Hochschule Weihenstephan-Triesdorf richtet internationales Symposium der Gartenbauwissenschaften aus

Eine große Gruppe von Menschen steht auf den Stufen vor einem modernen Gebäude mit Glasfassade und roten Außentreppen. Einige Personen vorne halten ein Banner mit dem Logo der International Society for Horticultural Science (ISHS).
© Josef Gangkofer

Das „II International Symposium on Growing Media, Compost Utilization and Substrate Analysis for Soilless Cultivation“ fand vom 7. bis 12. September an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) unter der Schirmherrschaft der International Society for Horticultural Science (ISHS) in Zusammenarbeit mit der International Peatland Society (IPS) statt.

Schwerpunkt des Symposiums war die Reduktion von Torf in Kultursubstraten und in Folge die Auswirkungen auf Kulturführung und Kultursicherheit. Neben neuen Torfersatzstoffen wurde die Nachhaltigkeitsbewertung von Substratausgangsstoffen und Kultursubstraten intensiv diskutiert. Das umfangreiche Rahmenprogramm bot zudem die Möglichkeit der Vernetzung von Fachleuten aus den verschiedensten Bereichen und Regionen weltweit. Die Organisation übernahm ein engagiertes Team aus dem Institut für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) unter Leitung von Dr. Dieter Lohr.

Opening Session

Eröffnet wurde das Symposium durch Prof. Dr. Christoph Moning, der in seiner Rede die Relevanz der Symposiumsschwerpunkte betonte. Das Symposium bot ihm zufolge die Chance, die internationale Zusammenarbeit auf diesem Feld zu stärken, das wissenschaftlich wie gesellschaftlich von großer Bedeutung ist.

Dr. Thomas Schmidt vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hob in seinen Grußworten die Wichtigkeit von Substraten als Fundament für einen nachhaltigen und wirtschaftlich erfolgreichen Gartenbau hervor.

Der Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher dankte allen Teilnehmenden, die Antworten auf weltweite Fragen suchen und gesellschaftliche Themen nachhaltig mitgestalten.

Graeme Smith, Repräsentant der ISHS, stellte die Organisation und ihren Wirkungskreis vor und betonte, worin die Herausforderungen in der Ernährung und Lebensmittelproduktion in Zukunft liegen, und wie das Symposium Lösungsansätze dafür finden kann.

Workshop und Posterpräsentationen am Montag

In Gruppen diskutierten die Teilnehmenden die wesentlichen Herausforderungen und größten Schwachstellen bei der Reduktion des Torfanteils und identifizierten die Bereiche, in denen der Aufwand für eine Transformation geringer oder höher ist. Die erarbeiteten Erkenntnisse wurden im Plenum vorgestellt und dort weiter diskutiert. 

Am Nachmittag präsentierten rund 70 beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in jeweils zwei parallelen Postersessions ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zu neuen Substratausgangsstoffen, zur Charakterisierung der chemischen, biologischen und physikalischen Eigenschaften von Kultursubstraten, zu torfreduzierten Produktionssystemen sowie zur Optimierung des Nährstoff- und Wassermanagements. 

Keynote Sessions

Die drei Keynote Sessions am Dienstag, Donnerstag und Freitag behandelten Themen rund um Kultursubstrate, wie die Mikrobiologie, die Nachhaltigkeit und deren Bewertung bzw. Herausforderungen, die mit erdelosen Anbausystemen einhergehen. Hinzu kamen Vortragssessions z. B. zu neuen Ausgangstoffen oder zur Anpassung der Kulturführung. Bei diesen Sessions war neben den internationalen Vortragenden unter anderem Michael Muser vom Institut für Gartenbau vertreten, der über die Eignung kompostierter Paludikulturbiomasse als Torfersatzstoff referierte.

Fachliches Rahmenprogramm

Am Dienstagnachmittag standen drei Campusführungen auf dem Programm. Prof. Dr. Michael Beck, Leiter des Instituts für Gartenbau, begrüßte die Gäste am Institut. Die Führungen umfassten die Themen aquaponische Schnittblumenkultur, Vertical-Indoor-Farming, Dachbegrünung, Torfreduktion in Kultursubstraten und Paludikultur auf renaturierten Moorflächen.

Am Mittwoch fanden ganztägige Fachexkursionen mit den Themenschwerpunkten Gemüse und Logistik, Produktion von Kultursubstraten, Urbanes Grün sowie Topfpflanzenproduktion statt.

Abschluss und Fazit

Während der Abschlusssitzung wurden der beste Vortrag und das beste Poster einer bzw. eines jungen Wissenschaftlerin oder Wissenschaftlers (ISHS Young Minds Awards) ausgezeichnet. Das beste Poster stammte von der HSWT-Wissenschaftlerin Eleonora Itri und befasste sich mit Alginat-basierten Hydrogelen als Kultursubstrat in Indoor-Farming-Systemen. Für den besten Vortrag wurde Camille Vögeli geehrt. Sie stellte ihre Arbeiten zum Nachweis von Torfs mittels Schalenamöben vor.

Das Symposium war geprägt von einem intensiven Austausch über zukünftige Entwicklungen im Bereich der Kultursubstrate sowie dem Wandel des Gartenbaus zu einer kreislauforientierten Wirtschaftsweise. Besonders hervorgehoben wurde von den Teilnehmenden die konstruktive und partnerschaftliche Arbeit von Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Industrie und Politik an zukunftsorientierten Lösungen.

  • Eine Gruppe von Menschen steht vor einem modernen Gebäude und hält ein Banner mit dem Logo der ISHS und der Website www.ishs.org. Im Hintergrund sind eine Treppe und ein grünes Banner mit der Aufschrift ‚Applied Sciences for Life‘ zu sehen.
    Organisationsteam des Instituts für Gartenbau der HSWT © Josef Gangkofer
  • Zwei Männer stehen in einem Raum mit grünen Wänden und Pflanzen im Vordergrund. Im Hintergrund zeigen zwei Bildschirme eine Präsentation.
    Vizepräsident Forschung und Wissenstransfer Prof. Dr. Christoph Moning (re.) und Oberbürgermeister der Stadt Freising Tobias Eschenbacher (li.) bei der Eröffnung der ISHS Growing Media © Franziska Kohlrausch
  • Eine Gruppe von Menschen sitzt in einem Konferenzraum und verfolgt eine Präsentation. Im Vordergrund zeigt ein digitaler Timer die verbleibende Zeit an.
    Die Grußworte zur ISHS Growing Media sprachen, vorne v.l.: Graeme Smith (ISHS), OB der Stadt Freising Tobias Eschenbacher, Dr. Thomas Schmidt (BMLEH), Vizepräsident Forschung und Wissenstransfer Prof. Dr. Christoph Moning © Franziska Kohlrausch
  • Vier Männer stehen vor einem Banner, das eine Konferenz an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ankündigt. Im Hintergrund befindet sich ein modernes Gebäude mit Außentreppe.
    Die Referenten des einführenden Workshops zum Thema Torfausstieg in Deutschland, den USA, Holland und Großbritannien (v. l. n. r.): Thomas Schmidt (BMLEH), Jeb Fields (University of Florida); Chris Blok (WUR), Raghavendra Prasad (RHS) © Franziska Kohlrausch
  • Vier Personen stehen nebeneinander vor einer Stellwand mit Plakat. Die beiden äußeren Personen halten jeweils ein Ende eine Fahne, die vor den Personen gespannt ist. Die beiden Personnen in der Mitte halten jeweils ein Zertifikat in der Hand.
    Graeme Smith (links) und Prof. Dr. Elke Meinken (rechs) mit den beiden Gewinnerinnen des ISHS Young Minds Awards Eleonora Itri (2. v. r.) von der HSWT und Camille Vögeli (2. v. l.). © HSWT

Pressekontakt

zurück
vor

Ähnliche Beiträge

zurück
Mehr