HSWT-Student stärkt Passaus Deichschutz
Um die Region besser vor Hochwasser zu schützen, entwickelte Tobias Ramesberger ein Ausbildungskonzept zur Deichverteidigung. Dafür gewann er den HSWT Ideas Award. Die Umsetzung ist ab 2026 geplant.
Als das Wasser im Sommer 2024 unaufhaltsam stieg und Einsatzkräfte im Landkreis Kelheim stundenlang Deiche sicherten, stand Tobias Ramesberger mittendrin. Schlamm unter den Stiefeln, Funkgerät in der Hand, den Blick auf den Deich gerichtet – in diesen Momenten wurde dem Umweltingenieurwesen-Studenten klar, wie entscheidend eingespielte Abläufe und gut geschulte Teams im Ernstfall sind. „Genau deshalb brauchen wir gut vorbereitete Einsatzkräfte“, betont er.
Tobias ist seit vielen Jahren im Wasserrettungsdienst aktiv und engagiert sich als Gruppenführer und Ausbilder bei der DLRG in Büchlberg im Landkreis Passau. Aus seiner Erfahrung heraus entwickelte der HSWT-Student ein Ausbildungskonzept zur Deichverteidigung, das den Hochwasserschutz der Region nachhaltig stärken soll. Sein Ansatz wurde 2025 mit dem Ideas Award in der Kategorie „Bestes Konzept“ ausgezeichnet.
Gezielte Schulung für mehr Sicherheit
Das Konzept bereitet Einsatzkräfte im Landkreis Passau künftig passgenau auf ihre Aufgaben vor – vom fachgerechten Befüllen und Verlegen von Sandsäcken über den Aufbau mobiler Schutzsysteme bis hin zur Erkennung kritischer Schadensbilder. Durch praxisnahe Übungen sollen Fehler reduziert, Abläufe verbessert und Risiken für Einsatzkräfte wie Bevölkerung minimiert werden. Jede Einsatzkraft soll dabei in den Tätigkeiten geschult werden, die sie im Ernstfall tatsächlich übernimmt.
Bayernweit existiert bislang nur ein vergleichbares Schulungsangebot, das alle Akteur:innen des operativen Hochwasserschutzes einbezieht. Tobias Konzept schließt diese Lücke und ist speziell auf die Gegebenheiten im Landkreis Passau zugeschnitten. Grundlage bildeten eine umfassende Umfrage unter allen beteiligten Stellen sowie ein gemeinsamer Workshop, in dem das Grobkonzept weiterentwickelt wurde.
Umsetzung ab 2026 geplant
Der fertige Entwurf liegt der bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung vor, die gemeinsam mit der unteren Katastrophenschutzbehörde und der Kreisbrandinspektion die Umsetzung vorbereitet. Im Frühjahr 2026 sollen alle beteiligten Organisationen zu einer großen Auftaktveranstaltung zusammenkommen.