Girls’ and Boys’ Day 2026: Klischeefreie Studienorientierung an der HSWT

Zwei Personen in weißen Kitteln und mit Schutzbrillen stehen an einem Tisch in einem Labor und blicken auf eine runde Scheibe auf dem Tisch. Die rechte Person hält die Scheibe mit der linken Hand und deutet mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf etwas auf der Scheibe. Im Hintergrund sind verschiedene Kabel und Geräte zu erkennen.
© Beatrix Getze

Am 23. April beteiligte sich die HSWT erneut am bundesweiten Girls’ and Boys’ Day und öffnete ihre Türen für insgesamt 53 Schülerinnen und Schüler an den Campus Weihenstephan und Triesdorf. 

Am Aktionstag nahmen 40 Mädchen und 13 Jungen teil, die spannende und praxisnahe Einblicke in vielfältige Studien- und Berufsfelder erhielten. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Prof. Dr. Jennifer Gerend, Beauftragte für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst der Hochschule. In ihrer Begrüßung stellte sie die vielfältigen Studiengänge vor und ordnete den Girls’ and Boys’ Day in den größeren Kontext von Chancengleichheit und klischeefreier Studien- und Berufswahl ein. Für die Koordination des Tages war Funda Nehmeier, Büro der Frauenbeauftragten, zuständig.

Girls‘ Day zwischen Wasser, Sonne und Lebensmitteln

Großes Interesse weckte das Projekt „Wasser – mehr als nur H₂O! Analysiere deine eigene Wasserprobe“, das von Annette Stallauer begleitet wurde. Schülerinnen hatten hier die Möglichkeit, ihre mitgebrachten Wasserproben selbst zu untersuchen. Mithilfe einer Titration bestimmten sie die Wasserhärte, während die Ionenchromatographie Aufschluss über den Nitratgehalt des Wassers gab.

Technikbegeisterung stand im Workshop von Katja Krauter und Wolfgang Ernst im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Einführung in die Photovoltaik und Aufbau eines kleinen Solarsystems (12 V DC)“ wurde den Schülerinnen zunächst die Funktionsweise von Solarzellen verständlich erklärt. Ein besonderes Highlight war der Aufbau eines kleinen Solarsystems – der Moment, in dem erstmals ein Smartphone mit selbst erzeugter Energie geladen wurde, sorgte für große Begeisterung. Besondere Freude wurde durch den Satz einiger Schülerinnen ausgelöst: „Frau Krauter, können wir bitte noch ein paar Bilder von Ihren Folien machen? Jetzt haben wir endlich verstanden, was uns der Lehrer versucht hat zu erklären.“

Einen praxisnahen Einblick in die Welt der Lebensmitteltechnologie bekamen die Teilnehmerinnen gemeinsam mit Prof. Dr. Özlem Özmutlu Karslioglu und Silvia Gansneder vom Team des Green Office Weihenstephan. Sie lernten, wie das als Ei-Ersatz genutzte Aqua-Faba verarbeitet wird, und stellten daraus Mayonnaise und Baiser her. Zudem wurde demonstriert, wie mithilfe von 3D-Druck Schokoladenobjekte entstehen, wie der Geschmack durch Salz, Zitrone und Zucker beeinflusst werden kann und wie die Gefriertrocknung funktioniert.

Unter dem Titel „Brücken für die Nachhaltigkeit“ präsentierte das Green Office Triesdorf, unterstützt von HSWT-Studentin Amelie Bringemeier, einen Querschnitt aus Umweltingenieurwesen und Regionalmanagement. Dabei maßen die Teilnehmerinnen mit Geräten aus einem Experimentierkoffer die Sonneneinstrahlung und berechneten, wie lange es bräuchte, mit einem PV-Modul das eigene Handy zu laden.

Boys‘ Day in der Zauberküche

Auch für die Jungen bot der Aktionstag ein besonderes Highlight: Im Labor für Verpflegungstechnik, auch „Zauberküche“ genannt, wurde mit insgesamt 13 Schülern ein gemeinsames Kochprojekt durchgeführt, dessen Ziel es war, ein vollständiges Essen für etwa 50 Personen zuzubereiten. Neben praktischen Kochfertigkeiten standen auch wichtige Grundlagen wie Hygienevorschriften und richtige Schnitttechniken im Fokus. Begleitet und betreut wurde die Aktion von Michael Maier und HSWT-Student Simon Schmid.

Positives Resümee

Die Rückmeldungen der Schüler:innen fielen durchweg positiv aus. Besonders geschätzt wurden die praxisnahen Einblicke sowie der offene Austausch mit Mitarbeitenden und Studierenden der Hochschule. Viele Teilnehmende berichteten, dass sie sich nun auch Studiengänge oder Berufsfelder vorstellen können, die sie zuvor nicht in Betracht gezogen hatten. 

Mit dem Girls’ and Boys’ Day 2026 setzt die Hochschule erneut ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Nachhaltigkeit und eine klischeefreie Bildungs- und Berufsorientierung – und zeigt eindrucksvoll, wie inspirierend und wirkungsvoll frühe, praxisorientierte Einblicke sein können.

  • In einem Raum steht eine Person vor einer Leinwand, auf der eine Präsentation gezeigt wird. Vor ihr sitzen weitere Personen an Tischreihen mit Blickrichtung zur Leinwand. Eine Person in der vordersten Reihe hebt die linke Hand und hält in der rechten Hand eine Leine, die zu einem Hund im Mittelgang gehört.
    Prof. Dr. Jennifer Gerend, Beauftragte für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst der Hochschule, verdeutlichte in ihrer Begrüßung, wie wichtig es ist, junge Menschen frühzeitig zu ermutigen, ihre Entscheidungen an persönlichen Interessen und individuellen Stärken auszurichten – unabhängig von tradierten Geschlechterrollen. © Beatrix Getze
  • In einem Labor steht eine Person in einem weißen Kittel neben einem Gerät, dessen Tür geöffnet ist. Die Person deutet mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf etwas im Inneren des Geräts. Im Vordergrund sind unscharf weitere Personen in Kitteln zu erkennen.
    Beim Projekt von Annette Stallauer bestimmten die Teilnehmerinnen mithilfe einer Titration die Wasserhärte ihrer Wasserproben, während die Ionenchromatographie Aufschluss über den Nitratgehalt des Wassers gab. So wurde deutlich, wie spannend und relevant naturwissenschaftliche Analysen im Alltag sein können. © Beatrix Getze
  • In einem Raum steht eine Person am Ende des Raumes vor einer Leinwand, auf welcher eine Präsentation gezeigt wird, und deutet mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf etwas auf der Leinwand. Vor der Leinwand sitzen weitere Personen an Tischreihen, auf welchen Bildschirme stehen und verschiedene Messgeräte liegen.
    Im Workshop von Katja Krauter und ihrem Kollegen Wolfgang Ernst erhielten die Schülerinnen zunächst eine verständliche theoretische Einführung in die Funktionsweise von Solarzellen. Anschließend konnten sie selbst mit Multimetern Messungen durchführen und erleben, wie Strom aus Sonnenlicht entsteht. © Beatrix Getze
  • In einem Raum mit hoher Decke steht eine Person im weißen Kittel vor einem großen Bildschirm und deutet mit dem Zeigefinger der linken Hand auf etwas. Vor der Person sitzen weitere Personen an großen weißen, quadratischen Tischen und blicken in Richtung des Bildschirms.
    Einen praxisnahen Einblick in die Welt der Lebensmitteltechnologie bekamen die Teilnehmerinnen gemeinsam mit Prof. Dr. Özlem Özmutlu Karslioglu und Silvia Gansneder vom Team des Green Office Weihenstephan. © Green Office
  • Auf zwei Tischen stehen jeweils zwei zu Rollen geformte Papiersäulen. Auf den Säulen ist eine Querlatte befestigt, die durch zwei Querstreben stabilisiert wird. Auf der Querlatte liegt ein Smartphone.
    Nur mit Papier, Kleber und Schere ausgerüstet stellten die Mädchen im Projekt „Brücken für die Nachhaltigkeit“ ihre Kreativität, ingenieurstechnisches Denken und Teamfähigkeit unter Beweis, als die selbst gebaute Brücke sogar ein Handy tragen konnte. © Beatrix Getze
  • In einem Raum stehen verschiedene Personen an Tischen. Am vorderen Tisch ist ein Schneidbrett zu sehen, am hinteren Tisch stehen durchsichtige Plastikboxen, die mit Gemüse gefüllt sind.
    Mit viel Teamarbeit entstanden in der „Zauberküche“ beim Boys’ Day Pizzamuffins als Hauptgericht sowie ein Schokoladeneis als Dessert. Am Ende konnten alle Teilnehmer stolz auf das gemeinsame Erreichte sein. © Beatrix Getze

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