Den Bergwald klimafit machen: INTERREG-Projekt WINALP 21 zeigt Wege auf!

Gruppenfoto von mehreren Personen vor einem historischen Gebäude mit verzierten Fenstern und einer großen Eingangstür, aufgenommen bei sonnigem Wetter
© Hans-Joachim Klemmt

80 Teilnehmende aus Forstpraxis und Naturschutz informierten sich in Benediktbeuern über die Ergebnisse des INTERREG-Forschungsprojekts „WINALP 21 – Bergwälder fit im Klimawandel“.

Das bayerisch-österreichische Projekt wird seit Januar 2023 bis Ende 2025 von der Europäischen Union und den Forstverwaltungen Vorarlberg, Tirol, Bayern und Oberösterreich mit insgesamt 1,6 Mio. Euro gefördert. Am 11. November 2025 wurden die Ergebnisse im Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern präsentiert und lebhaft diskutiert.

Funktionen des Bergwalds

Der Bergwald der Nordalpen schützt die dicht besiedelten und viel befahrenen Alpentäler vor Naturgefahren und bildet die Grundlage für die regionale Holzwirtschaft. Diese Leistungen werden von Bergmischwäldern aus den heimischen Baumarten Fichte, Tanne und Buche, im Alpeninneren von Nadelmischwäldern mit Fichte, Lärche und Kiefer erbracht, die sich dank hoher Niederschläge in Bayern, Vorarlberg und Nordtirol bislang an die steigenden Temperaturen anpassen konnten.

Auswirkungen eines fortschreitenden Klimawandels

Wie aber wird sich der weitere Temperaturanstieg um bis zu 4 °Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts auf die Waldgesellschaften auswirken? Zur Beantwortung dieser Frage hat ein deutsch-österreichisches Forschungsteam neuartige Standortkarten entwickelt, die bei der Pflege und Pflanzung von Bergwäldern neben dem heutigen Zustand der Böden auch den erwarteten Wasser- und Wärmehaushalt bis zum Ende des Jahrhunderts berücksichtigen.

Stimmen aus Politik und Forstverwaltung zum Projekt

„Bayern und Österreich forschen gemeinsam für gesunde Zukunftswälder. Die Baumartenempfehlungen sind eine wichtige Grundlage für die forstliche Beratung“ sagte die bayerische Staatsministerin Michaela Kaniber in ihrer Videobotschaft. Stephan Philipp vom Amt der Vorarlberger Landesregierung unterstrich: „Wir verwenden das moderne Waldinformationssystem zur Umsetzung unserer Waldstrategie“. Und Kurt Ziegner, Leiter der Abteilung Forstplanung, bestätigte: „Die dynamische Waldtypenkarte bildet eine wesentliche Basis für die Anpassung der Tiroler Bergwälder an den Klimawandel“.

Forschungsergebnisse praxisnah zum Ausprobieren

An vier Marktständen konnten sich die Teilnehmenden selbst ein Bild von den gewonnenen Erkenntnissen machen und mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen. „Die in WINALP 21 entwickelten interaktiven Karten und Demonstrationsflächen helfen den Forstbetrieben, den Klimawandel bei deren Entscheidungen zu berücksichtigen, damit Pflege, vorsorgender Umbau und Sanierung von widerstandsfähigen Wäldern gelingen“, resümierte Prof. Dr. Jörg Ewald, Leiter des Verbundprojekts und Inhaber der Forschungsprofessur „Diversität und Funktionen von Gebirgsökosystemen“ an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Gleichzeitig dankte er dem gesamten länderübergreifenden Projektteam für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Über eine aus dem Projekt hervorgegangene App sowie einem Exkursionsführer berichten wir zu einem späteren Zeitpunkt. Diese werden ebenfalls auf der Projektseite WINALP 21 dann zur Verfügung gestellt.

  • Die Moderation lag bei Verbundprojektleiter Prof. Dr. Jörg Ewald von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. © Tobias Huber / BFW
  • Video-Botschaft von der bayerischen Forstministerin Michaela Kaniber © Tobias Huber / BFW
  • Präsentation von HSWT-Wissenschaftler Michelangelo Olleck © Tobias Huber / BFW
  • Fragen aus dem Publikum © Tobias Huber / BFW
  • Podiumsdiskussion mit (v.l.n.r.): Stephan Philipp (Vorarlberger Landesregierung, Vertreter von Andreas Amann), Kurt Ziegner (Amt der Tiroler Landesregierung), Hans-Joachim Klemmt (Leiter der Abteilung „Waldbau, Waldwachstum, Inventuren“ der LWF), Prof. Dr. Jörg Ewald (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) © Klaas Wellhausen / LWF
  • Michelangelo Olleck präsentiert Ergebnisse am Stand von HSWT und LWF. © Klaas Wellhausen / LWF
  • Posterbegutachtung am Stand von HSWT und LWF © Klaas Wellhausen / LWF
  • Logo mit dem Schriftzug Interreg Bayern Österreich und dem Zusatz "kofinanziert durch die Europäische Union" sowie der Fahne der Europäischen Union
    Das Forschungsprojekt wurde vom Förderprogramm „Interreg Bayern-Österreich“ der Europäischen Union kofinanziert. © Interreg Bayern-Österreich

Ähnliche Beiträge