Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
06.03.2020

Eine Insel für heimische Flora und Insekten: HSWT-Studierende gewinnen Nachwuchswettbewerb zum Thema Stadtbegrünung

Christine Dötzer
Weg mit Kieselgrau, her mit Rebstöcken und Blumen: Der Siegerentwurf soll noch ab diesem Jahr den Verkehrskreisel schmücken. (Foto: aus dem Entwurf von Eva Orpel und Julian Treffler)
Die erstplatzierten HSWT-Studierenden Eva Orpel (3. v. r.) und Julian Treffler (2. v. r.) mit den Zweitplatzierten Martina Heims und Kai Faust (Mitte) sowie Christian Aßmann, Bürgermeister von Geisenheim (l.), und Stephanie Braun-Fischer, Projektmitarbeiterin "Grünes Geisenheim" an der Hochschule Geisenheim (2. v. l.) bei der Siegerehrung. (Foto: Hochschule Geisenheim)

Weihenstephan - Zwei Studierende des Bachelorstudiengangs 'Landschaftsarchitektur' haben den Nachwuchswettbewerb um die Gestaltung eines Verkehrskreisels in der hessischen Hochschulstadt Geisenheim gewonnen. Eva Orpel und Julian Treffler setzten sich mit ihrem planerischen Entwurf 'Weinbau- und Distelflora' bei der Fachjury und der Bevölkerung gegen 16 konkurrierende Ideen durch. Ihr Gestaltungskonzept für den "Monrepos-Kreisel" wird noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

Ziel des Wettbewerbs war es, den Verkehrskreisel am westlichen Ortseingang Geisenheims so zu gestalten, dass er einen markanten, repräsentativen sowie einladenden Charakter erhält. Der Schwerpunkt lag auf der Pflanzenverwendung: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten innovative und zukunftsweisende Ideen für die Begrünung städtischer Verkehrsrestflächen entwickeln, die als Vorbild für weitere Begrünungsvorhaben in der Stadt dienen können. Das Vorhaben ist Teil des Projekts "Grünes Geisenheim", das Hochschule und Stadt Geisenheim in Kooperation durchführen, um die Attraktivität des Standtorts Geisenheim als Ort zum Leben, Studieren und Arbeiten weiter zu erhöhen.

Charaktervoll und insektenfreundlich

Das am Rhein gelegene Geisenheim ist bekannt für seine Weinlagen. Die enge Verbindung zwischen der Stadt und dem Weinbau spiegelt der Siegerentwurf wider. Die bisherige Kiesfläche ersetzt er durch geschwungen aufgestellte Rebstöcke, die den Blickfang auf dem Kreisel bilden und in eine abwechslungsreiche Pflanzkomposition übergehen. Orpel und Treffler setzen dabei ausschließlich auf Pflanzengattungen, die von Natur aus auf Weinbergen vorkommen, einen trockenen und warmen Standort vertragen sowie klimafest und ökologisch hochwertig sind. Dazu gehören beispielsweise Königskerze, Mohn, Thymian und Ehrenpreis. Verschiedene Distelarten runden die Komposition ab und bieten Insekten Nahrung und Unterschlupf.

Nachts soll ein Ring aus Lampen die Installation in Szene setzen. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, haben die Nachwuchslandschaftsarchitektin und der -architekt Weinbaupfähle gewählt, die knapp über der Bodenfreiheit herkömmlicher PKWs Sollbruchstellen aufweisen.

Nachdem eine Fachjury die drei überzeugendsten Arbeiten ausgewählt hatte, konnten die Bürgerinnen und Bürger Geisenheims im Dezember des vergangenen Jahres für ihren Lieblingsentwurf abstimmen. Rund 1.300 Personen gaben ihr Votum ab und bekundeten so ihr Interesse an dem Projekt. Orpel und Treffler erhielten für ihre Planung ein Preisgeld von 750€.

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