Klimawandel auf der Alm: Früherer Auftrieb verbessert Futterqualität
Ein HSWT-Projekt im Nationalpark Berchtesgaden zeigt: Früherer Almauftrieb steigert die Futterqualität, ohne die Biodiversität stark zu gefährden.
Im Nationalpark Berchtesgaden beginnt die Vegetation heute bis zu drei Wochen früher als vor 30 Jahren. Ein gemeinsames Projekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und des Nationalparks untersuchte, wie sich ein früherer Almauftrieb unter anderem auf Futterqualität und Biodiversität auswirkt. Prof. Dr. Martina Hofmann, Gründlandprofessorin der Fakultät Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme, verantwortlich bei dem Projekt für die Bereiche Futterqualität und Ertrag, betont: „Junges Gras liefert deutlich mehr Rohprotein und Energiedichte und damit hochwertigeres Futter, während die Gesamtproduktivität kaum beeinflusst wird.“
Früherer Auftrieb – Chance für Almbauern
Über zwei Jahre wurden auf acht Almen Pflanzenarten, Ertrag und Insektenvielfalt erfasst. Die Ergebnisse zeigen: Ein früherer Auftrieb fördert ertragreiche Futterpflanzen, ohne die Biodiversität signifikant zu gefährden. Selbst Biotopzeigerarten reagierten langfristig nur gering. „Für die Almbauern bedeutet das eine Chance, die Futterqualität zu steigern, ohne die ökologische Vielfalt drastisch zu beeinträchtigen“, erklärt Hofmann. Damit liefert das Projekt wichtige Impulse für eine nachhaltige Almwirtschaft im Klimawandel.
HSWT- Projekt Nachhaltige Almwirtschaft im Klimawandel
Das Projekt „Nachhaltige Almwirtschaft im Klimawandel“ untersuchte den Einfluss vom Zeitpunkt des Weideauftriebs auf Pflanzen- und Insektengesellschaften sowie die Produktivität von Almen im Berchtesgadener Land. Beteiligt waren Prof. Dr. Jörg Ewald (HSWT), Prof. Dr. Martina Hofmann (HSWT), und Prof. Dr. Sebastian Seibold (während des Projektes Nationalpark Berchtesgaden und TUM).