Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
22.05.2020

Start-ups @ HSWT, Teil 11: Fitstick

Christine Dötzer
Christina Spies mit Kumpel und Unterstützer Pascal Zurbriggen am Stand auf der Fitnessmesse 'FIBUL' im Oktober 2019 in Burglengenfeld, Oberpfalz. (Foto: Fitstick)
Der Fitstick ist ein proteinreicher, deftiger Wurst-Snack aus regionalem Fleisch. (Foto: Fitstick)
Entwickelt haben den Fitstick die HSWT-Studentinnen Christina Spies, Eva Kiermayer und Julia Pauli. (Logo: Fitstick)

Weihenstephan | In dieser Interviewserie präsentiert die HSWT Start-ups, die von oder unter Mitarbeit von Studierenden oder Alumni der HSWT ins Leben gerufen wurden. Die Serie stellt die Unternehmen und ihre Produktideen vor, ihre Arbeitsweise und wie sie Herausforderungen meistern.

Im elften Teil der Serie sprechen wir mit HSWT-Studentin Christina Spies, die gemeinsam mit ihren Kommilitoninnen Eva Kiermayer und Julia Pauli den 'Fitstick' entwickelt hat. Die drei studieren Lebensmitteltechnologie an der HSWT. Im vierten Semester haben sie ihr Produkt ins Leben gerufen und im sechsten Semester gab es den Fitstick bereits zu kaufen.

Eure Produktidee in ein paar Sätzen erklärt:

Der Fitstick ist Genuss, Gesundheit und Qualität am Stiel: eine leckere, fettärmere und proteinreichere Alternative zu herkömmlichen Landjägern. Regionales Fleisch, hochwertige Zutaten und Handwerk in einer Wurst vereint.

Was macht euer Produkt einzigartig?

Für Sportler gibt es kaum proteinreiche, deftige Snacks, sondern hauptsächlich pappsüße Proteinriegel, Shakes und dergleichen. Der Fitstick ist ein Snack mit doppeltem Proteingehalt und mehr als 80 Prozent weniger Fett im Vergleich zu herkömmlichen Landjägern, bei hervorragendem Geschmack. Bei der Herstellung legen wir Wert auf hochwertige Zutaten, ausschließlich regionales Fleisch und 100 Prozent Handwerk. Denn Qualität ist unser oberstes Ziel.

Um dieser Philosophie gerecht zu werden, verwenden wir neben den Grundzutaten Fleisch und Gewürzen das "Total Protein" von 'More Nutrition' [Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln; Anm. d. Red.]. Dieses Protein ist hochwertig und wird regelmäßig durch Laboranalysen geprüft, was unseren Qualitätsanforderungen entspricht.

Wie kamt ihr auf diese Idee?

Die Vision begann mit einer Geschichte im Frühjahr 2019. "Gemästet" nach dem Weihnachtsfest mit Plätzchen, Glühwein und Co. hatten wir uns entschlossen, uns selbst etwas Gutes zu tun: engagiert und sportlich ins neue Jahr zu starten. Dabei fiel uns auf, dass sich sogar die traditionelle Brotzeit schnell als eine Kalorienbombe entpuppt. Trotzdem gehören für uns Breze, Käse und natürlich Wurst einfach dazu. Für den Großteil fanden sich leicht tolle Alternativen. Doch dann ging es um die Wurst: Wie toll wäre es, eine Landjäger ohne schlechtes Gewissen genießen und ein paar Kalorien einsparen zu können? Mit diesem Wunsch ging es nach Hause zur familieneigenen Metzgerei Spies in Schmidmühlen, Oberpfalz. Zusammen mit Metzgermeister-Vater und Bruder tüftelten wir an der Kreation. Aus ausgewählten Zutaten, regionalem Fleisch, Molkenprotein und handwerklichem Know-how entstand schließlich das Endprodukt: Der Fitstick, der sogar die kritischsten Kunden, Wirtshausstammgäste und selbst die Oma überzeugen konnte. Nach dem endgültigen Feinschliff und der Befriedigung der hohen Ansprüche meines Vaters wurde das Produkt abgesegnet und es folgte der nächste große Schritt: Die Wurst in unser Hochschulmodul 'Gründung eines Food-Start-ups' zu integrieren und Partner zu suchen. Mittlerweile fanden sich schon ein Onlineshop und mehrere Fitnessstudios, in denen man den Fitstick nun kaufen kann.

Welcher Aspekt ist euch bei eurem Produkt, bei dessen Verpackung oder Vertrieb besonders wichtig?

Dass unser Produkt nachhaltig, regional und qualitativ hochwertig ist. Bei der Verpackung planen wir, in Zukunft weitestgehend auf Plastik zu verzichten. Es wird alles handwerklich hergestellt und sogar per Hand verpackt. Vom Holzstiel bis zum Etikett - 100 Prozent Handwerk.

Welche Schwierigkeiten musstet ihr im Prozess der Produktentwicklung überwinden?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum zu ermitteln und eine geeignete Versandart beziehungsweise Verpackung auszuwählen.

Wie habt ihr euch motiviert, wenn es mal nicht so rund lief?

Unser Motto war immer: Probieren geht über Studieren.

Die Zusammenarbeit im Team war bzw. ist sicherlich auch nicht immer einfach, oder? Wie habt ihr diese gestaltet, so dass es gut funktioniert?

Die Zusammenarbeit war im Praxissemester eher schwer, da wir kaum Zeit hatten, uns regelmäßig zu treffen. Das Projekt wurde dennoch trotzdem fleißig von allen Teammitgliedern und der Familie Spies sowie unserem Unterstützer Pascal Zurbriggen mit ins Rollen gebracht. Durch die Erfahrung und das handwerkliche Können von Maximilian und Martin Spies war es letztendlich möglich, die perfekte Rezeptur zu entwickeln. Und ohne Pascal wäre der Fitstick nicht, wo er jetzt bereits ist: Pascal war so überzeugt von dem Produkt und setzte all sein Können und Know-how in Sachen Marketing, Social Media, Design und dergleichen immer zu 100 Prozent ein. Ein wirkliches Multitalent.

Was war für euch der triumphalste bzw. emotionalste Moment bislang?

Als durch das Weiterleiten eines Kundenbildes unseres Produkts die Gründer von `More Nutrition´ auf uns aufmerksam wurden.

Tauscht ihr euch mit anderen Start-ups aus bzw. vernetzt euch? Wie?

Durch regelmäßige Meetings mit den anderen Start-up-Gruppen des Wahlpflichtmoduls 'Gründung eines Food-Startups' stehen wir immer in Kontakt mit anderen, die wie wir mit ihren Ideen in den Startlöchern stehen.

Welche Tipps könnt ihr anderen Start-up-Gründern - ob in der Lebensmittelbranche oder in einem anderen Bereich - geben?

Ideen einfach ausprobieren, Spaß an der Sache haben und, wenn man mal frustriert ist, einen Fitstick essen.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft eures Start-ups?

Lasst euch überraschen… Es sind Kooperationen, ein eigener Onlineshop und viele Messebesuche geplant.

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Info: Food-Start-up-Inkubator der HSWT

Anfang Juni 2019 hat die HSWT den Food-Start-up-Inkubator Weihenstephan (FSIWS) ins Leben gerufen. Dieser ermöglicht es Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HSWT und der am Campus Weihenstephan verbundenen Einrichtungen, ihre Unternehmensideen im Lebensmittelbereich zur Marktreife zu bringen. Hochschulexterne Gründerinnen und Gründer können über den FSIWS fachkompetente Studierende aus allen Bereichen der Lebensmittelwertschöpfungskette als Partner oder Mitarbeiter gewinnen, etwa im Rahmen von Abschlussarbeiten oder mit den Studierenden als Mitgründende.

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