Vorstellung Prof. Sebastian Knoll - Professur „Nachhaltiger Landschaftsbau“

  • Datum: 06.11.2025

Prof. Sebastian Knoll lehrt im Rahmen der neuen Professur „Nachhaltiger Landschaftsbau“ die Grundlagen des Erd-, Wege- und Sportplatzbaus sowie der Entwässerungstechnik im Land-schaftsbau – jeweils mit Fokus auf nachhaltige und klimaresiliente Bauweisen.

Beruflicher Hintergrund 

Bereits während des Studiums der Umweltplanung und Ingenieurökologie an der TU München sammelte Sebastian Knoll praktische Erfahrungen als freiberuflicher Geotechniker und Mitarbeiter im renommierten Bodeninstitut von Johannes Prügl. Sein fachlicher Fokus lag zunächst auf geologischen Baugrunderkundungen, Kontrollprüfungen im Erd- und Verkehrswegebau und der Sanierung von Bodenaltlasten. Als Projektleiter verantwortete er unter anderem die erfolgreiche Altlastensanierung und Beseitigung des schadstoffbelasteten Kriegsschutts auf dem Gelände der ehemaligen Messerschmitt-Werke in Augsburg.

Sebastian Knolls besondere Leidenschaft gilt jedoch der Zusammenarbeit mit Akteur:innen aus dem Landschaftsbau, der Landschaftsarchitektur sowie der Stadtplanung. Sein Ziel ist es, stadtplanerischen Strategien wie Klimaanpassungsmaßnahmen zukunftsfähige, technische Lösungen bereitzustellen. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen auf Vegetationstechnik und Regenwassermanagement in der blau-grünen Infrastruktur. Als vom Landesamt für Umwelt Bayern notifizierter Sachverständiger gem. § 18 Bundes-Bodenschutzgesetz entwickelt er darüber hinaus Bodenverwertungs- und Substratmanagementstrategien für den Landschaftsbau. In all seinen Tätigkeiten legt Sebastian Knoll großen Wert auf die Schonung primärer Ressourcen – insbesondere durch die ortsnahe Verwertung von Sekundärbaustoffen mit kurzen Transportwegen.

Forschungsinteressen

Mit der Verwendung von Rezyklaten im Landschaftsbau beschäftigt sich auch Sebastian Knolls laufendes, durch das Kommunalreferat der LH München gefördertes Promotionsvorhaben in der Arbeitsgruppe „Urbane Regenwasserbewirtschaftung“ am Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft der TU München. Hier konnte er nachweisen, dass Recyclingkörnungen auf Basis ziegelhaltigen Bauschutts durch erhöhte Wasserspeicherfähigkeit als Zuschlagstoff für Pflanzsubstrate das Wachstum und die Ökosystemdienstleistungen von Stadtbäumen während trockener Sommerperioden positiv beeinflussen können, ohne dabei die Entwässerungssicherheit zu gefährden. Darüber hinaus trug er im LfU-Projekt „Multifunktionale Versickerungsmulden im Siedlungsraum“ mit praxisnaher und forschungsorientierter Expertise zur Optimierung dezentraler Entwässerung über die bewachsene Bodenzone bei. Aktuelle Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit der bodenphysikalischen und vegetationstechnischen Weiterentwicklung von Standardbauweisen urbaner Baumquartiere unter befestigten Flächen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Harmonisierung vegetationstechnischer und wasserwirtschaftlicher Anforderungen bei Gehölzpflanzungen in Versickerungsmulden des Straßenbegleitgrüns.

Lehre und Vision

In Sebastian Knolls Lehrveranstaltungen stehen die Vermittlung mechanischer Bodeneigenschaften sowie Standard- und Sonderbauweisen im Mittelpunkt. Darüber hinaus möchte er für ressourcensparende und klimaresiliente Bautechniken sensibilisieren. Die interdisziplinäre Ausrichtung der Studiengänge Landschaftsbau und -management sowie Landschaftsarchitektur betrachtet Sebastian Knoll als ideale Grundlage, um Studierende gezielt auf die aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Baubranche vorzubereiten. Besonders im Kontext der blau-grünen Infrastruktur sieht er in den kommenden Jahren zahlreiche Herausforderungen auf Planende und Ausführende zukommen. Im Spannungsfeld von Klimaanpassungsstrategien, Ressourceneffizienz und einem komplexen Zusammenspiel gesetzlicher sowie normativer Vorgaben sieht Sebastian Knoll kreative und verantwortungsbewusste Lösungen durch die Absolvent:innen der HSWT als gefragter denn je!

Pressekontakt

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