Unternehmerin, Wegbereiterin und Ehrensenatorin
Im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft (IYWF 2026) rückt die HSWT jeden Monat Frauen ins Licht, die Landwirtschaft und Ernährungssysteme prägen.
Cornelia Horsch ist seit diesem Jahr die erste Ehrensenatorin der HSWT. Aufgewachsen in Frankreich, geprägt von starken Frauen in ihrer Familie und seit Jahrzehnten im Unternehmen HORSCH aktiv, hat sie Vertrieb, Märkte und Strukturen aufgebaut. Ihr Engagement für Bildung verbindet sie seit vielen Jahren mit der Hochschule. Acht Jahre lang war sie als Vorsitzende des Hochschulrats tätig. Als Unternehmerin und Mutter von vier Kindern setzt sie sich dafür ein, dass Frauen in der Branche sichtbarer werden, Netzwerke entstehen und junge Talente ihren Weg gehen können.
Welche Stationen haben Ihren beruflichen Weg geprägt?
Cornelia Horsch: Meine Großmütter und meine Mutter haben ihre landwirtschaftlichen Betriebe, die sie teilweise geerbt hatten, hauptsächlich allein geführt. Diese Selbstverständlichkeit, Verantwortung zu übernehmen, hat mich stark geprägt.
Anfang der 2000er bin ich mit meiner Familie nach Frankreich gezogen, um den Vertrieb der HORSCH France aufzubauen. Die Infrastruktur für Familien war dort damals besser – Ganztagsschulen, ein anderes gesellschaftliches Selbstverständnis. Das hat mir ermöglicht, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig für meine Kinder da zu sein. Arbeit erfüllt mich, und es war mir immer wichtig, beides miteinander zu verbinden.
Was bedeutet es Ihnen persönlich, die erste Ehrensenatorin der HSWT zu sein?
Es ist eine große Ehre. Ich empfinde es als Anerkennung für mein Engagement an der HSWT. Bildung ist für mich eine zentrale Grundlage unserer Gesellschaft. Deshalb habe ich mich gerne eingebracht, etwa bei der Frage „Wie sieht die Bildung von morgen aus?“ Ich habe das nie als Arbeit empfunden, sondern aus Überzeugung getan. Die Ehrensenatorinnenwürde ist für mich ein Dankeschön der Hochschule und Ausdruck einer weiterhin intensiven Beziehung.
Welche Bedeutung hat die Kooperation mit der HSWT für Ihr Unternehmen, insbesondere mit Blick auf die Ausbildung weiblicher Nachwuchskräfte?
Wir beschäftigen viele Praktikantinnen und stellen regelmäßig Nachwuchskräfte von der HSWT ein. Der Austausch mit den Professor:innen– auch in der Forschung – ist intensiv. Gemeinsam bringen wir Themen voran, die für die Landwirtschaft der Zukunft entscheidend sind. Die Branche ist teilweise noch konservativ geprägt. Aber bei uns im Unternehmen erleben wir engagierte Praktikantinnen, die selbstverständlich gleichberechtigt arbeiten. Gleichberechtigung ist für uns kein Sonderthema, sondern Normalität.
Welche Wirkung hat die UN-Kampagne „International Year of the Woman Farmer“ aus Ihrer Perspektive – und welche Impulse wären für Ihre Branche besonders relevant?
Die Kampagne zeigt Frauen, dass sie alles erreichen können, wenn sie es möchten – auch wenn das leider nicht immer so einfach ist, wie wir es uns wünschen. Wir haben Ende letzten Jahres ein Frauennetzwerk im Unternehmen gegründet, weil wir gemerkt haben: Frauen sind oft noch nicht ausreichend vernetzt. Kampagnen wie das IYWF helfen, das zu ändern. Sie unterstützen uns dabei, eine gleichberechtigte Gesellschaft zu schaffen.