Grüne Stadt, kühle Stadt - Freising im Klima-Dialog
Die Abschlussveranstaltung der Klimaspaziergänge durch Freising, die im Frühsommer von der HSWT und Organisationen Freisings durchgeführt wurden, bot viel Raum für Reflexion und Diskussion.
Bei der Podiumsdiskussion präsentierten die Gäste verschiedene Perspektiven auf das Thema Klimaanpassung, Hitzestress und blau-grüne Infrastruktur. Neben HSWT-Professorin Dr. Simone Linke waren Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, Carmen Steinmeier, Sprecherin Agenda21 Bauen, Wohnen und Verkehr, und Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin Institut für Umweltmedizin und integrative Gesundheit Augsburg, als Podiumsgäste eingeladen. Durch die Veranstaltung moderierte Kathrin Steger-Bordon, Referentin für Politische Bildung, Umwelt und Nachhaltigkeit der Domberg-Akademie.
Im Zentrum der Diskussion stand der Weg Freisings zur klimaresilienten Stadt und die Herausforderungen, die dabei bewältigt werden müssen. Neben Maßnahmen und Quick-Wins, die den Klimawandelfolgen entgegenwirken, wurden auch Änderungsvorschläge und Best-Practice-Beispiele zur engeren Zusammenarbeit zwischen Stadt und Zivilgesellschaft hinsichtlich Freisings Klimaresilienz diskutiert.
Zwischen Dringlichkeit und Akzeptanz
Dabei stand besonders die Herausforderung der Vereinbarkeit von Dringlichkeit und Akzeptanz im Fokus. Zu schnelle oder radikale Maßnahmen führten zu Akzeptanzverlust in der Bevölkerung, warnte der Oberbürgermeister. Prof. Dr. Simone Linke wies auf die Vor- und Nachteile einer Schritt-für-Schritt-Herangehensweise hin. So würde diese zwar die Akzeptanz erhalten, gleichzeitig fehle aufgrund der aktuellen Lage jedoch die dafür benötigte Zeit.
Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann ergänzte, dass durch die Einbindung des gesundheitlichen Aspekts bei der klimaangepassten Gestaltung von städtischen Räumen nicht nur eine höhere Akzeptanz erreicht werden kann, sondern auch der schwächere Teil der Gesellschaft vor den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels besser geschützt werden kann. Carmen Steinmeier betonte, dass die Einbindung der Zivilgesellschaft, etwa durch einen regelmäßigen Austausch, Beratungs- und Informationsangebote oder durch Partizipation, gestärkt und vertieft werden müsse.
Durch die Öffnung der Diskussionsrunde für alle Anwesenden gab es in der zweiten Hälfte der Veranstaltung einen regen Austausch mit Fragen und Beiträgen aus dem Publikum, zu welchen die Podiumsgäste abwechselnd Stellung beziehen konnten. Organisiert wurde die Veranstaltung durch eine Kooperation zwischen der HSWT, Agenda 21 Energie und Klima, Agenda 21 Bauen, Wohnen und Verkehr, Bund Naturschutz Kreisgruppe Freising e.V. und Domberg-Akademie.