BR berichtet über EU-Debatte zur Bio-Weidepflicht und Ausnahmen
Eine BR-Sendung beleuchtet die Diskussion um Ausnahmen von der Bio-Weidepflicht. Prof. Dr. Dr. Eva Zeiler ordnet im Beitrag die Auswirkungen für Tierhaltung und Öko-Betriebe ein.
In einer aktuellen Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks (BR) steht die Zukunft der Bio-Weidepflicht in der Europäischen Union im Fokus. Anlass ist ein Beschluss des Agrarausschusses des Europäischen Parlaments, der unter bestimmten Voraussetzungen mehr Flexibilität bei der Weidepflicht für Öko-Betriebe ermöglichen soll. Die Debatte betrifft vor allem landwirtschaftliche Betriebe, die aufgrund ihrer Lage oder baulicher Gegebenheiten keinen direkten Zugang zu Weideflächen gewährleisten können.
Strengere Auslegung der EU-Öko-Verordnung seit 2025
Hintergrund ist die seit 2025 strengere Auslegung der EU-Öko-Verordnung. Demnach müssen Rinder, Schafe und Ziegen in Bio-Betrieben während der Weidezeit Zugang zu echten Weideflächen haben. Laut BR haben allein in Bayern bereits mehr als 300 Betriebe ihren Bio-Status aufgegeben oder auf konventionelle Bewirtschaftung umgestellt, weil sie die Anforderungen nicht erfüllen konnten. Befürworter der vorgeschlagenen Änderungen sehen darin eine notwendige Anpassung an regionale Besonderheiten, Kritiker warnen hingegen vor einer Verwässerung der Bio-Standards.
Komplexe Abwägung der Situation notwendig
Prof. Dr. Dr. Eva Zeiler, Professorin für Ökologische Tierproduktionssysteme an der Fakultät Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme, begleitet die Diskussion aus fachlicher Sicht. Die aktuelle Debatte verdeutlicht, wie komplex die Abwägung zwischen Tierwohl, ökologischen Anforderungen und den strukturellen Rahmenbedingungen landwirtschaftlicher Betriebe ist. Die endgültige Entscheidung über mögliche Ausnahmen steht noch aus und wird in weiteren Verhandlungen zwischen EU-Parlament, EU-Kommission und den Mitgliedstaaten getroffen.