Forschung zu nachhaltiger Rindernutzung und kuhgebundener Kälberaufzucht

Eine Gruppe aus 6 Personen, darunter 2 Frauen, mit jeweils einer Milchflasche mit umgehängter kleiner roter Wurst in den Händen, posieren vor dem Rollup des Projekts.
© Schweisfurth Stiftung

Ein Forschungsprojekt der HSWT zeigt, wie nachhaltige Milch- und Rindfleischerzeugung durch geschlossene Bio-Wertschöpfungsketten und kuhgebundene Kälberaufzucht funktionieren kann.

Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts mehrWERT Öko-Milch + Fleisch unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Eva Zeiler wurden Ende Mai an der Fakultät für Nachhaltige Agrar- & Energiesysteme der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) die wichtigsten Ergebnisse aus dem dreieinhalbjährigen Projekt vorgestellt. Umfassende Informationen finden sich im Abschlussbericht, der in Kürze zur Verfügung stehen wird. Unter den 62 Teilnehmenden waren Landwirt:innen, milch- und fleischverarbeitende Betriebe sowie Vertreter:innen aus Beratung und Wissenschaft.

Bei Kälbern aus bayerischen Öko-Milchviehbetrieben verbleibt bislang nur ein sehr geringer Anteil in der Biowertschöpfungskette, der letztendlich als Öko-Rindfleisch vermarktet wird. Die Forschenden ermittelten belastbare Zahlen und identifizierten alternative Wege zur Vermarktung bzw. Verwertung von Kälbern. Damit kann das grundsätzlich positive Image der Verbraucher:innen bezüglich der Biolandwirtschaft dauerhaft gesichert und einer mittelfristig aufkommenden Debatte zur Thematik proaktiv begegnet werden.

Ergebnisvorstellung

Am Vormittag präsentierten die Projektbeteiligten von HSWT, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und Schweisfurth Stiftung die Ergebnisse ihrer jeweiligen Arbeitspakete.

Peter Weindl (HSWT) stellte Ergebnisse aus studentischen Abschlussarbeiten zum Thema „Kälber der ökologischen Milchviehhaltung in Bayern“ vor, im Einzelnen

  • Status quo-Erhebungen zu Kälbern auf Öko-Milchviehbetrieben,
  • Erhebungen zur Öko-Rindermast in Bayern,
  • Erfolgsfaktoren von Vermarktungsinitiativen und
  • Öko-Rindfleisch in der Außer-Haus-Verpflegung (Fokus Nordbayern).

Theresa Hautzinger, (HSWT) ergänzte die Ergebnisse zur praktischen Umsetzung der kuhgebundenen Kälberaufzucht bis hin zur Gewichtsentwicklung und Gesundheit der Kälber. Bernhard Ippenberger (LfL) rückte bei seinem Vortrag „Nachhaltige Rinderhaltung – das ist mehr als Tierwohl und Klimaschutz“ die ökonomische Betrachtung in den Fokus. Saro Ratter (Schweisfurth Stiftung) zeigte die Entwicklung der kuhgebundenen Kälberaufzucht in der Öko-Milchviehhaltung Bayerns auf und plädierte für umfangreichen Wissenstransfer sowie den Aufbau von modellhaften Wertschöpfungsketten.

Vertiefung

Am Nachmittag wurden einzelne Themen in Workshops vertieft, z. B. warum Milch und Fleisch zusammengehören, wie die Platzierung von Bio-Rindfleischprodukten aus der Milchviehhaltung im Bio-Großhandel gelingt oder wie die kuhgebundene Kälberaufzucht im Deckungsbeitragsrechner berücksichtigt wird. Und ob und inwiefern die Milchleistungsprüfung (MLP) für Betriebe mit kuhgebundener Kälberaufzucht funktionieren kann.

  • Frau mittleren Alters mit kurzen Haaren und Brille im dunkelblauen Anzug steht halb sitzend vor der Tafel in einem Hörsaal und erläutert etwas.
    Projektleiterin Prof. Dr. Dr. Eva Zeiler von der Fakultät Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme © Schweisfurth Stiftung
  • Halb angeschnittener Rundkäse mit Etikett "Bio-Kalbkuh" auf einem Brotzeitbrett, daneben der zugehörige Werbeaufsteller
    Käse aus kuhgebundener Kälberaufzucht von der Firma Baldauf, der während der Projektlaufzeit auf den Markt gekommen ist und bei der Abschlussveranstaltung verkostet werden konnte © Schweisfurth Stiftung
  • 5 volle Milchflaschen mit jeweils einer ca. 10 bis 15 cm langen roten Wurst, mit einer Schnur befestigt, stehen in Reihe auf einem Tisch
    Das Foto soll verdeutlichen, dass Milch und Rindfleisch(-würste) zusammengehören, denn bei der Erzeugung von einem Liter Milch fallen in etwa 30 g Rindfleisch als Koppelprodukt an. © Schweisfurth Stiftung
  • Jüngere Frau mit weißer Bluse und Mikrofon in der Hand steht vor einer Pinwand mit bunten beschriebenen Kärtchen und erläutert diese den vor ihr sitzenden, der Kamera abgewandten Teilnehmenden.
    Marleen Tobisch (HSWT) bespricht die Workshop-Ergebnisse mit den Teilnehmenden. © Schweisfurth Stiftung
  • Rund 50-60 Personen auf Stühlen hinter weißen Tischen blicken in Richtung Hörsaal-Leinwand
    Teilnehmende der Abschlussveranstaltung, vorne v. r. Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Moning und der Dekan der Fakultät Nachhaltige Agrar und Energiesysteme, Prof. Dr. Martin Spreidler © HSWT

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