Netzwerke für die Zukunft: DGNet Methodenschule 2026 und der Arbeitskreis Organisatorische Netzwerkforschung bringen Forschung und Nachwuchs zusammen

Das Foto zeigt die Teilnehmenden der DGNEt Methodenschule verbrachten drei intensive Tage an der HSWT, in denen Netzwerkforschung anhand praktischer Beispiele und Methoden greifbar gemacht wurden.
© Beatrix Getze

Wie lassen sich nachhaltige Netzwerke besser verstehen? Welche wissenschaftlichen Methoden helfen dabei, komplexe Beziehungen sichtbar zu machen? Antworten auf diese Fragen standen vom 22. bis 24. Juli 2026 im Mittelpunkt zweier Veranstaltungen der Deutschen Gesellschaft für Netzwerkforschung (DGNet) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), die von Prof. Dr. Robert Panitz initiiert wurden.

Arbeitskreis Organisatorische Netzwerkforschung (ORGNet)

Den Auftakt bildete am 22. Juli der Arbeitskreis Organisatorische Netzwerkforschung. Im Fokus stand das Thema „Netzwerke und Organisationen der Nachhaltigkeit“. Der Arbeitskreis bot Forschenden, Promovierenden und Studierenden eine Plattform, um aktuelle Projekte zu präsentieren, methodische Ansätze zu diskutieren und sich über theoretische sowie ethische Fragestellungen auszutauschen. Besonders geschätzt wurde das offene Format, das auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit gab, erste Forschungsideen vorzustellen und mit Expertinnen und Experten zu diskutieren.

DGNet Methodenschule

Im Anschluss startete die DGNet Methodenschule 2026, die sich gezielt an fortgeschrittene Studierende und den wissenschaftlichen Nachwuchs richtete. In zwei Methodentracks konnten die Teilnehmenden ihr Wissen in qualitativer und quantitativer Netzwerkforschung vertiefen. Das Programm reichte von praxisnahen Workshops zur Datenerhebung und Visualisierung über die Arbeit mit dem Discourse Network Analyzer bis hin zu statistischen Modellierungsverfahren wie Exponential Random Graph Models (ERGMs) und deren Anwendung in der Software R.

„Wir durften gemeinsam mit vielen engagierten Teilnehmenden in die Welt der empirischen Methoden und der Netzwerkanalyse eintauchen. In Workshops und Best-Practice-Beispielen wurde deutlich, wie spannend Datenerhebung sein kann“, betonte Melanie Nagel, Mitorganisatorin der DGNet Methodenschule und Mitglied des DGNet-Vorstands. 

Keynote von Prof. Dr. Johannes Glückler

Ein Höhepunkt und das Verbindungselement beider Veranstaltungen war die Keynote von Prof. Dr. Johannes Glückler (LMU München). In seinem Vortrag beschrieb er, welche zentrale Rolle Netzwerke für Innovation, gesellschaftliche Transformation und Unternehmensentwicklung spielen und schlug damit die Brücke zwischen den unterschiedlichen Themenfeldern der Veranstaltungen. 

Dabei wurde deutlich, dass sowohl in der Wissenschaft als auch im Alltag häufig über Netzwerke gesprochen wird, diese jedoch nicht immer mit geeigneten Methoden untersucht werden. Anhand von Studien zur digitalen Transformation des Bildermarkts und zur nachhaltigen Governance von Wasserressourcen in Chile zeigte Glückler das Potenzial moderner Netzwerkanalysen für das Verständnis gesellschaftlicher Transformationsprozesse.

Durch die Veranstaltungen wurde deutlich: Netzwerkforschung lebt vom Austausch, von neuen Perspektiven und von der Bereitschaft, über Netzwerke nicht nur zu sprechen, sondern sie intensiv zu untersuchen. Anhand interaktiver Übungen wurden den Teilnehmenden Methoden auf den Weg gegeben, um eigene Netzwerke künftig zu erheben, zu analysieren und zu interpretieren.

  • Das Foto zeigt Prof. Dr. Johannes Glückler (LMU München), der in seiner Keynote NETS@WORK präsentierte, wie Netzwerke wirken und mit der digitalen Transfomraiton und Nachhaltigkeitstransition in Zusammenhang stehen.
    Prof. Dr. Johannes Glückler (LMU München) präsentierte in seiner Keynote NETS@WORK, wie Netzwerke wirken und mit der digitalen Transfomraiton und Nachhaltigkeitstransition in Zusammenhang stehen. © Beatrix Getze
  • Die Referentinnen und Referenten der Methodenschule v.l.n.r.: Daniel Wagner, Kerstin Ihle, Johannes Glückler, Lydia Repke, Robert Panitz, Maria Rammelmeier, Daniel Reupke
    Die Referentinnen und Referenten der Methodenschule v.l.n.r.: Daniel Wagner, Kerstin Ihle, Johannes Glückler, Lydia Repke, Robert Panitz, Maria Rammelmeier, Daniel Reupke © Beatrix Getze