Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
09.04.2021

Startups @ HSWT | Teil 15: Zeitpulver

Christine Dötzer
Das Team von Zeitpulver: Robert Smetana (links) und Daniel Nagy. Zur Zeit ist auch Praktikantin Anna Kreutz mit dabei, die an der HSWT `Ernährung und Versorgungsmanagement´ studiert. (Foto: Zeitpulver)
Mit dem "Zeitpulver" lassen sich leckere und gesunde Bowls zubereiten. (Foto: Zeitpulver)
Und das geht auch in schokoladig. (Foto: Zeitpulver)

In dieser Interviewserie präsentiert die HSWT Startups, die von oder unter Mitarbeit von Studierenden oder Alumni der HSWT ins Leben gerufen wurden. Die Serie stellt die Unternehmen und ihre Produktideen vor, ihre Arbeitsweise und wie sie Herausforderungen meistern.

In Teil 15 berichten Robert Smetana und Daniel Nagy über ihr Start-up `Zeitpulver´. Das Gründer-Duo erhält Unterstützung vom Food Startup Inkubator Weihenstephan der HSWT und hat letzten Herbst Praktikantin Anna Kreutz ins Team geholt, die an der HSWT `Ernährung und Versorgungsmanagement´ studiert.

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Eure Produktidee in ein paar Sätzen erklärt:

Zeitpulver ist ein vollwertiges, pflanzliches Smoothiepulver, aus dem sich schnell und einfach gesunde, sättigende und leckere Mahlzeiten zubereiten lassen.

Was macht euer Produkt einzigartig?

Zeitpulver besteht zu 100 Prozent aus pflanzlichen Zutaten und ist so zusammengestellt, dass es alle essentiellen Nährstoffe enthält, die der Körper braucht. Unsere Produkte sind vegan, glutenfrei, sojafrei und zuckerfrei, sie enthalten nur fruchteigenen Zucker.

Wie kamt ihr auf diese Idee?

Aus der Not heraus. Wer kennt es nicht, dass man im stressigen Alltag oft keine Zeit hat, etwas Gesundes vorzubereiten. Uns ging es auch so. Als ernährungsbewusste Menschen kamen für uns ungesunde Fertiggerichte, Sandwiches, Backwaren und Snacks nicht in Frage. Da wir damals keine Produkte gefunden haben, die unsere Ansprüche erfüllten, haben wir unsere eigenen Produkte entwickelt. Sie genügen den höchsten ernährungswissenschaftlichen Ansprüchen, dennoch kann man sie schneller und einfacher zubereiten als jedes Fast Food.

Welcher Aspekt ist euch bei eurem Produkt, bei dessen Verpackung oder Vertrieb besonders wichtig – auch im Hinblick darauf, dass es evtl. einmal auf den Markt kommt?

Unsere Grundprinzipien lauten: Qualität, Ehrlichkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit. Diese Prinzipien sind auf allen Ebenen unserer Wertschöpfungskette vertreten. Sei es beim Einkauf der Rohstoffe, bei der Produktion, der Logistik oder im Vertrieb. Deshalb setzen wir, soweit uns die Möglichkeiten das erlauben, beispielsweise auf regionale Bio-Rohstoffe und arbeiten mit regionalen Partnern zusammen - in der Produktion sowie in der Logistik und Lagerung. So verkürzen wir unsere Transportwege und reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck. Eine ehrliche und transparente Zutatenliste und die zu 100 Produzent kompostierbaren Verpackungen gehören auch zu unserem Konzept.

Welche Schwierigkeiten musstet ihr im Prozess der Produktentwicklung überwinden?

Die erste große Herausforderung war, die optimale Zusammensetzung der Rezepturen zu finden, sodass sie einerseits in unser Konzept passen - vollwertige Mahlzeiten auf rein pflanzlicher Basis, die alle essentiellen Nährstoffe enthalten sowie zuckerfrei, glutenfrei und vegan sind - und die Prdoukte andererseits unsere Qualitätsstandards erfüllen: Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau, wo möglich regional und fair.

Dazu kommt noch die nächste große Herausforderung: Das Produkt soll auch den Kunden schmecken. Denn den Geschmack unserer Zielgruppe zu treffen, ist wohl das Allerschwierigste.

Das alles in einem Produkt zusammenzubringen, stellt uns stets vor große Herausforderungen und Hürden, die wir überwinden müssen.

Wie habt ihr euch motiviert, wenn es mal nicht so rund lief?

Unsere Hauptmotivatoren waren tatsächlich unsere Kunden. Immer wenn unsere Motivation nachgelassen hat oder die Situation aussichtslos wirkte, bekamen wir von Kunden eine positive Rückmeldung, die uns neue Energie zum Weitermachen gegeben hat.

Und wir glauben natürlich fest an unser Konzept, dass ehrliche, gesunde und nachhaltige Produkte wie unsere die Zukunft bedeuten.

Die Zusammenarbeit im Team war bzw. ist sicherlich auch nicht immer einfach, oder? Wie habt ihr diese gestaltet, so dass es gut funktioniert?

Wo Menschen zusammenarbeiten, gibt es natürlich auch Meinungsunterschiede oder Zusammenstöße und es werden auch Fehler begangen. In solchen Situationen ist eine offene und ehrliche Kommunikation gefragt. Über Probleme sollte man zeitnah sprechen, sie lösen und, ganz wichtig, daraus lernen.

Was war für euch der triumphalste bzw. emotionalste Moment bislang?

Als kleines Start-up feiern wir natürlich jeden - für unsere Verhältnisse - Meilenstein und Erfolg. Aus unserer Sicht ist es wichtig, auch kleine Erfolge zu erkennen und sie zu feiern, weil sie auch wichtige Motivatoren sind und den langen, mit vielen Hindernissen und Schwierigkeiten ausgelegten Erfolgsweg eines Startups etwas einfacher machen.

Folgende würden wir hervorheben: Die Zusammenarbeit mit dem Food Startup Inkubator Weihenstephan (FSIWS). Seit einem guten halben Jahr produzieren wir dort und wir sind sehr zufrieden mit all den Leistungen, die uns der FSIWS bietet. Dann unsere Kooperation mit den Pidinger Behindertenwerkstätten, die für uns das Etikettieren und Abfüllen unserer Produkte machen. Auf diese Kooperation sind wir besonders stolz. Zudem, dass wir seit Herbst 2020 mit einem deutsch-österreichischen Fulfillment-Service-Start-up zusammenarbeiten, welches sich um die Lagerung und den Versand unserer Produkte kümmert. Aber auch jede Optimierung an unseren Rezepturen sowie der baldige Launch unserer neuen Sorte sind für uns bedeutende Meilensteine, an die wir uns gerne erinnern.

Tauscht ihr euch mit anderen Startups aus bzw. vernetzt euch? Wie?

In der ersten Welle der Corona-Pandemie haben wir eine Gruppe gegründet, die aus Münchner Startups besteht. Wir tauschen uns regelmäßig zu unterschiedlichen Themen aus, leisten gegenseitige Hilfestellung in Form von Tipps, Empfehlungen und Ratschlägen.
Des Weiteren bietet uns der FSIWS eine ausgezeichnete Plattform, um uns mit gleichgestellten Startups zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Dank des FSIWS konnten wir uns bereits mit mehreren tollen jungen Unternehmen verknüpfen und seitdem tauschen wir uns regelmäßig aus.

Welche Tipps könnt ihr anderen Startup-Gründerinnen und Gründern – ob in der Lebensmittelbranche oder in einem anderen Bereich – geben?

Das Allerwichtigste ist: Glaubt an Eure Idee! Bleibt hartnäckig dran, lasst Euch nicht entmutigen. Euch werden viele Steine in den Weg gelegt. Das sind Herausforderungen, aus denen Ihr lernen könnt. Ihr werdet viele Tiefen, aber auch Höhen haben. Die Tiefen machen Euch stärker, schlauer und durch sie werden die Höhen noch schöner.

Und stellt Euch auf lange Tage und kurze Nächte ein. Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist, wie als Eltern ein Kind zu bekommen. Das ist ein 24/7-Job. Es heißt ja auch nicht grundlos "selbstständig". Man arbeitet selbst und ständig.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft eures Startups?

Ganz nach dem Motto "Dream Big" arbeiten wir aktuell an mehreren Projekten, unter anderem an der Entwicklung von neuen Produkten. Auch an solchen, die es auf dem Markt in dieser Form noch nicht gibt.

Wir wollen sowohl unsere Produktpalette erweitern als auch geografisch expandieren.

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