Fachworkshop der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde am PSC

Menschen bei der Untersuchung von Bodenprofilen auf einer Wiese, umgeben von Erdflächen auf weißen Planen; im Hintergrund Bäume und blauer Himmel.
© Stefan Frank / Thünen-Institut

Wie sieht ein überdecktes Niedermoor aus der bodenkundlerischen Perspektive aus? Diese und weitere Fragen wurden im Rahmen eines Fachworkshops am Peatland Science Centre (PSC) in Freising beantwortet.

Vom 11.–13. Juni 2025 fand ein deutschlandweit ausgeschriebener Workshop der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde (DGMT) zur „Ansprache“ (= Erkennen und Zuordnen) von Moor- und weiteren organischen Böden statt. Das Treffen wurde zusammen mit der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (DBG) und dem PSC organisiert.

Die rund 30 Teilnehmenden aus privaten Ingenieurbüros, öffentlichen Instituten sowie Landesämtern verfügten teilweise über gute bis sehr gute Expertisen auf diesem Gebiet, teilweise waren sie Neulinge in der bodenkundlichen Thematik. Sie lernten verschiedene Moorbodentypen anhand von Bodenprofilen mit Hilfe der neuen Bodenkundlichen Kartieranleitung (KA6) zu unterscheiden und trainierten die Ansprache des richtigen Bodentyps anhand eines Torfprofils.

Der Theorieteil fand in den Räumlichkeiten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) statt und befasste sich mit der neuen bodenkundlichen Kartieranleitung (KA6). Hier wurden bei der letzten Überarbeitung neue Bodenhorizonte hinzugefügt wie z. B. ein Torfneubildungshorizont. Dieser Bodentyp entsteht bei der erfolgreichen Renaturierung eines Moors.

Der Praxisteil fand im Freisinger Moos statt, zum Teil auf der Forschungsfläche des PSC, aber auch auf weiteren Flächen mit anderen Bodentypen. Dabei wurden insgesamt fünf Bodenprofile aufgegraben, eines davon im Schilf der dortigen, seit neun Jahren etablierten Paludikulturfläche mit beeindruckendem Wurzelsystem. Daran sieht man deutlich, dass die Kohlenstoff-Einbindung ins Wurzelsystem der Paludikulturpflanzen wandert, das durch den hohen Wasserstand vor Zersetzung geschützt ist. Außerdem wurde eine Besonderheit im Freisinger Moos aufgegraben und begutachtet: das Profil eines Erdniedermoors mit Almkalkeinlagerungen.

An den drei Seminartagen wurde viel und angeregt diskutiert. Die Einordnung der einzelnen Bodenhorizonte und der Bodentypen als Ganzes ist eine Einschätzungssache, die viel Fachwissen und Erfahrung erfordert. Fachworkshops dieser Art mit vielen unterschiedlichen Expertinnen und Experten helfen dabei sehr, dieses Wissen aufzubauen bzw. zu vertiefen sowie auf dem neuesten Stand der Forschung zu bleiben.

  • Gruppe von Menschen bei einer Untersuchung auf einer Wiese, versammelt um zwei rechteckige Gruben; einige machen Notizen, andere blicken in die Gruben.
    Praxisteil des DGMT-Workshops im Freisinger Moos © Carla Bockermann / Tim Eickenscheidt
  • Gruppe von etwa zwanzig Personen auf einer Wiese, blickt auf weiße Planen mit Erde; im Hintergrund Bäume und wolkenloser Himmel.
    Praxisteil des DGMT-Workshops im Freisinger Moos © Carla Bockermann / Tim Eickenscheidt

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