Hohes Potenzial zur Minderung von Treibhausgasen durch Paludikultur
Die neueste wissenschaftliche Publikation des Peatland Science Centre (PSC) zum Senkenpotenziel von Paludikulturen in Niedermooren ist im renommierten Journal Global Change Biology erschienen.
Intensiv genutzte, entwässerte Moorböden sind Hotspots für Treibhausgas-(THG)-Emissionen. Ergebnisse aus den Projekten MOORuse und MOORadapt liefern erstmals Gesamt-THG-Bilanzen neu etablierter Niedermoor-Paludikulturen – einer speziellen landwirtschaftlichen Nutzung wiedervernässter Moorböden.
Großes Senkenpotenzial
Mit manuellen und automatisierten Messhauben wurden von 2017 bis 2022 CO₂-, Methan- und Lachgasemissionen von fünf potenziellen Paludikulturpflanzen an drei süddeutschen Niedermoorstandorten erfasst. Die 83 THG Jahresbilanzen der Studie liefern erstmals eine Datengrundlage zur Berechnung vorläufiger Emissionsfaktoren für die Klimaberichterstattung und zeigen mit einer Aufnahme von zwölf Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Hektar und Jahr ein erhebliches Senkenpotenzial nasser Paludikulturen.
Insgesamt weist eine Bewirtschaftung mit Paludikulturen gegenüber der bisherigen Acker- oder Grünlandnutzung ein Minderungspotenzial von bis zu 51,9 Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Hektar und Jahr auf und stellt somit eine Schlüsselmaßnahme im natürlichen Klimaschutz dar.
Besonderheit dieser Ergebnisse
Jahrelange Flächeneinrichtungen und Feldmessungen, aufwändige Datenanalysen sowie zahllose Stunden an Auswertungen und Diskussionen stecken hinter dieser bahnbrechenden Publikation. Carla Bockermann und Dr. Tim Eickenscheidt, die seit vielen Jahren als Wissenschaftler:innen am Peatland Science Centre forschen, waren die treibenden Kräfte hinter diesen Ergebnissen.