Ohne Abi an die Hochschule: Kathrins Weg von der PTA ins Studium

Porträtfoto von Kathrin Wolf.
© Privat

Zehn Jahre Berufserfahrung – dann der Wunsch nach Veränderung. Heute studiert Kathrin Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften. Im Interview erzählt sie, warum dieser Schritt richtig für sie war.

Wie verlief Dein Bildungsweg bis zum Studium? 

Kathrin Wolf: Nach dem Realschulabschluss habe ich eine Ausbildung zur PTA (Pharmazeutisch‑technische Assistentin) begonnen, weil ich damals lieber praktisch arbeiten wollte als das Abitur nachzuholen. Danach war ich über zehn Jahre in einer Apotheke tätig. Während dieser Zeit habe ich mehrere größere Fortbildungen mit Prüfungen absolviert, etwa zur Apothekenfachwirtin und Fach‑PTA.

Warum hast Du Dich trotz fehlendem Abitur für ein Studium entschieden? 

Ich wollte mich beruflich weiterentwickeln, mein Wissen erweitern und neue Perspektiven schaffen. Die HSWT kannte ich über mein Umfeld und mochte die kleinere, persönliche Atmosphäre. Durch meine Ausbildung und Berufserfahrung konnte ich ohne Abitur starten. Darüber war ich sehr froh, denn das Abi nachzuholen, hätte mir zu lange gedauert. Der Wunsch nach Veränderung kam immer wieder zurück, und trotz Zweifeln bereue ich den Schritt nicht. 

Welche Vorteile bringt Deine Berufserfahrung mit sich?

In Chemie, Laborpraxis und Anatomie hilft mir mein Vorwissen enorm. Beim Lernen gehe ich oft über die Wirkweise von Medikamenten, das macht Inhalte greifbarer. Auch Genauigkeit, Organisation und Prioritätensetzung aus dem Apothekenalltag kommen mir zugute. Zudem habe ich gelernt, mit „Geschäftspartnern“ respektvoll umzugehen – ein Vorteil, wenn man gemeinsam Lösungen finden muss.

Welche Tipps gibst Du Menschen, die ohne Abitur studieren möchten? 

Traut Euch! Man ist nicht allein ohne Abi und bringt oft wertvolles Berufswissen mit. Der Einstieg ist eine Umstellung, aber mit Ernsthaftigkeit und ohne übermäßigen Druck machbar. Manche Themen brauchen mehr Zeit, aber wenn man dranbleibt, klappt es.