Feldtag Schlachters: Drohnentechnik und Feuerbrand im Fokus
Beim Feldtag der Versuchsstation für Obstbau in Schlachters (HSWT) Anfang Juli standen moderne Drohnentechnik und die aktuell angespannte Feuerbrandsituation im Obstbau im Mittelpunkt.
Zahlreiche Fachbesucher, darunter viele junge Interessierte, nutzten die Veranstaltung, um sich über aktuelle Forschungsprojekte und Praxiserfahrungen zu informieren. Das Programm umfasste Führungen zu verschiedenen Stationen auf dem Gelände und einen Themenvortrag zur Etablierung der Drohne im Obstbau von Anatolij Brilz, SkyHawk Brilz Technologies. Die Moderation übernahm Michael Zoth der wissenschaftlicher Koordinator der Versuchsstation.
Die Feuerbrandsituation im Raum Lindau wurde von der Expertin Karin Wudler, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg, als sehr ernst eingestuft. Nach Angaben der Obstbauberatung kam es 2026 zu massiven Blüten- und Fruchtinfektionen, in zwei Fällen mussten sogar Apfelanlagen gerodet werden. Besonders die Sorte ‘Wellant’ zeigte sich anfällig und wird für gefährdete Regionen zunehmend kritisch bewertet.
Im Sortengarten der Versuchsstation wurden bei 79 von 183 Apfelgenotypen Feuerbrandsymptome festgestellt. Gleichzeitig konnten bei Birnen jedoch resistente Genotypen identifiziert werden, die nun für die weitere Züchtungsforschung genutzt werden.
Weitere Vorträge beschäftigten sich mit Pflanzenschutz, Fruchtausdünnung und resilienten Anbausystemen.
Im Projekt „ResiObst“ werden robuste Apfelsorten mit modernen Erziehungssystemen kombiniert, um den Obstbau widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Klimastress zu machen.
Abgerundet wurde der Feldtag durch Berichte zur Förderung von Nützlingen sowie zum laufenden Apfelallergie-Projekt der HSWT, das die Verträglichkeit verschiedener Apfelsorten untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass der Gehalt des Allergens Mal d1 stark schwanken kann, ein Zusammenhang zu bestimmten Kulturmaßnahmen bislang jedoch nicht nachgewiesen wurde.
Großes Interesse weckte auch die Drohnentechnik. Präsentiert wurde unter anderem die DJI Agras T100, die größte in Europa zugelassene Agrardrohne. Sie kann bis zu 100 Kilogramm Nutzlast transportieren und eignet sich für die Ausbringung von Flüssig- und Feststoffen. Während Drohnen für Pflanzenschutzanwendungen im Obstbau derzeit noch nicht zulässig sind, wird die Technologie bereits im Weinbau und in der Forstwirtschaft eingesetzt. Praktiker sehen in Drohnen großes Potenzial für mehr Präzision, geringere Bodenverdichtung und effizientere Arbeitsabläufe.