Drohnentechnik hilft bei der Eindämmung von Riesen-Bärenklau
Riesen-Bärenklau gilt als invasive Art mit ökologischen, gesundheitlichen und ökonomischen Risiken. In einer Bachelorarbeit wurde dieser erfasst und ein Eindämmungskonzept entwickelt.
Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Umweltsicherung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) hat Laura Schäfer ein praxisnahes Projekt zur Eindämmung des Riesen-Bärenklaus (Heracleum mantegazzianum) im Riedmoos (Gemeinde Aiglsbach, Lkr. Kelheim) durchgeführt. Das Kompetenzzentrum für digitale Agrarwirtschaft (KoDa) unterstützte die Arbeit durch die Bereitstellung einer Multispektral-Drohne sowie einem leistungsfähigen KI-Rechner. Die systematische Erfassung erfolgte mittels UAV-gestützter Fernerkundung.
Mit der Multispektral-Drohne (DJI Mavic 3 Enterprise) wurden hochauflösende Bilddaten erhoben, georeferenziert und in QGIS ausgewertet. Mit dieser Methode ließen sich Einzelpflanzen sowie flächige und lineare Bestände präzise kartieren.
Die Ergebnisse zeigten eine hohe Dichte des Riesenbärenklaus entlang von Fließgewässern und kommunalen Flächen. Darauf aufbauend entstand ein mehrjähriges Konzept mit Maßnahmen wie Abstechen, Mahd, Mulchen, gezielter Doldenentfernung und extensiver Beweidung durch robuste Rinder. Alle Verfahren wurden hinsichtlich Naturschutz, Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit bewertet und in einen Pflege- und Entwicklungsplan integriert. Begleitend schlägt die Arbeit Monitoring, Öffentlichkeitsarbeit und Empfehlungen für private Flächeneigentümer vor.
Die Maßnahmen wurden auch in ein ökologisches Flächenmanagement überführt. Auf Basis der Bayerischen Kompensationsverordnung (BayKompV) erfolgte eine Bilanzierung der Biotop- und Nutzungstypen sowie die Entwicklung eines kommunalen Ökokontos.
Die Ergebnisse belegen die Effektivität UAV-gestützter Fernerkundung in Kombination mit GIS für das Monitoring invasiver Neophyten. In Verbindung mit einem abgestimmten Maßnahmenpaket können Ausbreitung und Risiken des Riesen-Bärenklaus deutlich reduziert und Landschaftsräume ökologisch aufgewertet werden.
Die Arbeit zeigt, wie digitale Technologien wie Drohnen und KI zur Lösung aktueller Umweltprobleme beitragen. Das Kompetenzzentrum für digitale Agrarwirtschaft unterstützt Kommunen und Landwirten durch die Bereitstellung praktikabler Instrumente, um invasive Arten langfristig einzudämmen und wertvolle Landschaftsräume zu sichern.