HSWT Gründungsstories | Teil 61: Trebert
Kazuyo Takeda ist Bäckermeisterin aus Langenau in Baden-Württemberg. Mit ihrem Brezelkonzept Trebert verfolgt sie das Ziel, aus einem Nebenprodukt ein gesundes und nachhaltiges Laugengebäck herzustellen.
Was genau kann man unter einer Trebert-Brezel verstehen und was macht sie besonders?
Kazuyo: Ganz einfach: Eine Trebert-Brezel ist ein Laugengebäck aus Weizenmehl und Biertrebermehl, einem Nebenprodukt des Bierbrauens. Der Biertreber, den ich verwende, stammt aus Gerste. Dadurch bekommt das Gebäck einen leicht vollkornartigen Geschmack, lässt sich aber trotzdem angenehm leicht snacken. Die Ballaststoffe sorgen außerdem dafür, dass es länger frisch bleibt. Dabei soll die Trebert-Brezel gar kein Functional Food sein. Sie lässt sich einfach und ohne großen Aufwand in die tägliche Ernährung integrieren.
Frischen Biertreber verwendet man schon lange zum Brotbacken oder als geschmacksgebende Zutat in der Panade von Schnitzeln. Neu ist, dass dieses Nebenprodukt heute zu einem nährstoffreichen Mehl verarbeitet werden kann. Genau da setzt Trebert an: Ich integriere dieses Mehl in Form eines vertrauten Lebensmittels – des Laugengebäcks –in unsere Ernährung.
Wo stehst Du im Moment mit Deinem Startup und wo möchtest Du noch hin?
Trebert steht aktuell noch am Anfang. Bisher habe ich mich stark an der klassischen Brezelform orientiert. Durch die Rückmeldungen bei verschiedenen Veranstaltungen habe ich jedoch erkannt, dass ich das Produkt weiter anpassen möchte. Aktuell erprobe ich deshalb andere Formen, um dem Trebert-Laugengebäck mehr Eigenständigkeit zu verleihen. Die derzeit größte Herausforderung besteht darin, ein tragfähiges Geschäftsmodell für Trebert zu entwickeln und zu validieren.
Auf welche Weise kannst Du das Angebot des FSIWS nutzen?
Ich finde es besonders, dass es Orte gibt, an denen eine solche Entwicklung möglich ist. Gerade weil Rohstoffe aus Biertreber noch nicht weit verbreitet sind, war das Umfeld von FSIWS und TUM für meine Entwicklung besonders wichtig. Ohne diese Unterstützung wäre Trebert heute noch nicht an diesem Punkt.
Welche Tipps möchtest Du mit anderen Gründer:innen teilen?
Aus meiner eigenen Erfahrung würde ich sagen, dass Ideen und Erkenntnisse vielleicht dort entstehen, wo man die gewohnten Denkweisen verlässt – also „out of the box“ denkt.