15.05.2019

Klimawandelforschung: ICOS-Jahrestagung an der HSWT – Staatsminister Sibler spricht Grußwort

Christine Dötzer
Von links nach rechts: Dr. Christian Brümmer (Thünen-Institut Braunschweig) mit HSWT-Präsident Dr. Eric Veulliet, Prof. Dr. Ingeborg Levin (Universität Heidelberg), Dr. Christian Plaß-Dülmer (Leiter DWD-Observatorium Hohenpeißenberg) sowie Prof. Dr. Matthias Drösler (Leiter Institut für Ökologie und Landschaft, HSWT), Dr. Corinna Rebmann (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung), Dr. Mario Hoppema (Alfred Wegener Institut) und Prof. Dr. Markus Reinke (Vizepräsident Forschung und Wissenstransfer, HSWT)
Bernd Sibler, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort.

Weihenstephan | Am 06. und 07. Mai fand die Jahrestagung des Deutschland-Verbundes des Forschungsnetzwerks Integrated Carbon Observation System (ICOS) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den vier ICOS-Teilbereichen Ökosysteme, Ozeane, Atmosphäre und Labore tauschten sich am Campus Weihenstephan aus. Im Rahmen der Tagung informierte die HSWT in einem als Lehrveranstaltung für Studierende und andere Interessierte angelegten abendlichen Event am 06. Mai über die Arbeit des Forschungsnetzwerks und weitere Projekte zur Klimaforschung an der Hochschule. Der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort. Die Folgen des Klimawandels seien in Bayern bereits zu sehen, beispielsweise anhand des Dürrejahrs 2018. Bayern bekenne sich zum Klimaschutz und fördere Klimaforschung, Klimaschutz und Anpassung in verschiedenen Programmen. Indem der Abschluss der Tagung als Lehrveranstaltung angeboten wurde, sollten Studierende frühzeitig in das wichtige Thema Klimaforschung involviert werden. 

ICOS: Treibhausgas-Monitoring und Maßnahmenevaluierung

Ziel des europaweiten Netzwerks ICOS ist es, wissenschaftlich belastbare, quantitative Daten über die regionalen Treibhausgasemissionen in Europa zu erfassen und Strategien zu entwickeln, um diese zu reduzieren. Das Projekt ist als Langzeitmonitoring angelegt und bietet die Basis, sowohl Trends in den Quellen und Senken für klimarelevante Spurengase zu erkennen als auch flächenrelevante Maßnahmen zum Klimaschutz zu evaluieren. Die Daten werden öffentlich zugänglich über das "Carbon Portal" zur Verfügung gestellt, so dass Forscher weltweit die Messergebnisse nutzen können. In Deutschland sind neben der HSWT außerbayerische Universitäten sowie die Helmholtz- und die Leibniz-Gemeinschaft Teil der Forschungsinfrastruktur.

Applied Sciences For Life

"Wir freuen uns, Gastgeber der Tagung zu diesem drängenden Thema des Klimawandels zu sein", eröffnete Prof. Dr. Matthias Drösler, Leiter des Instituts für Ökologie und Landschaft an der HSWT, die abendliche Veranstaltung. "ICOS ist ein hochrangiges europäisches Forschungsnetzwerk, das sich mit dem aktuellen Thema des Austauschs klimarelevanter Spurengase befasst und damit die Basis für die Evaluierung von Klimaschutzpolitik schafft.“ Dr. Eric Veulliet, Präsident der HSWT, ergänzte: "Die Zielsetzung von ICOS passt gut zur Ausrichtung der HSWT: Grundlagen schaffen, um Handeln zu können. Das sind `Applied Sciences for Life´." Im Anschluss gab Drösler eine kurze Übersicht über Klimaforschungsprojekte der HSWT, bevor Dr. Christian Brümmer vom Thünen Institut Braunschweig, Koordinator des ICOS-Deutschland-Verbundes, die größte europäische Forschungsinfrastruktur im Umweltbereich näher vorstellte. Auf den Teilbereich "Atmosphären" ging Dr. Christian Plaß-Dülmer, DWD Hohenpeißenberg, näher ein. Dr. Corinna Rebmann, Helmholtz UFZ Leipzig, gab einen Einblick in das Ökosystemprogramm, innerhalb dessen die HSWT als ICOS-Mitglied einen Standort für Treibhausgasmessungen in einem Hochmoor-Wald nahe Königsdorf betreibt. Welche Herausforderungen die Treibhausgaserfassung auf den Meeren mit sich bringt, erläuterte Dr. Mario Hoppema vom Alfred Wegener Institut anschaulich. Abschließend ging Prof. Dr. Ingeborg Levin, Uni Heidelberg, auf die Rolle der Labore und die Isotopenforschung im ICOS ein.

Für die HSWT und Bayern bedeutet die Einbindung in ICOS wissenschaftliches Renommee und große Sichtbarkeit. Hier wird die Herausforderung angenommen, sich sowohl in der Lehre als auch in der Forschung mit dem Klimawandel als einem der gesellschaftlich drängendsten Themenfelder zu befassen. Dafür ist eine langfristige Planungssicherheit und Schwerpunktbildung erforderlich. 

 

 

 

 

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