Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
18.07.2016 | Fakultät Wald und Forstwirtschaft | Fakultät Landschaftsarchitektur

Studierende der HSWT erhalten Bayerischen Biodiversitätspreis 2016

Tanja Tenschert
Umweltministerin Ulrike Scharf und die Studierenden der HSWT bei der Verleihung des Bayerischen Biodiversitätspreises
Die Bayerische Umweltministerin und Vorsitzende des Bayerischen Naturschutzfonds Ulrike Scharf hat den Bayerischen Biodiversitätspreis 2016 verliehen - erstmals auch an eine Hochschule. Das Foto zeigt die Ministerin mit Christian Gaebler, Lena Weickert, Georg Zips, Leonie Schmid und Julia Kleinwächter, stellvertretend für alle am Projekt beteiligten Studierenden.
Bei der Preisverleihung im Schlossgarten Aufhausen (Erding)
Bei der Preisverleihung im Schlossgarten Aufhausen (Erding)
Bei der Preisverleihung, hier mit Prof. Dr. Volker Zahner
Die Studierenden der HSWT haben verschiedene Biotopstrukturen in den kommunalen Wäldern des Spessarts erfasst und vermittelt, hier mit Prof. Dr. Volker Zahner
Gruppenbild
In der praxisbegleitenden Lehrveranstaltung "Anwendung von Natura 2000 und Vertragsschutz im Wald" haben die Studierenden der Studiengänge Forstingenieurwesen und Landschaftsarchitektur Waldabschnitte in den kommunalen Wäldern des Spessarts untersucht, die Ergebnisse kartiert und katalogisiert.

Weihenstephan - Unter dem Motto "Lebensraum Baum" hat der Bayerische Naturschutzfonds zum vierten Mal den Bayerischen Biodiversitätspreis ausgelobt. Umweltministerin Ulrike Scharf hat am 15. Juli 2016 im Schloss Aufhausen (Erding) herausragende Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die Möglichkeiten zum Erhalt des für die Artenvielfalt wertvollen "Lebensraums Baum" aufzeigen. Darunter auch die praxisbegleitende Lehrveranstaltung "Anwendung von Natura 2000 und Vertragsschutz im Wald" der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Hier haben Studierende des Forstingenieurwesens und der Landschaftsarchitektur in Gemeindewäldern des Spessarts die Lebensgemeinschaften der Eichen- und Buchenwälder erfasst.

Die Studierenden haben gemeinsam mit den Professoren Dr. Volker Zahner, Dr. Bernd Stöcklein, Dr. Christoph Moning, Dr. Jörg Ewald und Robert Vogl Waldabschnitte in den kommunalen Wäldern des Spessarts untersucht, die Ergebnisse kartiert und katalogisiert. Mit professionallen Methoden nach Natura 20001 haben sie die Waldstruktur, Lebensraumtypen und Fauna analysiert, um der Gemeinde Empfehlungen für den Umgang mit ihrem Wald geben zu können und eine Grundlage für Förderprogramme zu schaffen. Bei Begehungen mit der Bevölkerung vor Ort haben sie zudem die Vielfalt und deren Zusammenhänge aufgezeigt: So sollte beispielsweise Totholz im Wald belassen werden, da es Wasser in der Landschaft zurück hält und als Dünger für den Waldboden dient. Dieser Boden bietet wiederum den Lebensraum für zahlreiche Tierarten, unter anderem für Schnecken. Deren Gehäuse enthält Kalk, das Vögel benötigen, um Eierschalen produzieren zu können.

Im Projekt wurde nicht nur den Studierenden Wissen über ein wichtiges Instrument zum Schutz der Natur vermittelt, sondern auch eine positive Wirkung auf der Fläche erzielt - ganz im Sinn des Europäischen Netzwerks Natura 2000. Elf verschiedene Kommunen wurden in den vergangenen Jahren entlang des Ostspessarts erfasst. Durch das Engagement der Unteren Naturschutzbehörde ist es in den Gemeinden nicht nur bei den theoretischen Berechnungen geblieben, sie haben auch Förderungen für ihre Wälder erhalten. Dadurch ist der Untermain ein Förderschwerpunkt für den Vertragsnaturschutz im Wald geworden.

Der Bayerische Naturschutzfonds trägt mit dem Biodiversitätspreis dazu bei, die 2008 von der Staatsregierung beschlossene Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Bayern umzusetzen. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Das interdisziplinäre Projekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist das erste Projekt einer Hochschule, das mit diesem Preis ausgezeichnet wurde.

 

1Natura 2000 ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union, das seit 1992 nach den Maßgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie errichtet wird. Ziel ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume.

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