Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
18.07.2022

Startups @ HSWT | Teil 20: nude.o

Eva Martell | Gerhard Radlmayr
Startup-Gründerin Hannah Samira Schmidt (Foto: nude.o)
nude.o-Flasche (Foto: nude.o)
nude.o in Aktion (Foto: nude.o)
Logo von nude.o (Foto: nude.o)

In dieser Interviewserie präsentiert die HSWT Startups, die Teil des Food Startup Inkubators Weihenstephan (FSIWS) sind. Die Serie stellt die Unternehmen und ihre Produktideen vor, ihre Arbeitsweise und wie sie Herausforderungen meistern.

In Teil 20 berichtet Hannah über ihr Startup 'nude.o'. Die Gründer:innen erhalten Untertützung vom Food Startup Inkubator Weihenstephan.

Deine Produktidee in ein paar Sätzen erklärt:

https://www.nudeo.co/

Tschüss Tetra Paks, Hallo nude.o! Nude.o ist die erste Basis für selbstgemachte Mandeldrinks. Durch die Zugabe von Wasser und nach kurzem Mixen verwandelt sich nude.o in den wahrscheinlich nachhaltigsten Mandeldrink. Im Vergleich zum Mandeldrink im Tetra Pak emittieren die Kunden 80% weniger Transportemissionen und verursachen keinen Müll und keine Lebensmittelabfälle. Dafür erhalten sie ein natürliches, biologisches Clean-Label-Produkt voller Nährstoffe, mit Barista-Schaum und maximaler Flexibilität.

Was macht Dein Produkt einzigartig?

Das Produkt „nude.o“, eine plastikfreie, biologische Mandeldrinkbasis, gibt es so in der Art nicht auf dem Markt. Der Unterschied zum Mandeldrink im Tetra Pak liegt neben der zero-waste Verpackung und der Ersparnis von 80% an CO2 Transportemissionen im vollmundigen Geschmack (nicht wässrig!). Nude.o hat keine Zusätze und ist somit viel gesünder und natürlicher. Zudem hält auch das geöffnete Produkt mehrere Monate und verringert Lebensmittelverschwendung. Auf der anderen Seite gibt es Startups, die auf Nachhaltigkeit setzen und die Basis für Haferdrinks verkaufen. Wir unterscheiden uns dadurch, dass unsere Basis aus biologischen Mandeln anstatt Hafer besteht und eine Paste anstatt Pulver ist. Durch unsere Rohkostqualität bleiben die wertvollen Nährstoffe der Mandel erhalten und landen auch wirklich im Mandeldrink. Zudem ist nude.o aufschäumbar und erzeugt Barista-Schaum.

Wie kamst Du auf diese Idee?

Ich lernte während meines Studiums „Nutrition and Biomedicine“, wie sich die Lebensmittelproduktion auf unseren Planeten auswirkt und der daraus resultierende Klimawandel wiederum unsere Gesundheit beeinträchtigt. Zudem durfte ich an meinem eigenen Körper die Erfahrungen sammeln, welchen erheblichen Einfluss die Ernährung auf unser Wohlbefinden hat. Daraus ist meine Vision entstanden, dass ich meine Mitmenschen zu einem bewussten Umgang mit unseren Ressourcen motivieren möchte und ihnen zugleich zu mehr Lebensqualität verhelfen will. Aufgrund meiner Milcheiweiß-Allergie habe ich mich intensiv mit dem Pflanzendrinkmarkt auseinandergesetzt, wodurch ich auf vier Nachteile gestoßen bin: viel Abfall, hohe unnötige Emissionen durch über 90% Wasseranteil, kurze Haltbarkeit der geöffneten Verpackung und viele Zusatzstoffe. Die Beseitigung dieser Probleme führte zu nude.o. Mit nude.o kann ich meinen Mitmenschen den nachhaltigen und gesunden Lifestyle so einfach wie möglich machen.

Welche Aspekte sind Dir bei Produkt, Verpackung und Vertrieb in Hinblick auf eine mögliche Markteinführung besonders wichtig?

Nude.o ist bereits auf dem Markt. Nachhaltigkeit, Gesundheit und Transparenz ist mir besonders wichtig: ein Glas als Verpackung (bald Mehrwegglas!), gesunde natürliche Inhaltsstoffe und eine offene und ehrliche Kommunikation. Ich versuche diese Aspekte bestmöglich in meinem Handeln zu verknüpfen, was aber als Startup nicht immer so einfach ist – beispielsweise aufgrund von Mindestbestellmengen bei Herstellern oder Spülmöglichkeiten. Am liebsten hätte ich das Mehrwegsystem gleich zu Beginn umgesetzt, aber das war nicht machbar. Für mich als Perfektionistin war es zu Beginn nicht leicht, doch mittlerweile gefällt mir der Gedanke unperfekt zu sein, dafür aber zu agieren und sich stetig weiterzuentwickeln und immer ein wenig besser zu werden. Und diese Schritte geht nude.o jetzt mit seinen Kunden gemeinsam.

Welche Schwierigkeiten musstest Du im Prozess der Produktentwicklung überwinden?

Ich wollte so wenig Zusätze wie möglich haben, weshalb ich viel am Herstellungsprozess herumprobiert habe (Temperatur, Schnelligkeit usw.), bis ich schließlich alles weglassen konnte und mein Produkt aus 100% biologischen Mandeln besteht.

Wie hast Du dich motiviert, wenn es mal nicht so rund lief?

Herausforderungen und Achterbahnfahrten sind das Daily Business. Meine Motivation beruht darauf, dass genau diese Herausforderungen nude.o wachsen und ein Stückchen besser lassen werden. Es gibt keine Herausforderung, die nicht auch ein Geschenk für mich in den Händen hält. Ich liebe was ich tue und motiviere mich, indem ich mir meine Vision stets vor Augen führe.

Die Zusammenarbeit im Team ist sicherlich nicht immer einfach, oder? Was hat Dich dazu bewogen, alleine zu gründen?

Ich bin zurzeit auf der Suche nach einem Team und freue mich über Bewerbungen (info [at]nudeo.co).

Was war für Dich der triumphalste beziehungsweise emotionalste Moment bislang?

Da gibt es eine Menge. Angefangen von den kleinen Gesten, beispielsweise als mein Instagram-Account in Storys von Kunden wurde getaggt, die total begeistert waren, bis hin zu größeren Momenten wie der Listung im Supermarkt. Ich weiß noch ganz genau, als ich zum ersten Mal in den Supermarkt ging, mein eigenes Produkt im Regal auswählen konnte und es auf das Kassenband legen durfte.

Tauschst Du dich mit anderen Startups aus beziehungsweise vernetzt dich? Wie?

Auf jeden Fall, für mich ist das sehr wichtig. Netzwerke und Organisationen wie FSIWS in Freising, START München, Good Food Collective, Female Founders und FEMSTORY sind hier sehr hilfreich und bieten großartige Optionen. Der einfache Weg über eine Kontaktanfrage und eine kleine persönliche Nachricht über LinkedIn ist auch immer super. Ich freue mich über jeden Austausch, also meldet euch gerne bei mir: www.linkedin.com/in/hannah-samira-schmidt/

Welche Tipps kannst Du anderen Startup-Gründer:innen in der Lebensmittelbranche oder anderswo geben?

Nicht das Netzwerken vernachlässigen – geht raus, erzählt von eurer Idee und holt euch Feedback. Bitte versteckt euch nicht. Fehler und Probleme gibt es nicht, sondern nur Lektionen und Herausforderungen, an denen ihr wachsen und lernen dürft.

Welche Pläne hast Du für die Zukunft deines Startups?

Mein Kopf ist voller Rezeptideen, die alle auf der Vision von nude.o basieren: "We add less to give you more!" Es sollen noch 2-3 weitere Produkte entstehen, die wie mein erstes Produkt nicht nur geschmackserweiternd, sondern auch einzigartig und hochwertig sind. Nebenbei möchte ich den Vertrieb ausweiten. Mit der ersten größeren Listung im VollCorner München konnte ich sehr viel lernen. Ich will nude.o jetzt deutschlandweit ausbreiten und danach in die Schweiz und Österreich expandieren.

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Info: Food-Startup-Inkubator der HSWT

Anfang Juni 2019 hat die HSWT den Food-Startup-Inkubator Weihenstephan (FSIWS) ins Leben gerufen. Dieser ermöglicht es Studierenden sowie Mitarbeiter:innen der HSWT und der am Campus Weihenstephan verbundenen Einrichtungen, ihre Unternehmensideen im Lebensmittelbereich zur Marktreife zu bringen. Hochschulexterne Gründer:innen können über den FSIWS fachkompetente Studierende aus allen Bereichen der Lebensmittelwertschöpfungskette als Partner:innen oder Mitarbeiter:innen gewinnen, etwa im Rahmen von Abschlussarbeiten oder mit den Studierenden als Mitgründer:innen.

Link zum Startup des Vormonats:

Startups @ HSWT | Teil 19: www.hswt.de/presse/news/article/startups-hswt-teil-19-cravy-foods.htmlhttps://www.hswt.de/presse/news/article/startups-hswt-teil-18-goodmoon.html

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