Round Table zur Jagd und Jagdpraxis
Am 18. Dezember 2024 diskutierten rund 180 Forststudierende beim Round Table unter der Moderation von Dr. Martina Hudler mit Fachleuten über verschiedene Perspektiven der modernen Jagdpraxis.
Der Jagd Round Table hat sich 2021 als jährliche Tradition an der Fakultät Wald und Forstwirtschaft etabliert. Die Veranstaltung bot auch 2024 eine Plattform für fundierte Diskussionen, an der rund 180 Forststudierende aus allen Semestern teilnahmen.
Moderatorin Dr. Martina Hudler freute sich, eine beeindruckende Reihe von Fachleuten zur Podiumsdiskussion begrüßen zu dürfen, darunter:
- Ernst Weidenbusch, Präsident des Bayerischen Jagdverbands
- Silvia Backhaus, stellvertretende Vorsitzende des Ökologischen Jagdverbands Bayern
- Univers. Doz. Dr. Armin Deutz, Amtstierarzt und Wildtierbiologe
- Lasse Weicht, Forstbetriebsleiter Schliersee der Bayerischen Staatsforsten
- Rudi Brandl, Förster, Lehrbeauftragter für Jagdmanagement und anerkannter Jagdhundeexperte
- Felix Kuwert, Forstwissenschaftler und erfolgreicher Jagdblogger der Social-Media-Plattform „Jagdmomente“
Diskussion über Ethik, Technik und Praxis
Die Studierenden wählten die Themen selbst aus, was die Relevanz des Austausches erhöhte. In einer einstündigen Diskussion wurden vier zentrale Aspekte der modernen Jagdpraxis behandelt:
1. Jagdethik im Zeitalter der Technik: In der Diskussion wurde der Einfluss von Nachtsichtgeräten und Wärmebildtechnik auf die Jagd beleuchtet, wobei besonders der Verlust des handwerklichen Aspekts und die Fairness gegenüber Wildtieren im Mittelpunkt standen.
2. Jagdstrategie in Sanierungsgebieten: Im Fokus stand die Vereinbarkeit von Wald- und Tierschutz in sensiblen Gebieten wie der Auerwild-Population sowie die Bedeutung von Schonzeitaufhebungen.
3. Anpassung der Schonzeiten: Es wurde die Notwendigkeit betont, Schonzeiten an die Lebenszyklen der Wildtiere anzupassen.
4. Zeitgemäßheit der Raubwildjagd: Die Notwendigkeit der Rauwildbejagung wurde bejaht, während die Baujagd kritisch betrachtet wurde.
Die Diskussion bot einen offenen Austausch, in dem die Teilnehmenden ihre Sichtweisen darlegten und die Themen der Studierenden vertieften. Dr. Hudler betonte: „Es ist wichtig, Wissen zu vermitteln und den Dialog zu fördern, um eine neue Generation von Forst- und Jagdexpertinnen und -experten zu befähigen, fundierte Entscheidungen zu treffen.“ Die Veranstaltung lieferte wertvolle Impulse. Alle waren sich einig, dass der interdisziplinäre Austausch zwischen Theorie und Praxis essenziell für eine nachhaltige Jagd ist. Der wertschätzende Umgang trotz unterschiedlicher Meinungen wurde sehr begrüßt.
Dr. Martina Hudler engagiert sich selbst aktiv als Jägerin. Dieser Beitrag gibt Einblicke in ihre Erfahrungen und ihre Leidenschaft für die Jagd.