Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
26.02.2020

Start-ups @ HSWT, Teil 9: Tastee

Christine Dötzer
Das Team hinter eatly: Claudia und Karl-Heinz Wenisch. (Foto: Tastee GmbH)
eatly, das ist fermentierter Flüssigteig für die Pfanne. (Foto: Tastee GmbH)
Eine von der asiatischen Küche inspirierte Variante mit Hackfleisch und Glasnudeln. (Foto: Tastee GmbH)
Hähnchen-Wrap mit Tomatensalsa und Chipotle-Dip. (Foto: Tastee GmbH)
Dosa, ein indischer Pfannkuchen. (Foto: Tastee GmbH)
Flammkuchen mit Räucherlachs und Rote Beete. (Foto: Tastee GmbH)
Frühstück: mit Spiegelei und Paprika. (Foto: Tastee GmbH)
Lachs-Schnecken (Foto: Tastee GmbH)
Quesadilla mit Jalapeños, weißen Bohnen, Frühlingslauch und Koriander. (Foto: Tastee GmbH)

Weihenstephan | In dieser Interviewserie präsentiert die HSWT Start-ups, die von oder unter Mitarbeit von Studierenden oder Alumni der HSWT ins Leben gerufen wurden. Die Serie stellt die Unternehmen und ihre Produktideen vor, ihre Arbeitsweise und wie sie Herausforderungen meistern.

Im neunten Interview sprechen wir mit Claudia und Karl-Heinz Wenisch, die mit eatly einen fermentierten Flüssigteig für die Pfanne anbieten. Ihr Start-up Tastee entwickelt und produziert im Food-Start-up-Inkubator der HSWT. Aktuell wird das Produkt im Rahmen einer Bachelorarbeit weiterentwickelt.

 

Eure Produktidee in ein paar Sätzen erklärt:

eatly ist ein fermentierter Bio-Flüssigteig. Direkt aus der Flasche in die Pfanne lassen sich mit eatly ruck, zuck vielseitige und ausgewogene Pfannengerichte zubereiten. eatly ist natürlich fermentiert und nicht pasteurisiert. Dadurch entsteht der besondere, leicht säuerliche, aber milde Geschmack. Der Teig bleibt lebendig und schützt sich selbst durch seine aktiven Lactobakterien.

Was macht euer Produkt einzigartig?

eatly vereint viele Eigenschaften, die für eine gesunde Ernährung wichtig sind. eatly ist vegan, glutenfrei, laktosefrei, enthält kaum Fett und Zucker, dafür hochwertige Proteine, viele B-Vitamine, keine allergenen Substanzen oder Zusatzstoffe.

Wie kamt ihr auf diese Idee?

Reiselustig und begeistert von den Streetfood-Küchen Asiens, haben wir die in Indien beliebten Gerichte Dosa (dünne Pfannkuchen aus Reis- und Linsenmehl; Anm. d. Red.) und Idli (Reisküchlein, Anm. d. Red.) entdeckt. Der angenehme Geschmack und die besonders bekömmlichen und vielfältigen Eigenschaften des fermentieren Teigs aus Reis und Linsen haben uns nicht mehr losgelassen. So entstand die Idee, den nach unserer Rezeptur entwickelten Teig auch für andere herzustellen. eatly, der fermentierte Flüssigteig, wurde geboren.

Welcher Aspekt ist euch bei eurem Produkt, bei dessen Verpackung oder Vertrieb besonders wichtig - auch im Hinblick darauf, dass es evtl. einmal auf den Markt kommt?

Das Wichtigste bei einem Food-Produkt ist für uns, dass es schmeckt, schnell zubereitet ist und Vielfalt bietet. eatly erfüllt diese Eigenschaften, ist durch die Fermentierung sehr bekömmlich und auch noch gesund.

Wir beziehen die Rohstoffe in bester Bioqualität aus Indien. Dabei ist uns wichtig, dass durch nachhaltige Landwirtschaft der Boden, das Wasser und andere Ressourcen für künftige Generationen bewahrt werden.

Für eine umweltgerechte Verpackung füllen wir den Flüssigteig ausschließlich in recycelbare Glasflaschen ab.

Welche Schwierigkeiten musstet ihr im Prozess der Produktentwicklung überwinden?

Alle! Als Quereinsteiger mussten wir schmerzhaft feststellen, dass zwischen dem normalen Kochen und der Lebensmittelproduktion Welten liegen. Jede beantwortete Frage hat gefühlt zehn neue Fragen aufgeworfen und Fermentierung ist ein spezielles Thema, mit dem sich nur wenige auskennen. Glücklicherweise durften wir Professor Lötzbeyer von der HSWT kennenlernen, der uns mit Rat und Know-how zur Seite steht.

Wie habt ihr euch motiviert, wenn es mal nicht so rund lief?

Wir glauben an unser Produkt, das ist unsere Motivation.

Die Zusammenarbeit im Team war bzw. ist sicherlich auch nicht immer einfach, oder? Wie habt ihr diese gestaltet, so dass es gut funktioniert?

Wir haben geheiratet! Man muss im Team auch bereit sein, die eine oder andere Durststrecke durchzustehen, wenn es einmal nicht so gut läuft. Sich selbst zurücknehmen, auch wenn man anderer Meinung ist.

Was war für euch der triumphalste bzw. emotionalste Moment bislang?

Als unser eatly Etikett fertiggestellt war und die erste Flasche an einen zahlenden Kunden übergeben wurde.

Tauscht ihr euch mit anderen Start-ups aus bzw. vernetzt euch? Wie?

Ja, wir tauschen uns sehr gerne mit anderen Start-ups aus. Besonders hier im Technikum der HSWT treffen wir andere Start-ups, mit guten Gesprächen und gegenseitigem Miteinander. Wir versuchen auch, viel an Start-up-Veranstaltungen teilzunehmen.

Welche Tipps könnt ihr anderen Start-up-Gründerinnen und -gründern - ob in der Lebensmittelbranche oder in einem anderen Bereich - geben?

Versucht es einfach und seid beharrlich! Es wird nicht immer rund laufen und auf eurem Weg werdet ihr größere Hürden umschiffen müssen. Wichtig ist es, für die eigene Idee zu leben und sie auch mit viel Engagement und Enthusiasmus zu verfolgen. Allerdings braucht man auch ein Grundmaß an Sachlichkeit und sollte sich der Unterstützung von Beratern und Mentoren bedienen.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft eures Start-ups?

Jetzt sind wir erst mal damit beschäftigt, eatly bekannt zu machen. Wenn das erfolgreich verläuft, werden wir in der Zukunft eine eigene Produktion aufbauen und weitere Produkte rund um eatly entwickeln.

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