Wasser messen & verstehen: Schulprojekt zur Klimaanpassung
14 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen des Hochfranken-Gymnasiums Naila haben im Rahmen des Wahlkurses „Wasser digital erforschen!“ monatelang Messungen durchgeführt.
Wie viel Regen fällt eigentlich rund um Selbitz? Wie reagieren Böden und Bäche auf Niederschläge – und wie kann man das messen? Diesen Fragen gingen die jungen Forschenden nach. Unter Anleitung der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) wurden über neun Monate hinweg Regen- und Wasserstandsmessungen durchgeführt. Die Daten wurden über eine App erfasst, analysiert und mit historischen Wetterdaten verglichen. Am 08. Juli 2025 präsentierten die jungen „Citizen Scientists“ ihre Ergebnisse beim „Schwammtisch“ im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal der Goldenen Krone in Selbitz.
Besondere Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler
Für viele der jungen Teilnehmenden war es das erste Mal, selbst Messungen durchzuführen – entsprechend groß war die Aufregung. Besonders in Erinnerung blieb ein gemeinsamer Ausflug zu einer der Wasserstandsmessstellen. Und eindrucksvoll demonstrierten die jungen Forschenden bei der Abschlusspräsentation ein Versickerungsexperiment, das zeigte, wie unterschiedlich Böden Wasser aufnehmen.
Ein Projekt mit Wirkung – für Stadt, Schule und Wissenschaft
Initiiert wurde das Projekt im Rahmen der Schwammflur-Initiative der Stadt Selbitz, die nach einem Starkregenereignis 2021 ein innovatives Landschaftsplanungsprojekt auf den Weg brachte. An der HSWT wurde unter Leitung von Prof. Dr. Kristian Förster ein wissenschaftliches Folgeprojekt konzipiert, das auf diese Schwammflur-Initiative aufbaut. In einer Bürgerwerkstatt entstand die Idee, eine Schule in die Datenerhebung einzubinden.
Schulleiter Stefan Ernst vom Hochfranken-Gymnasium war sofort überzeugt. Mit Ann-Katrin Marquardt, Lehrerin für Biologie und Chemie, fand sich eine engagierte Leiterin des Wahlkurses. Sie schaffte es, wissenschaftliches Arbeiten altersgerecht zu vermitteln und eine Brücke zwischen Hochschule und Schule zu schlagen. „Ohne die Hochschule wäre das nicht möglich gewesen“, betonte sie bei der Abschlussveranstaltung.
Große Bühne für junge Talente
Die Präsentation der jungen Forschenden war informativ und kreativ: Mit Halsketten in Form von Wassertropfen, einem als Spongebob verkleideten Schüler und selbst gestalteten Logos zeigten sie, wie Wissenschaft Spaß machen kann. Die Resonanz war überwältigend: Eltern, Stadträte und viele Interessierte aus dem Schwammflur-Stammtisch zollten den jungen Leuten großen Respekt. Diese überreichten am Ende Korinna Schmitz, Projektkoordinatorin der HSWT, ein Geschenk in Form eines großen Wassertropfens mit ihren Unterschriften darauf und spendeten 30 Euro an „Viva con Agua“, um weltweit Wasserprojekte zu unterstützen.
Ausblick: Es geht weiter
Die Ergebnisse flossen bereits in das erste Wasserhaushaltsmodell des vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geförderten Forschungsprojekts Schwammbox der HSWT ein. Die gemessenen Wasserstände halfen dabei, die Modellberechnungen zu validieren – ein echter Beitrag zur Forschung. Im kommenden Schuljahr wird das Projekt mit einem P-Seminar in der Oberstufe fortgeführt.
Eine ausführlichere Berichterstattung zum Schulprojekt finden Interessierte auf der projekteigenen Webseite schwammbox.de.