Natürlicher Klimaschutz durch Moorwiedervernässung – Stellungnahme WBNK
Der Wissenschaftliche Beirat für Natürlichen Klimaschutz (WBNK) will Moorwiedervernässung als Maßnahme von überragendem öffentlichen Interesse im Natürlichen Klimaschutz anerkennen lassen.
Nasse und wiedervernässte Moore sind ein zentraler Hebel für den Klimaschutz. Sie können pro Hektar besonders hohe CO₂-Minderungen erzielen und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Ökosystem- und Biodiversitätsschutz. Um diese positiven Wirkungen dauerhaft zu sichern, ist der langfristige Schutz geeigneter Moorflächen erforderlich.
Insbesondere bei Nutzungskonflikten sollten Moorflächen nicht automatisch hinter anderen Vorhaben – etwa großen Infrastrukturprojekten wie dem Straßenbau – zurücktreten müssen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt der WBNK, den Natürlichen Klimaschutz durch Moorwiedervernässung gesetzlich als überragendes öffentliches Interesse zu verankern. Prof. Dr. Matthias Drösler, Co-Vorsitzender des WBNK, unterstützt diese Empfehlung nachdrücklich auch aus der Sicht des von ihm geleiteten Peatland Science Centre (PSC) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT).
Eine solche rechtliche Einstufung würde dazu beitragen, dass Wiedervernässungsprojekte in Abwägungs- und Genehmigungsverfahren nicht von vornherein benachteiligt werden. Flächenkonkurrenzen könnten dadurch ausgewogener und sachgerechter beurteilt werden. Darüberhinaus weist der WBNK darauf hin, dass Moorwiedervernässungsvorhaben weitere flankierende Maßnahmen benötigen, darunter rechtliche Absicherungen sowie Vereinfachungen bei Planung und Umsetzung, um ihre Realisierung zu erleichtern.
Die vollständige Stellungnahme des WBNK finden Sie hier.