Regionale Lösungen für Bio-Milchviehkälber
Von Anfang an gut versorgt: OptiBioRind erforscht praxisnahe Konzepte, die Gesundheit, Wirtschaftlichkeit und regionale Wertschöpfung in der Bio-Kälberaufzucht verbinden.
Die Aufzucht von Bio‑Milchviehkälbern ist ein sensibler Abschnitt in der Wertschöpfungskette. Besonders die frühe Trennung von der Mutterkuh und vom Herkunftsbetrieb birgt gesundheitliche Risiken und stellt hohe Anforderungen an Management und Betreuung. Im ökologischen Landbau, wo präventive Tiergesundheit eine zentrale Rolle spielt und der Einsatz von Medikamenten stark begrenzt ist, gewinnen stabile und gut abgestimmte Aufzuchtstrukturen zusätzlich an Bedeutung. Hier setzt das Projekt OptiBioRind an. Das Ziel sind regionale, tierwohlorientierte, praktikable und nachhaltige Lösungen. Darüber hinaus werden aussteigenden Milchviehbetrieben Perspektiven zur Nutzung bestehender Gebäude und zur Erhaltung von wertvollem Kulturland aufgezeigt.
Ganzheitliche Ansätze für Tierwohl und Wertschöpfung
Das Forschungsprojekt OptiBioRind der Hochschule Weihenstephan‑Triesdorf, Verbundprojektleitung Prof. Dr. Dr. Eva Zeiler, verfolgt das Ziel, praxisnahe Konzepte für die Kälberaufzucht auf bayerischen Grünlandstandorten zu entwickeln. Im Fokus stehen tierwohlorientierte Haltungsformen, grünlandbasierte Fütterungssysteme sowie ökologisch und ökonomisch tragfähige Betriebsmodelle. Durch die Betrachtung der gesamten Aufzucht‑ und Mastphase sollen Kälber dauerhaft im ökologischen System gehalten und gleichzeitig Perspektiven für Milch‑ und Mastbetriebe geschaffen werden. Zusätzlich wird der Nutzen von grünlandbasierter Rinderernährung auf Lebensmittelkonversionseffizienz und Nahrungsmittelkonkurrenz zur menschlichen Ernährung untersucht.
Gemeinsam mit Praxisbetrieben in die Umsetzung
Ein zentrales Element des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Praxispartnern wie der Schweisfurth-Stiftung, der LMU und der LfL. Gemeinsam werden regionale Aufzuchtketten erprobt, in denen spezialisierte Zwischenaufzuchtbetriebe eine verbindende Rolle übernehmen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in konkrete Entscheidungshilfen für Betriebe ein und sollen dazu beitragen, die ökologische Kälberaufzucht langfristig zu stärken. Projektmitarbeiter Peter Weindl sprach beim Bioland-Milchviehtag mit dem Bioland-Fachmagazin über das Forschungsprojekt.