Kick-Off für das Forschungsprojekt HYDRANAT

Das Foto zeigt die Beteiligten des Forschungsprojekts HYDRANAT beim Kick-Off (v.l.n.r.): Prof. Dr. Gatternig (HSWT), D. Müller (Fa. Prosio), J. Rummel (Fa. Schaeffler, Gunzenhausen), J. Rampp (Fa. Schaeffler, Herzogenaurach), M. Schlee (Fa. TEATherm), T. Keller (Fa. Solnhofener Portland Zement), C. Ottmann (Fa APROVIS), H. Chauhan (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt) und Prof. Dr. N. Huber (HSWT)

Zur Begrenzung der Erderwärmung aufgrund zu hoher Konzentrationen an Treibhausgasen werden nicht nur Dekarbonisierung und verbesserte Energieeffizienz eingesetzt, sondern auch die direkte Abtrennung von CO2 direkt aus der Luft und aus Punktquellen benötigt. Dies soll jedoch möglichst energieeffizient erfolgen und eine dauerhafte und sichere Lösung bieten. Wie dies gelingen kann, untersucht das Forschungsprojekt HYDRANAT, das nun am Biomasse-Institut der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) begonnen hat und von Prof. Dr. Bernhard Gatternig und Prof. Dr. Norbert Huber (beide Fakultät Umweltingenieurwesen) mit ihrem Team bearbeitet wird. Am 24. April 2026 fand das Kickoff-Meeting mit den beteiligten Firmen statt.

Um die Erderwärmung zu begrenzen, reicht es heute nicht mehr aus, nur weniger CO₂ zu erzeugen oder Energie effizienter zu nutzen. Zusätzlich werden neue Verfahren benötigt, die CO₂ gezielt aus Abgasen von Industrieanlagen oder sogar direkt aus der Luft entfernen. Genau hier setzt das Projekt HYDRANAT an, das nun am Biomasse-Institut der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) begonnen hat und über die Dauer von 3 Jahren vom Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und EFRE-Bayern gefördert wird. An dem Projekt sind neben der HSWT acht weitere Partnerfirmen und -institutionen beteiligt. Sie bringen Fragestellungen aus ihren eigenen Industrieprozessen ein und unterstützen das Projekt mit technischem Know-How sowie bei der ingenieurtechnischen Umsetzung der Anlage. Auch soll bei einigen dieser Firmen die zu entwickelnde Anlage für Tests eingesetzt werden.

Ziel ist es, Kohlendioxid (CO₂) mit möglichst geringem Energieaufwand abzutrennen. Das abgeschiedene CO₂ soll anschließend dauerhaft und sicher gespeichert werden, indem es chemisch in feste Stoffe – sogenannte Carbonate – umgewandelt wird. Diese Carbonate kommen in der Natur häufig vor und gelten als besonders stabil. Kern des Projekts ist die Entwicklung eines neuartigen CO₂-Abtrennungsverfahrens in zwei Schritten. Zunächst soll das CO₂ mithilfe sogenannter Gashydrate aus dem Gasgemisch abgetrennt werden. Im zweiten Schritt wird das CO₂ dann bei hohem Druck und hoher Temperatur in Carbonate umgewandelt.

Dabei müssen mehrere Herausforderungen gemeistert werden: Das Verfahren soll in einer kleinen, kontinuierlich arbeitenden Anlage zuverlässig laufen. Geeignete Bauteile und optimale Betriebsbedingungen müssen festgelegt werden, um einen störungsfreien Betrieb zu ermöglichen. Ein zentrales Ziel ist zudem, eine sehr hohe Energieeffizienz im Vergleich zu anderen CO₂‑Abscheideverfahren zu erreichen. Ebenso wichtig ist es, die eingesetzten Minerale auf umweltverträgliche Weise zu gewinnen und zu transportieren. Die beiden Teilschritte des Verfahrens wurden bereits erfolgreich in einem Laborversuch getestet. Die Innovationskraft und Neuartigkeit des Ansatzes werden durch Patentanmeldungen unterstrichen. Erste Berechnungen zeigen, dass das Verfahren ein großes Potenzial für eine besonders energieeffiziente CO₂‑Abscheidung und -Speicherung besitzt.

Die zukünftigen Schritte der Entwicklung beinhalten detaillierte Simulationen der Prozesse und der Gesamtanlage, die Auslegung, Beschaffung und den Bau aller Komponenten sowie die Inbetriebnahme und Ermittlung der Ergebnisse der Anlage. Die systematische Bewertung der Betriebsergebnisse wird zeigen, ob HYDRANAT ein zukunftsweisendes Verfahren evaluieren konnte, das die CO₂‑Abscheidung und -Speicherung aus der Atmosphäre gewährleisten kann.

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