Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
16.12.2022

Startups @ HSWT | Teil 25: HELDINNEN.

FSIWS | Gerhard Radlmayr
Gründerin Alessandra (Foto: HELDINNEN.)
Drink zur Unterstützung der Periode mit Heilkräutern (Foto: HELDINNEN.)
Crowdfunding-Kampagne von HELDINNEN. (Foto: HELDINNEN.)

In dieser Interviewserie präsentiert die HSWT Startups, die Teil des Food Startup Inkubators Weihenstephan (FSIWS) sind. Die Serie stellt die Unternehmen und ihre Produktideen vor, ihre Arbeitsweise und wie sie Herausforderungen meistern. Die Gründer:innen erhalten dabei Unterstützung vom FSIWS.

In Teil 25 berichtet Alessandra über ihr Startup HELDINNEN.

Eure Produktidee in ein paar Sätzen erklärt:

Jahrtausendealtes Wissen um Heilpflanzen neu gedacht: Wir haben einen Drink aus Heilpflanzen für die Periode entwickelt, um den gängigen Beschwerden während der Menstruation entgegenzuwirken.

Was macht Euer Produkt einzigartig?

Einen Drink für die Periode gibt es in diesem Sinne noch nicht auf dem Markt. Was uns von Mitbewerber:innen unterscheidet, die Tabletten, Tees oder Granulat anbieten, ist die schnelle und natürliche Abhilfe dank der darin enthaltenen Heilpflanzen. Mit der Marke HELDINNEN. möchten wir zudem das Tabu Periode durch mehr Sichtbarkeit brechen und die Menstruation in die Mitte der Gesellschaft holen, da wo sie hingehört.

Wie kamt Ihr auf diese Idee?

Mit dem Einsatz und der Wirkung von Heilpflanzen beschäftige ich mich tatsächlich schon mein ganzes Leben und bin mit dem Wissen um Heilkräuter aufgewachsen. Die Idee zu dem Drink und der Marke HELDINNEN entstand dann etwa vor einem Jahr, gemeinsam mit meinem Lebenspartner. Privat hatte ich mich schon länger mit einer Lösung zur Linderung von Menstruationsbeschwerden beschäftigt und mich dabei intensiv mit meinem Lebenspartner über das Tabuthema Periode sowie den Umgang mit der eigenen Menstruation unterhalten. Die Idee zum Produkt und zur Marke kam dann fast wie von selbst.

Welche Aspekte sind Euch bei Produkt, Verpackung und Vertrieb in Hinblick auf eine mögliche Markteinführung besonders wichtig?

Angefangen von der Zusammensetzung des Produkts bis hin zur Produktion und Verpackung möchten wir nachhaltig handeln und setzen deshalb auf biologische und regionale Zutaten sowie Anbieter.

Welche Schwierigkeiten musstet Ihr im Prozess der Produktentwicklung überwinden?

Da es sich um ein neues Produkt handelt, konnten wir uns nicht an Mitbewerber:innen orientieren. So hat uns einerseits das Gerüst gefehlt, an welchem wir uns entlanghangeln konnten, andererseits hatten wir dadurch viel Freiraum für unsere eigenen Ideen und unserer Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.

Wie habt Ihr euch motiviert, wenn es mal nicht so rund lief?

Das große Ziel ist es, mit dem Produkt und der Marke Menstruierende zu empowern, ihr Wohlbefinden zu steigern und die Sichtbarkeit der Periode zu fördern. Dieses Ziel zu erreichen war und ist eine riesige Motivation. Auch viele kleine Erfolgserlebnisse sowie der Austausch und das Feedback mit und von anderen Gründer:innen ist ausschlaggebend dafür, immer weiter zu machen.

Die Zusammenarbeit im Team war beziehungsweise ist sicherlich nicht immer einfach, oder? Wie habt Ihr diese gestaltet, sodass es gut funktioniert?

Tatsächlich habe ich, Alessandra, alleine gegründet und bin alleine verantwortlich. Ich spreche jedoch sehr gerne in der "Wir"-Form, da ich ohne die Unterstützung von so vielen tollen Menschen (Freund:innen, Familie, Partner, Netzwerke, Förderprogramme) nicht da wäre, wo ich heute bin.

Was war für euch der triumphalste beziehungsweise emotionalste Moment bislang?

Der schönste und bewegendste Moment war das Feedback der 200 Frauen, welche den Drink als erstes getestet hatten. Ich war überwältigt von der Resonanz und ihren Erfahrungen mit dem Drink und kann es nun kaum erwarten zu launchen und der Welt den Drink vorzustellen.

Tauscht Ihr euch mit anderen Startups aus beziehungsweise vernetzt euch? Wie?

In der Tat: Ja! Unglaublich viel. Im letzten Jahr war ich auf vielen Veranstaltungen, online sowie in Präsenz. Es ist immer wahnsinnig inspirierend und spannend, sich mit anderen Gründer:innen auszutauschen und zu sehen, wie sie für ihre Ideen brennen. Der Austausch ist für mich unglaublich wertvoll und ich finde es sehr schön zu sehen, wie Wissen geteilt wird und wir uns gegenseitig unterstützen. Aus vielen Bekanntschaften sind im letzten Jahr auch Freundschaften geworden.

Welche Tipps könnt Ihr anderen Startup-Gründer:innen in der Lebensmittelbranche oder anderswo geben?

Ich denke, das Wichtigste ist durchzuhalten. Wir alle haben Durststrecken und Tage oder sogar Wochen, in denen nichts vorangeht und man anfängt zu zweifeln – an der Idee und an sich selbst. Wenn man sich jedoch vor Augen hält, dass das dazugehört und sich bewusstmacht, dass alle anderen auch nur mit Wasser kochen, fällt es irgendwie leichter weiterzumachen. Aber auch oder gerade in diesen Phasen ist ein wohlwollendes und unterstützendes Umfeld wichtig. Hier konnte ich sehr auf meinen Partner, Freund:innen und Familie zählen – Danke!

Welche Pläne habt Ihr für die Zukunft eures Startups?

Neben dem Drink für die Periode möchten wir noch mindestens drei weitere Drinks auf den Markt bringen. Die Rezepte stehen schon, hier tut sich also auf jeden Fall was. Wir wünschen uns natürlich, dass das Produkt möglichst allen zugänglich sein wird und man uns bald im Einzelhandel findet. Und die riesengroße Vision für die Zukunft ist, eine Community aufzubauen, in der Menstruierende empowered werden sowie Wissen und Erfahrungen ausgetauscht werden. Und gemeinsam mit unseren Partner:innen WASH-United und Periodically wollen wir die Periodenarmut bekämpfen und die Aufklärungsarbeit vorantreiben.

 

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Info: Food-Startup-Inkubator der HSWT

Die HSWT hatte 2019 den Food-Startup-Inkubator Weihenstephan (FSIWS) ins Leben gerufen. Dieser ermöglicht es Studierenden sowie Mitarbeiter:innen der HSWT und der am Campus Weihenstephan verbundenen Einrichtungen, ihre Unternehmensideen im Lebensmittelbereich zur Marktreife zu bringen. Hochschulexterne Gründer:innen können über den FSIWS fachkompetente Studierende aus allen Bereichen der Lebensmittelwertschöpfungskette als Partner:innen oder Mitarbeiter:innen gewinnen, etwa im Rahmen von Abschlussarbeiten oder mit den Studierenden als Mitgründer:innen.

Link zum Startup des Vormonats:

Startups @ HSWT | Teil 24: www.hswt.de/presse/news/article/startups-hswt-teil-24-ediriam.html

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