Fachtagung „Moor.Fokus“: Noch nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg

Mehrere Pesonen stehen im Freien vor einem Gebäude auf einer Treppe und posieren als Gruppe.
© Josef Gangkofer

Vom 10. bis 12. September 2026 fand an der HSWT die DGMT-Jahrestagung zu Moorökosystemen statt.

Die Jahrestagung brachte über 200 Teilnehmende aus den Bereichen Wissenschaft, Verwaltung, Praxis und Vereine zusammen, die sich über Moorökologie, Moormanagement, Renaturierung und nachhaltige Moornutzung austauschten. 

Organisiert wurde die Tagung in Kooperation zwischen dem Peatland Science Centre (PSC) der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde e.V. (DGMT). Die Partnerschaft trug maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung bei und unterstreicht, wie wichtig fachübergreifende Zusammenarbeit für den Moorschutz ist – ein Punkt, den auch Prof. Matthias Drösler, Leiter des PSC, in seinem Beitrag betonte: „Moorschutz gelingt nur gemeinsam, über Fachdisziplinen hinweg. Klimaschutz und Artenschutz dürfen im Moor keine Gegensätze sein.“

Von der Theorie in die Praxis

Das Leitthema „Vom Wissen zum Handeln“ unterstrich den Anspruch, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in praktisches Moormanagement, Renaturierungsprojekte und politische Entscheidungsprozesse zu übersetzen. Ziel war es, den aktuellen Stand der Moor-Forschung vorzustellen, praktische Erfahrungen aus Projekten zu teilen, Netzwerke zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Landwirtschaft und Naturschutz zu stärken sowie konkrete Handlungsoptionen für den Schutz und die Wiedervernässung von Mooren zu diskutieren. 

Die Inhalte der Tagung wurden in unterschiedlichen Formaten wie Fachvorträgen, Diskussionsrunden oder Postersessions präsentiert. Ganztägige Exkursionen zu bedeutenden Moorstandorten, etwa ins Donaumoos, das größte süddeutsche Niedermoor mit landwirtschaftlicher Nutzung und Entwicklungsprojekten, oder ins Schechenfilz südliche des Starnberger Sees, ein erfolgreich renaturiertes Hochmoor, rundeten das Tagungsangebot ab. Besonders positiv aufgenommen wurden die sorgfältige Auswahl der Vorträge und Poster sowie die begleitenden Exkursionen. Die Kombination aus fachlichem Input und direktem Naturerlebnis vor Ort machte die Tagung zu einem runden Gesamtpaket.

Alfred Ringler, seit Jahrzehnten eine prägende Stimme im bayerischen Naturschutz, zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung des Fachgebiets: „1995 hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir 2026 an diesem Punkt stehen würden. Die Moore haben eine lange Tradition in der Forschung – jetzt kommt endlich Fahrt hinein. Wir sind noch nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg.“

Netzwerke schaffen, Synergien nutzen

Die über 200 Teilnehmenden setzten sich aus Wissenschaftler:innen aus Moorökologie, Klimaforschung, Bodenkunde und verwandten Disziplinen, Praktiker:innen aus Naturschutz, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Planung sowie Vertreter:innen von Behörden, Verbänden und NGOs und Studierenden zusammen.

  • Eine Gruppe von Personen stehen in einem grünen Feld.
    Die Exkursionen am Samstag boten die Gelegenheit, die theoretischen Aspekte in der Praxis zu erkunden. © Josef Gangkofer
  • In einem voll besetzten Hörsaal sitzen im vorderen Teil des Raumes vier Personen nebeneinander auf Stühlen.
    Podiumsdiskussion mit erfahrenen Stimmen im Austausch zur langjährigen Moorforschung. © Josef Gangkofer
  • Vier Personen stehen nebeneinander im Freien vor einer Treppe vor einem Gebäude neben einem Roll-up.
    Die Ehrengäste der Podiumsdiskussion Prof. Dr. em. Jörg Pfadenhauer, Prof. Dr. em. Vera Luthardt und Alfred Ringler mit Prof. Dr. Matthias Drösler (v. l. n. r.) © Josef Gangkofer
  • Drei Personen stehen in einem Raum vor Stellwänden mit Plakaten und unterhalten sich.
    Die Postersessions boten Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch. © Josef Gangkofer