Vorstellung Prof. Florian Strauß - Professur „Nachhaltigkeit, Entwurf und Konstruktion in der Landschaftsarchitektur“

  • Datum: 19.03.2026

Mit dem Sommersemester 2026 übernimmt Florian Strauß die Professur „Nachhaltigkeit, Entwurf und Konstruktion in der Landschaftsarchitektur".

Florian Strauß kommt aus der Praxis. Nach der Berufsausbildung im Garten- und Landschaftsbau und mehreren Jahren als Baustellenleiter studierte er Landschaftsbau und -Management an der HSWT sowie Landschaftsarchitektur an der TU München. Stationen bei Vogt Landschaftsarchitekten und bei Schweingruber Zulauf in Zürich schärften sein Verständnis für konzeptionelles Arbeiten, handwerkliche Präzision und robuste, ressourcenschonende Konstruktionen. Seit der Gründung von Studio Vulkan Landschaftsarchitektur 2015 leitet er das Büro in München als einer von fünf Partnern. In dieser Rolle war er in vielen Großprojekten in Deutschland und der Schweiz verantwortlich für die konzeptionelle und konstruktive Ausrichtung des Büros vom Wettbewerb bis zur Ausführung. 

Die Projekte sind vielfältig in Ort und Maßstab, sie haben aber eine gemeinsame Grammatik im spezifischen Ansatz, keine Objekte zu bauen, sondern sich in ein größeres, übergreifendes, landschaftliches Netzwerk einzubinden und damit einen Beitrag zu einer strukturellen Weiterentwicklung von Städten, Stadtteilen und Quartieren zu leisten. Strauß greift dabei auf seine praktischen Kenntnisse aus Ausbildung und Baustellenpraxis zurück. Die Ansätze bleiben so nicht nur an der Oberfläche. In der Suche nach konkreten Lösungen im konstruktiven Detail entstehen spezifische, atmosphärische Projekte als gebaute Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit. Dabei gilt seine besondere Leidenschaft der Suche nach gestaltungsbasierten Lösungen für scheinbar Widersprüchliche Anforderungen. Denn gerade im Freiraum treten Zielkonflikte zwischen Klimaanpassung, Nutzungsanforderungen, technischen Rahmenbedingungen, Kosten und Betriebssicherheit besonders deutlich zutage. 

Daraus leitet Strauß anwendungsnahe Forschungsfragen ab, die Entwurf, Konstruktion und Realisierung enger verzahnen:

  • Einfach bauen im Freiraum: Wie gelingt trotz steigender Anforderungen „einfaches Bauen“ mit wenigen, nachvollziehbaren Komponenten und geringer technischer Abhängigkeit?
  • Umbauen als Regelfall: Welche Planungs-, Vergabe- und Bauprozesse ermöglichen Wiederverwendung und Recycling trotz knapper Flächen, Zeitdruck und Nachweispflichten?
  • Zielkonflikte gemeinsam gestalten: Wie können wir von standardisierten „Pflichtlösungen“ zu ortsspezifischen, atmosphärischen Entwürfen gelangen, die zugleich robust, baubar und langlebig sind?

Aus seiner Arbeit in Großprojekten sowie aus Gastprofessur und Lehraufträgen bringt Strauß Erfahrung in Lehre und Projektstudio mit. Die Professur richtet sich an Landschaftsarchitektur und Landschaftsbau gleichermaßen – an Planende und Ausführende von morgen. Dabei ist ihm ein besonderes Anliegen, dass die Studierenden lernen, im Dialog und auf Augenhöhe zu arbeiten, Zielkonflikte transparent zu machen und Lösungen zu entwickeln, die gestalterisch überzeugen und technisch umsetzbar sind.

Absolvent:innen der HSWT sollen integrativ und umsichtig entwerfen, konstruktiv sicher planen und verantwortungsbewusst bauen können. Dafür möchte sich Florian Strauß an der HSWT einsetzen.