte, die Durchführung von Fall- und Projektstudien sowie Exkursionen. Dies schafft eine unmittelbare Rückkoppelung zwischen Praxisanforderungen und Ausbildungsinhalten.

Ein vielfältiges Tätigkeitsspektrum bietet sich den Absolventen:

  • Führungsaufgaben und Mitarbeit in regionalen Initiativen oder staatlich-öffentlichen Stellen
  • Projektmanagement in der Regionalentwicklung
  • Aufbau und Steuerung gemeindeübergreifender Kooperationen und Entwicklungsorganisationen
  • Erstellung regionaler Entwicklungskonzepte, Umsetzungsbegleitung
  • Gestaltung von regionalen Marketing- und Wirtschaftförderungsaufgaben
  • Prozessgestaltung und Zusammenarbeit mit unterschiedlichen privaten und öffentlichen Akteuren

Studienaufbau

Das Masterstudium erstreckt sich über drei theoretische Semester und setzt Praxiserfahrungen voraus (siehe Zulassungsvoraussetzungen).

Zwei Semester dienen in erster Linie der Vermittlung sektorübergreifender Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Übernahme regionaler Entwicklungsaufgaben.

Das dritte Semester ist der Erstellung der Masterarbeit und Fachkursen mit besonders engem Arbeitsmarktbezug vorbehalten.

Ebenso werden europäische und internationale Zusammenhänge vermittelt, z.B. durch Kooperation mit anderen Masterstudiengängen und Lehrangebote in englischer Sprache. Ein besonders hoher Anwendungsbezug ergibt sich durch die Einbindung von Experten aus der Praxis der Regionalentwicklung als Lehrbeauftragte.

Jedes Semester umfasst Studienleistungen im Umfang von 30 European Credit Points (EC), von denen etwa zwei Drittel auf Pflichtmodule entfallen. Die übrigen können aus  einem erweiterten Modulangebot (Wahlpflichtmodule) zur individuellen Profilierung gewählt werden. Projektstudien und die Förderung sozialer Kompetenzen besitzen einen hohen Stellenwert.

Zwischen den Semestern oder spätestens im dritten Semester führt ein mindestens vierwöchiges Betriebspraktikum an die realen Aufgabenstellungen des Berufsalltags heran.

Die Beteiligung anderer Fakultäten bietet erweiterte Spezialisierungsmöglichkeiten, zugleich aber auch eine stärkere Querschnittsorientierung in der Ausbildung. Ausgewählte Lehrveranstaltungen werden zusammen mit dem Internationalen Masterstudiengang  Agrarmanagement angeboten, wobei ein Pflichtmodul für den einen ein Wahlpflichtmodul für den anderen Studiengang sein kann.

Die Lehrveranstaltungen finden von Mittwoch bis Freitag - teilweise auch Samstag- statt. Dadurch ist es auch Teilzeit-Berufstätigen grundsätzlich möglich, am Masterstudiengang teilzunehmen.

1. Semester

Pflichtmodul

Management regionaler Prozesse mit Moderationsseminar

Räumliche Planung und Entwicklung

Businessmanagement

Öffentlichkeitsarbeit und Mediendesign

Wahlpflichtmodul

Unternehmensführung und Controlling

Kommunikation und Beratungsmethodik

Regionalforschung und GIS

Land- und Ressourcenmanagement

Verbraucherschutz- und Beratung

2. Semester

Pflichtmodul

Regionale Wirtschafts- und Entwicklungsförderung

Regionale Entwicklungskonzepte

Strategien und Instrumente der Europäischen Regionalpolitik

Marketing und Management regionaler Wertschöpfungsketten

Wahlpflichtmodul

Tourismus-, City- und Kulturmanagement

Regionale Steuerung und Finanzierung

Regional Rural Development

Management ländlicher Dienstleistungsangebote

3. Semester

Pflichtmodul

Betriebspraktikum

Masterarbeit

Wahlpflichtmodul

Monitoring, Evaluation und Projektbeurteilung mit Projektplanungsseminar

Nachhaltige Energiewirtschaft

Führungskompetenz und Personalmanagement

Newsletter "Management Regional"

Im Masterstudiengang Regionalmanagement bildeten regionale Entwicklungsstrategien einen Themenschwerpunkt. Einige Eindrücke der Diskussionen werden im Newsletter "Management Regional" dargestellt. Mit diesem werden jährlich Interessenten an Fragen der ländlichen Regionalentwicklung u.a. mit Projektberichten informiert.

management regional - Ausgabe 01|2018

management regional - Ausgabe 01|2017

management regional - Ausgabe 01|2016

management regional - Ausgabe 01|2015

management regional - Ausgabe 01|2014

management regional - Ausgabe 02|2013

management regional - Ausgabe 01|2013

management regional - Ausgabe 02|2012

management regional - Ausgabe 01|2012

Be- und Abbestellungen des Newsletters unter stefanie.probst@hswt.de.

Weiterbildungsangebote im Bereich Regionalmanagement

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bietet spezifische Weiterbildungsmöglichkeiten, die einerseits ausgewählte fachliche Kenntnisse vermitteln, aber andererseits auch weiterführende Querschnittsqualifikationen beinhalten. Neben ökonomischen Inhalten bieten wir Ihnen deshalb insbesondere prozessbezogene Weiterbildungsmöglichkeiten, die für vielfältige Aufgabenfelder qualifizieren.

Zulassung

Zugelassen werden Hochschulabsolventen unabhängig von der Fachrichtung und Abschlussnote des Studiums sowie Praktiker ohne Hochschulausbildung, wenn sie im Bereich des Regionalmanagements/ der Regionalentwicklung tätig sind.

Die Zulassung zu Einzelmodulen setzt außerdem freie Kapazitäten voraus; davon ist in der Regel auszugehen, wenn die Gesamtgröße der Gruppe nicht mehr als 20 Personen umfasst.

Anmeldung

Prof. Dr. Manfred Geißendörfer, manfred.geissendoerfer [at]hswt.de, 09826/654-245

Fakultät

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Fakultät Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung
Markgrafenstraße 16
91746 Weidenbach

T +49 9826 654-131
F +49 9826 654-4131
lt [at]hswt.de

Prüfungsordnung