Von der Quelle bis zur Mündung: AQUA Abens gestartet

Luftaufnahme von der Abensaue.
© Walter Demel

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) steuert das Pilotprojekt AQUA Abens. Ziel ist ein innovatives Konzept für dezentralen Hochwasserschutz entlang des gesamten Abens-Einzugsgebiets.

Mit AQUA Abens soll ein Modellprojekt entstehen, das bayernweit Beispielcharakter für klimaangepassten, dezentralen Hochwasserschutz haben kann. Im Projekt wird der rund 70 Kilometer lange Flusslauf der Abens in Ober- und Niederbayern betrachtet, um Maßnahmen zu identifizieren, die sowohl Hochwasserspitzen abmildern als auch die Bodenfeuchte in Dürreperioden verbessern. Das Einzugsgebiet der Abens ist durch ein geringes Wasserretentionsvermögen geprägt – ein wesentlicher Grund für die wiederkehrenden Überschwemmungen, zuletzt im Juni 2024. 

Naturbasierte Lösungen in Einklang mit Landwirtschaft

Die HSWT wird in den kommenden zwei Jahren die inhaltliche Ausarbeitung übernehmen. Dazu gehören die Modellierung der Abflussverhältnisse, die Bewertung von Risikogebieten sowie die Entwicklung eines Maßnahmenbaukastens für dezentralen Wasserrückhalt. Besonderes Augenmerk liegt auf „nature based solutions“ wie Mulden, Kleingewässer oder begrünte Abflussstrukturen in der Agrarlandschaft. Diese sollen in enger Abstimmung mit den Landwirt:innen geplant werden, um Akzeptanz und Praxistauglichkeit sicherzustellen.

Die wissenschaftliche Projektleitung übernimmt Markus Reinke, Professor für Landschaftsplanung, Landschaftsökologie und Umweltsicherung an der Fakultät Landschaftsarchitektur und am Institut für Ökologie & Landschaft (IÖL). „Die Herausforderung im Projekt Aqua Abens wird darin liegen, einen wirksamen Hochwasserschutz und dezentralen Wasserrückhalt zu planen, der von den Landnutzern, insbesondere den Landwirten auf Akzeptanz trifft und somit eine Realisierung erhalten kann“, betont Professor Reinke. 

Zwölf bayerische Kommunen beteiligt

Insgesamt zwölf Kommunen aus Niederbayern und Oberbayern wirken am Projekt mit. Durch diese breite Beteiligung wird erstmals eine einheitliche Betrachtung des gesamten Einzugsgebiets möglich. Das Amt für ländliche Entwicklung Niederbayern (ALE) fördert die Erstellung des fachlichen Konzepts mit 75 Prozent. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 195.000 Euro.

Auf dem Gruppenfoto sind die Projektbeteiligten zu sehen.
Die beteiligten Kommunen und die HSWT, hier vertreten durch Prof. Dr. Markus Reinke (1. Reihe, v. r.), freuen sich auf die Zusammenarbeit. © VG Mainburg

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