Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
17.11.2022

Zu Gast auf dem Waldsofa: Hannes Jaenicke

Amanda Shala
Dr. Martina Hudler und Hannes Jaenicke im Gespräch auf dem „Waldsofa“ (Foto: HSWT)
Der Umweltaktivist (r.) setzt sich in der ZDF-Dokureihe „Im Einsatz für...“ für bedrohte und misshandelte Tiere weltweit ein (Foto: HSWT)
Das Hörsaal-Publikum hatte viele Fragen an den Dokumentarfilmer (Foto: HSWT)

Die Veranstaltungsreihe „Waldsofa“ holt bekannte Persönlichkeiten im Einsatz für den Naturschutz an die HSWT. Diesmal nahm der Schauspieler und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke Platz. Im Fokus der Diskussion: Der Wolf.

Die erste „Waldsofa“-Ausgabe der Fakultät Waldökologie und Forstwirtschaft fand coronabedingt noch ohne Publikum statt. Gedreht wurde im Lehrwald, mit einem roten Barocksofa als bequeme Sitzgelegenheit. Anfang November war es aber so weit: Hannes Jaenicke nahm Platz für ein Interview, diesmal vor zahlreichen Interessierten in der Zoologischen Sammlung und später für eine Diskussionsrunde im gut besuchten Hörsaal. Der Umweltaktivist und Träger des Hans-Carl-von-Carlowitz Nachhaltigkeitspreises setzt sich unter anderem mit der ZDF-Dokureihe „Im Einsatz für...“ für bedrohte und misshandelte Tiere weltweit ein.

Im Einsatz für den Wolf: Beide Seiten zusammenbringen

Besonders im Fokus der Diskussionen an diesem Abend: Der Film „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Wolf“. Seit rund 20 Jahren ist der Wolf wieder heimisch in Deutschland – ein Erfolg für den Artenschutz. Landwirtinnen und Landwirte dagegen sprechen häufig über traumatische Erlebnisse nach Wolfsangriffen auf ihre Tierherden. Hannes Jaenicke sagt klar: „Es gibt Probleme mit dem Wolf. Aber gibt es auch Lösungen?“ Jaenicke sucht im Film national und international nach Antworten, etwa in den italienischen Abruzzen im Majella-Nationalpark oder in den Karpatenregionen Rumäniens.

Der Aktivist will mit seiner Dokumentation bewirken, dass Wolfsfreunde und -gegner miteinander im Gespräch bleiben. Ein Thema, das auch das Publikum an der HSWT beschäftigt: „Wie bringt man beide Seiten zusammen?“, fragt ein Studierender. Jaenickes Antwort: Kompromissbereitschaft. Die Anwesenheit von Wölfen bedeute einen „Mehraufwand für Weidetierhalter“, aber ein konfliktfreies Zusammenleben sei durchaus möglich. Man müsse lernen, „Nutztierherden zu schützen“ und Maßnahmen zu erarbeiten, so Jaenicke. Ein Appel aus dem Publikum an dieser Stelle: „Man muss die Leute in ihrer Angst abholen“, Wissenslücken auch im Bildungssystem sollten geschlossen werden.

Engagement vor Ort

Welche Tipps gibt Jaenicke dem Publikum – vor allem den Studierenden der HSWT – für ihr eigenes Engagement mit auf den Weg? „Ich finde es ganz wichtig, dass wir optimistisch bleiben, weiterkämpfen und die Politik viel stärker hinterfragen als wir es gerade tun“, betont der Schauspieler. Das „Engagement vor Ort“ und in der eigenen Region sei beispielsweise genauso wichtig wie das für den Amazonas.

 

Verantwortlich für die Gestaltung der Veranstaltungsreihe sind Prof. Dr. Zahner und Dr. Martina Hudler von der Fakultät Waldökologie und Forstwirtschaft.

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