28.03.2019

Girls' und Boys' Day an der HSWT: Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die typischen Berufsfelder des jeweils anderen Geschlechts

Tanja Tenschert
Schülerinnen erstellen nach Anleitung einen elektronischen Würfel
Teresia und Ida bauen aus Leuchtdioden, Widerständen und einer Platine nach Bauplan und Anweisung einen elektronischen Würfel.

Weihenstephan | Triesdorf - Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf hat auch in diesem Jahr wieder ihre Türen und Labore für interessierte Mädchen geöffnet. Am bundesweiten Aktionstag "Girls' Day" können Schülerinnen ab der fünften Klasse die Arbeitswelt zwischen Technik und Naturwissenschaften, Forschung und Wissenschaft, Informatik und Handwerk unter anderem unter das Mikroskop nehmen. An der Fakultät Bioingenieurwissenschaften der HSWT sehen die Mädchen darunter beispielsweise die 1000-fache Vergrößerung des Lactobacillus bulgaricus. Das Bakterium kommt in der Milch vor und wird zur Herstellung von Joghurt verwendet. Dabei verwertet es die in der Milch vorhandene Lactose (=Milchzucker), es bildet sich Milchsäure, die die Milch säuert und dicklegt. Unter Anleitung von Stefanie Feichtlbauer betrachten die Schülerinnen ausgewählte Präparate - vom Tubifex, einem Ringelwurm, der in Süßgewässern vorkommt und als lebendes Fischfutter für Aquarien genutzt wird, bis zur Kugelalge, der Volvox.

Im Biotechnikum bei Hanna Beer versuchen die Mädchen 26 verschiedene Düfte den richtigen Früchten oder Gewürzen zuzuordnen - und lernen, dass es nicht so leicht ist, sich nur auf seine Nase zu verlassen.

Gemeinsam mit Professorin Dr. Claudia Brand programmieren sie außerdem ein digitales Ökosystem: auf einem Feld wächst Gras, es leben dort Hasen und Füchse. Dabei handelt es sich um eine klassiche Räuber-Beute-Beziehung - die Hasen fressen das Gras, die Füchse wiederum jagen die Hasen. In der Computer-Simulation lassen sich Entwicklungen und Auswirkungen innerhalb des Ökosystems gut untersuchen. Schrittweise ergänzen die Schülerinnen dafür am PC ein Java-Programm und sorgen dafür, dass Füchse und Hasen das Feld bevölkern. Sie probieren schließlich selbst verschiedene Szenarien aus und simulieren beispielsweise eine Haseninvasion.

Im Chemielabor züchtet Professorin Dr. Sabine Grüner-Lempart mit den Mädchen Kristalle. Dazu tauchen die Schülerinnen einen Faden, befestigt an einem Holzstäbchen, in warmes Salzwasser. Die darin gelösten Salzkristalle lagern sich beim Abkühlen nach und nach daran ab und ergeben nach etwa zwei Stunden einen Kristall.

In der Zwischenzeit entsteht aus Leuchtdioden, Widerständen, einer Platine und einigen weiteren Bauelementen nach Bauplan und Anweisung von Professor Dr. Ulrich Hege, Stefanie Feichtlbauer und Barbara Leiner ein elektronischer Würfel.

Zeitgleich lernen am Campus Triesdorf 46 Mädchen und Jungen die Inhalte der typischen Studien- und Berufsfelder des jeweils anderen Geschlechts kennen. Die Schülerinnen bauen im Labor der Molekularbiologie aus Obst eigenständig Farbstoffzellen, um damit Strom zu produzieren. Sie erforschen im Labor der Thermodynamik anhand eines Solarmodels, was Sonnenenergie bewegen kann, betrachten das „Leben im Wassertropfen“ heimischer Bäche oder erfahren welche Spitzentechnologie in einem Traktor steckt, der mit GPS alleine übers Feld fahren kann, um etwa passgenau Saatgut auszustreuen. Zur selben Zeit studieren die Schüler anlässlich des Boys`Day, ob man den Blumen ansieht, wo sie wachsen. Beim "ökologischen Blumenstrauß" untersuchen sie verschiedene Blüten dahingehend.

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