Zwischen Hof und Hochschule

Porträtbild von Maria Schneider in Grün mit dem Logo der UN-Kampagne IYWF 2026.
© Josef Gangkofer

Im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft (IYWF 2026) rückt die HSWT jeden Monat Frauen ins Licht, die Landwirtschaft und Ernährungssysteme prägen.

Landwirtschaft gehört für Maria Schneider seit ihrer Kindheit zum Alltag. Auf einem Milchviehbetrieb aufgewachsen, begleitet sie der Hof bis heute. An der HSWT studiert sie den Master Green Digital Engineering. Gleichzeitig arbeitet Maria an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) als Projektkoordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt DigiMilchPro. Dort beschäftigt sie sich mit der Digitalisierung in der Prozesskette Milcherzeugung. Gemeinsam mit ihrem Team testet sie digitale Techniken und entwickelt KI-Lösungen für die Praxis, die Tierwohl und Betriebsmanagement verbessern sollen. 

Warum hast Du dich für das Studium an der HSWT entschieden?

Maria Schneider: Ich komme selbst aus der Landwirtschaft. Meine Eltern führen einen Milchviehbetrieb, auf dem ich jedes Wochenende mitarbeite. Gleichzeitig hat mich das naturwissenschaftlich-technische Arbeiten schon immer fasziniert. Als ich vom Studiengang Agrartechnik gehört habe, wusste ich sofort: Das verbindet genau die beiden Bereiche, die mich interessieren.

Die HSWT war für mich die erste Wahl, weil sie in landwirtschaftlichen Kreisen einen sehr guten Ruf hat und sehr praxisnah ist. Viele Bekannte haben in Triesdorf oder Freising studiert, und ich wollte unbedingt an eine Hochschule, die familiär, überschaubar und ländlich geprägt ist. Das passt einfach zu mir. 

Auch die Nähe zu meinem Zuhause war wichtig. Ein Studium weiter weg wäre mit dem Betrieb daheim schwer vereinbar gewesen. Als dann auch noch der neue Masterstudiengang eingeführt wurde, war klar, dass es genau mein Weg ist. Vieles, was ich dort lerne, kann ich direkt in meiner Arbeit an der LfL anwenden. 

Welche Unterstützung ist aus Deiner Sicht hilfreich für Frauen, die in Deinem Bereich arbeiten möchten?

Ich glaube, Frauen brauchen vor allem Ermutigung. Viele trauen sich wenig zu, obwohl sie in Wirklichkeit viel stärker sind und viele Fähigkeiten haben. Ich habe das oft im privaten Umfeld und manchmal auch als Studiengangbotschafterin erlebt. Da hatte ich Gespräche, in denen es darum ging, wie ich Job, Familie und Studium miteinander vereinbaren kann. Sie haben jemanden gebraucht, der ihnen eine ehrliche Einschätzung gibt und sie bestärkt. Frauen brauchen Zuspruch, Austausch und manchmal auch Bestätigung aus dem männlichen Umfeld. Wichtig sind Anlaufstellen, an die man sich wenden kann, wenn man unsicher ist. 

Welche Wirkung hat die UN-Kampagne IYWF auf Dich persönlich? 

Solche Kampagnen haben einen hohen Stellenwert – sie zeigen, es gibt viele andere, die im gleichen Boot sitzen. Das schafft Raum für Kommunikation und Austausch. Man merkt, dass man nicht allein ist. Für mich persönlich haben Kampagnen wie diese weniger Einfluss, weil ich meinen Weg schon immer sehr selbstständig gegangen bin und mir Bestätigung eher in meinem Umfeld hole. Trotzdem finde ich sie wichtig, vor allem für diejenigen, die diese Bestätigung nicht aus ihrem Umfeld bekommen. Sie geben Frauen Sichtbarkeit und können genau die Motivation sein, die sie brauchen.