In Gedenken an Professor Dr. Horst Künne

  • Datum: 21.04.2026

Nachruf auf Professor Dr. Horst Künne (1938–2026)

Mit großem Respekt und Dankbarkeit nimmt die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Abschied von Professor Dr. Horst Künne, der als außergewöhnlicher Botaniker, Lehrer und Naturschützer bleibende Spuren hinterlassen hat.

Nach seinem Studium der Biologie und Chemie in Erlangen widmete er sich in seiner Promotion der Waldvegetation der Frankenalb. Seine umfangreichen pflanzensoziologischen Untersuchungen zeigten bereits früh, wie sehr Pflanzenverbreitung vom Zusammenspiel von Klima, Geologie und Standort abhängt – ein Gedanke, der ihn sein gesamtes wissenschaftliches Leben begleitete.

Als Mitarbeiter an der Bundesanstalt für Vegetationskunde trug er wesentlich zur Kartierung der potentiellen natürlichen Vegetation bei. Ab 1972 prägte er als Leiter des Referats Naturschutz im Bayerischen Landesamt für Umweltschutz die Naturschutzarbeit im Freistaat entscheidend. Mit der Veröffentlichung der ersten Roten Liste gefährdeter Pflanzen Bayerns im Jahr 1974 wies er auf die ökologischen Folgen von Landwirtschaftsintensivierung und Lebensraumverlust hin. Er initiierte die bayerische Biotopkartierung und setzte sich mit Weitsicht für den Aufbau von Naturwaldreservaten ein – Grundlagen, auf denen der Naturschutz bis heute aufbaut.

1977 übernahm Horst Künne eine Professur in Weihenstephan. Hier prägte er Generationen von Studierenden durch seine praxisnahe Lehre, seine lebendigen Exkursionen und sein interdisziplinäres Denken. Gemeinsam mit seiner Frau Ingrid widmete er sich der Feldbotanik, sammelte Daten und inspirierte viele Studierende der Wald und Forstwirtschaft sowie der Landschaftsarchitektur zur intensiven Beschäftigung mit der heimischen Pflanzenwelt. 

Horst Künne verstand es wie nur wenige, seine Begeisterung für Vegetationskunde weiterzugeben. Mit seiner anschaulichen, menschenzugewandten Art machte er komplexe ökologische Zusammenhänge greifbar und vermittelte zugleich eine tiefe Wertschätzung für die Natur. Als Vordenker einer naturnahen Waldwirtschaft und des ökologischen Waldumbaus setzte er wissenschaftlich fundierte Akzente, die weit über seine aktive Wirkungszeit hinausreichen.

Wir erinnern uns an einen Forscher und Lehrer, der seine Überzeugungen mit Klarheit, Besonnenheit und Leidenschaft vertrat – und der vielen von uns gezeigt hat, was es bedeutet, Natur zu verstehen und zu schätzen.

Die Beisetzung findet am 24. April 2026 um 11:00 Uhr im Waldfriedhof Freising statt.

Jörg Ewald und Walter Demel im Namen der Fakultäten Wald und Forstwirtschaft und Landschaftsarchitektur

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