Nahrung neu denken: Vom Handelsgut zum Menschenrecht

In einem Raum steht eine Person hinter einem Tisch mit Monitor und gestikuliert mit der linken Hand. Im Hintergrund ist eine Leinwand mit Präsentation zu sehen, im Vordergrund sitzen Personen in Sitzreihen.
© Lea Dinter

Die internationale Menschenrechtsexpertin Claire Mason sprach an beiden Campus der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf über das Recht auf Nahrung.

Die HSWT startete das neue Jahr mit einem wichtigen Gastvortrag an beiden Standorten: Claire Mason, Juristin, Menschenrechtsexpertin und Beraterin für das Team „Right to food (Recht auf Nahrung)“ der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen (FAO), hielt einen Vortrag zum Thema „Right to Food – Recht auf Nahrung“. Die FAO ist die führende internationale Organisation im Kampf gegen Hunger und für nachhaltige Ernährungssysteme.

Die zwei Vorträge fanden am 14. Januar am Campus Weihenstephan und am 15. Januar am Campus Triesdorf statt. Organisiert wurde das Event durch das Zentrum für Internationales der Hochschule zusammen mit den Masterstudiengängen Regionalmanagement (MRM), Sustainable Regional Development (MRD), Digital Farming (MDF) und Climate Change Management (MCC). Ziel war es, Studierenden und Interessierten einen interdisziplinären Einblick in die globale Bedeutung des Rechts auf angemessene Ernährung zu geben.

Mehr als nur Nahrung

Der Vortrag beleuchtete, wie Menschenrechtsprinzipien die globale Ernährungspolitik prägen und welche Herausforderungen und Chancen sich daraus ergeben. In ihrem Vortrag betonte Claire Mason besonders, dass es nicht nur darum ginge, Menschen mit Nahrung zu versorgen. Es ginge darum, sicherzustellen, dass alle Menschen nachhaltig, in Würde und Gerechtigkeit Zugang zu angemessener Nahrung haben. Claire Mason arbeitete bereits im FAO-Regionalbüro für Lateinamerika und die Karibik in Chile und war in Projekten mit internationalen und nichtstaatlichen Organisationen in Amerika tätig. In über 25 Jahren hat sie Publikationen, E-Learning-Tools und politische Initiativen maßgeblich mitgestaltet. 

Das Recht auf Nahrung ist ein grundlegendes Menschenrecht. Dennoch bestehen Hunger und Mangelernährung fort – und haben sich in den letzten Jahren sogar verschärft. Besonders betroffen sind arme Bevölkerungsgruppen, was die wachsenden Ungleichheiten zwischen und innerhalb von Ländern verdeutlicht. Jüngste Krisen zeigen die Fragilität der Agrar- und Ernährungssysteme, während die Welt an einem Wendepunkt in Bezug auf Klimawandel und Verlust der biologischen Vielfalt steht.

Wirkungskreis der FAO

Die FAO unterstützt Staaten und Akteure dabei, das Recht auf Nahrung umzusetzen und so die Ernährungssicherheit zu stärken. Mit einer Präsenz in über 130 Ländern arbeitet die Organisation mit lokalen Partnern zusammen, bietet eine neutrale Plattform für konstruktiven Dialog und liefert Daten und Analysen für die Gestaltung und Umsetzung von Politik. Maßnahmen zur Verwirklichung dieses Rechts werden bereits umgesetzt – darunter die verfassungsrechtliche Anerkennung in über 45 Staaten.

 

  • In einem Raum stehen sechs Personen als Gruppe zusammen und posieren.
    Vertreter:innen der beteiligten Studiengänge und des Organisationsteams gemeinsam mit der Vortragenden (v. l. n. r.): Prof. Dr. Simon Walther, Prof. Dr. Sabine Daude, Prof. Dr. Tanja Barton, Claire Mason, Christina Hartmann und Dr. Ilaria Tedesco. © Lea Dinter
  • In einem Raum stehen mehrere Person als Gruppe zusammen und posieren.
    Am 15. Januar war in Triesdorf das Interesse groß am Vortrag „Right to Food – Recht auf Nahrung“ von Claire Mason (1. Reihe, 2. v. r., neben Prof. Dr. Jennifer Gerend, rechts). © Barbara Standke