Übung im Weltwald für den Ernstfall im gefährlichen Arbeitsumfeld
Bei der großen Forstlichen Rettungsübung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) nutzten über 150 Teilnehmende die Gelegenheit, den Ernstfall zu trainieren.
Blaulicht flackert zwischen den Bäumen, Sirenen durchbrechen die Ruhe des Waldes. Was für vorbeifahrende Autofahrer und Spaziergänger wie ein Großeinsatz wirkt, ist in Wirklichkeit eine Übung mit ernstem Hintergrund. Denn die Arbeit im Wald gehört weiterhin zu den gefährlichsten Tätigkeiten.
Hohe Unfallzahlen in der Forstwirtschaft
In der Forstwirtschaft wurden deutschlandweit zuletzt 5.188 meldepflichtige Unfälle registriert, die Zahl der tödlichen Unfälle liegt mit 35 Fällen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Auffällig ist zudem der deutliche Anstieg von Unfällen mit technischen Geräten, so die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).
Training unter realistischen Bedingungen
Vor diesem Hintergrund trainierten Studierende des Studiengangs Forstingenieurwesen der HSWT Ende März gemeinsam mit Rettungsdienst und Feuerwehr den Ernstfall. Die Szenarien sind realitätsnah und bewusst drastisch: eingeklemmte Waldarbeiter, schwere Verletzungen durch herabstürzende Baumteile, komplexe Rettungseinsätze abseits befestigter Wege. Geübt wird die gesamte „Rettungskette Forst“ vom ersten Notruf bis zur Versorgung und Bergung der Verletzten. Entscheidend ist dabei nicht nur medizinisches Wissen, sondern vor allem schnelles, koordiniertes Handeln und gezielte Vorbereitungen.
Forstliches Notfalltraining als Teil des Studiums
Die Übung ist inzwischen integraler Bestandteil eines forstlichen Notfalltrainings innerhalb des Studiums. In einem speziellen Seminar erwerben die Studierenden grundlegende Kenntnisse der „Rettungskette Forst“, Notruf, der Ersten Hilfe und trainieren lebensrettende Maßnahmen wie Wiederbelebung, die Versorgung schwerer Blutungen oder den Umgang mit bewusstlosen Personen.
Vorbereitung rettet Leben
Die Übung zeigt eindrücklich, wie wichtig eine fundierte Ausbildung ist. Denn trotz technischer Fortschritte bleibt die Waldarbeit ein Arbeitsfeld mit hohem Risiko. Eine funktionierende Rettungskette kann im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen. An der Übung waren unter anderem die Werkfeuerwehr der TU München am Standort Weihenstephan, die Rettungsdienstschule München mit angehenden Notfallsanitätern in Ausbildung und mehreren Notärzten beteiligt, die gemeinsam mit den Studierenden praktische Erfahrungen sammelten.
Einzigartiges Ausbildungskonzept
Mit diesem Ausbildungskonzept nimmt die HSWT bundesweit eine Vorreiterrolle ein: Das forstliche Notfalltraining im Wald verknüpft die „Rettungskette Forst“ und Erste Hilfe mit einer engen Verbindung von Theorie und Praxis sowie mit einer groß angelegten Rettungsübung.