First-Generation Academics im Fokus: Soziale Herkunft und Bildungswege
Im Rahmen der Aktionswochen „Zehntelsekunde“ der Stadt Freising bot die Veranstaltung an der HSWT einen Raum für Austausch, gegenseitige Stärkung und die Sichtbarmachung von Erfahrungen.
Studierende und Akademiker:innen, die als Erste in ihrer Familie den Weg an die Hochschule gefunden haben – sogenannte First-Generation Academics oder kurz First-Gens –, stehen häufig vor besonderen Herausforderungen. Ihre Bildungsbiografien verlaufen selten geradlinig. Gleichzeitig bringen sie besondere Kompetenzen und Erfahrungen mit, die Hochschulen bereichern können.
Neue Perspektiven an der HSWT
Das Diversity Office der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) hat im Rahmen des Projekts act@HSWT eine Veranstaltung ins Leben gerufen, die sich gezielt mit der Lebensrealität und den Erfahrungen von First-Gens auseinandersetzt. Eingeladen waren alle interessierten Studierenden und Mitarbeitenden – unabhängig vom eigenen Bildungshintergrund.
Hürden und Chancen
Der Bildungsweg in Deutschland ist nach wie vor stark von der sozialen Herkunft geprägt. Ob fehlende Erfahrungswerte in der Familie, psychosoziale oder finanzielle Belastung – First Gens begegnen vielfältigen Herausforderungen. Dabei verfügen sie aufgrund ihres Hintergrunds über besondere Stärken, die sie zu wichtigen Impulsgeber:innen für eine diversere und gerechtere Bildungskultur machen.
Vernetzung, Austausch und gegenseitige Unterstützung
Valentin Burgert vom Netzwerk Chancen setzte mit seinem Vortrag wichtige Impulse zum Thema soziale Herkunft und Bildungswege. Seine Ausführungen regten zum Nachdenken an und eröffneten neue Perspektiven auf strukturelle Herausforderungen und individuelle Erfahrungen. Im anschließenden Panel wurde mit den beiden First-Generation Academics Prof. Dr. Sonia Gantioler, Fakultät für Landschaftsarchitektur, und Dr. Michael Krappmann, Geschäftsführung Zentrum für Forschung und Wissenstransfer (ZFW) über Bildungswege gesprochen, die nicht immer vorgezeichnet sind – über Hürden, Stärken und die Bedeutung von Sichtbarkeit und Vernetzung.
Nach dem Panel ging der persönliche Dialog bei Getränken und Snacks weiter – ehrlich, bestärkend, verbindend. Das Diversity Office lud ausdrücklich dazu ein, sich gemeinsam auf den Weg zu machen – für mehr Chancengleichheit, mehr Sichtbarkeit und mehr gegenseitige Unterstützung.